Nicht abgesicherte Baustellen

Gestern morgen bemerkte ich auf dem Weg ins Büro einen Handwerker, der gerade eine Wasserzapfstelle montierte. Mitten auf dem Radweg der Eidinghausener Straße.

Nicht abgesicherte Wasserzapfstelle auf einem abschüssigen Radweg.

Hallo [xxx],

als ich heute morgen zur Arbeit fuhr, sah ich zufällig, wie ein Handwerker eine Wasserzapfstelle auf dem Radweg der Eidinghausener Straße anschloss. Das ist ja auch in Ordnung, soweit keine andere Möglichkeit besteht. Aber dann muss auch eine ordentliche Absicherung vorhanden sein. Der Handwerker hatte nichts dergleichen dabei und man konnte ihm auch nur “mit Händen und Füßen” erklären, dass eine Absicherung fehlt. Die wollte er holen.


Kam aber nicht wieder. Ich bin dann runter zur Baustelle Im Leingarten gefahren, wo er mit seinem Vorgesetzten(?) gerade auf die Baustelle ging und ganz offensichtlich nicht vor hatte, irgendeine Absicherung anzubringen. Der Vorgesetzte fand das nach Ansprache offensichtlich auch eher ungewöhnlich. Er wäre noch nicht fertig, er wüsste gar nicht, ob er Absperrmaterial dabei hätte, “Jaja, mache ich gleich.”.

Nach vielen mürrischen Worten notdürftig kenntlich gemacht.

Auf meinen Einwand hin, in jedem seiner Bullis müsste ja mindestens ein Warndreieck vorhanden sein, sonst dürfte er ja gar nicht los fahren, ist er mürrisch und unwillig losgegangen, um ein Warndreieck zu holen und wollte es “gleich aufstellen”. Erst nachdem ich ihm erklärte, dass ich so lange warte, ist er unwillig mitgekommen und hat das kleine Warndreieck aufgestellt.

Natürlich bin ich nicht der Ansicht, dass diese Absicherung auf einem benutzungspflichtigen Radweg, noch dazu an einer so abschüssigen Stelle, ausreichend ist. Ich bitte sie, dort für eine ordnungsgemäße Absicherung zu sorgen. An der Stelle ist das echt gefährlich.

Mit freundlichen Grüßen

Entweder hat diese Mail dazu geführt, dass das Ordnungsamt ein Gespräch geführt hat, oder aber man war auch nach meinen Hinweisen schon einsichtig genug. Heute morgen sah es jedenfalls so aus:

Nicht perfekt, aber immerhin.

Leider habe ich bei Bauarbeitern und Handwerkern fast immer den Eindruck, denen ist der Verkehr – besonders der Radverkehr – scheißegal. Da wird sich um nichts gekümmert, nach mir die Sintflut. Und ebenso “leider” werden solche Sachen meinem Eindruck nach auch irgendwie gar nicht kontrolliert.

[Ergänzung] Als ich auf dem Weg nach Hause an der Stelle vorbei kam, sah die Zapfstelle nochmal ein wenig anders aus!

Warntafel gerade gerückt.

Ganz offensichtlich ist da im Laufe des Tages noch mal jemand dran gewesen. Ich glaube ja kaum, dass das aus eigenem Antrieb geschehen ist …

Getagged mit: , , , , , , , , , , ,
6 Kommentare zu “Nicht abgesicherte Baustellen
  1. Markus Koßmann sagt:

    §315b STGB:
    Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr

    (1) Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, daß er
    1. Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt,
    2. Hindernisse bereitet oder
    3. einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt,

    und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    […]
    (4) Wer in den Fällen des Absatzes 1 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (5) Wer in den Fällen des Absatzes 1 fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    Absatz 5 oder 4 für Punkt 2 in Absatz 1 treffen meines Erachtens hier zu.
    Diesen Paragraphen könnte auch das Ordnungsamt als Argument benutzt haben

  2. atze sagt:

    Merke:
    Handwerker sind besondere Menschen und müssen sich an keine Regeln halten!
    Handwerker dürfen alles dreckig machen und müssen den Dreck nicht wegräumen!
    Handwerker müssen sich nicht an die gängigen Umgangsformen halten, dürfen immer mürrisch sein und andere Menschen nach Gutdünken mit Schimpfworten ihrer Wahl beleidigen!
    Handwerker dürfen ihre Autos überall hinstellen. Rad- und Gehwege sind eigentlich Vorhalteflächen für Handwerkerfahrzeuge! Das weiß doch jedes Kind, dass Handwerker gehbehindert sind und sich niemals mehr als drei Meter von ihrem Fahrzeug entfernen können.
    Da das eigenlich jeder wissen muss, darf man sich nicht darüber beschweren, dass ein Geh-/Radweg zugeparkt ist. Sollte man sich trotzdem beschwert haben, darf man sich nicht wundern, wenn man danach dringend einen Termin beim Kiefernorthopäden benötigt.
    Handwerker machen nie Fehler und wenn etwas krumm ist, sind die Auftraggeber Schuld.
    Handwerker haben es immer eilig, deshalb müssen Radfahrer und Fußgänger besonders darauf achten, bei einer Annäherung eines Handwerkerfahrzeuges rechtzeitig beiseite zu springen. Wenn man trotzdem angefahren wird, ist man selbst Schuld.
    Handwerker dürfen mit Baufahrzeugen ohne Kennzeichen überall und vor allem auf öffentlichen Wegen herumfahren. Wie sollen die denn sonst zu ihrem Baggerloch kommen?
    Lernt das jetzt gefälligst alle auswendig, dann kommt es zu keinen Missverständnissen mehr!
    Euer Atze

  3. -thh sagt:

    “Es liegt nicht an der Sichtbarkeit, sondern an der mangelhaften Aufmerksamkeit”, oder?

    • Andreas sagt:

      Touché … teilweise.
      Das Licht am Rad ist überhaupt nicht zu vergleichen mit den Scheinwerfern an einem Auto. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man die bis vor nicht allzu langer Zeit üblichen Funzeln hernimmt. Und weiter ist so ein Standrohr auch etwas kleiner als Fahrradfahrender oder zu Fuß Gehender.

    • Markus Koßmann sagt:

      Dann dürften aber “Witzbolde”, die Gullydeckel entfernen, auch nicht wegen §315b verurteilt werden. Denn auch entfernte Gullydeckel sind bei entsprechender Aufmerksamkeit und Einhaltung des Sichtfahrgebots rechtzeitig zu erkennen.

  4. Radfahrer sagt:

    Der Hydrant ist aber auch an einer ziemlich ungünstigen Stelle gesetzt worden. Ging es nicht paar Meter weiter an die Grünfläche? Wen kann man dafür zur Verantwortung ziehen?

    In meiner Stadt wurden in den 1970ern,1980ern auch vermehrt solche Hydranten eingebaut, mittlerweile aber wieder überirdische Bauformen, weil die nicht zugestellt werden und die auch nicht so gefährlich in den Weg gepflanzt werden können.

    Von “Fachkräften” diverser Gewerke erwarte ich schon gar keine Sorgfalt mehr, die haben wenn überhaupt das letzte mal als Azubi von Arbeitsssicherheit und Absicherungen, Absperrungen gehört. Nach vielen Jahren der Tätigkeit ist man auch “abgestumpft”, “betriebsblind” geworden und kümmert sich nicht um solche Nebensächlichkeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*