Auf dem Arbeitsweg

Letztlich hat es an der Jet-Tankstelle eine Radlerin erwischt und ich schrieb dazu auch, dass es mir bereits mehrfach ähnlich ging. Heute morgen dann wieder. Ein völlig schmerzfreier Omegafahrer zieht direkt vor mir über den Radweg und bleibt derart in der Einfahrt der Tanke stehen, dass die Anhängerkupplung noch auf den Radweg ragt. Zum einen hat mich nur eine Vollbremsung davor bewahrt in die Seite des Opels zu rasseln und zum anderen musste ich heftig schlenkern, um der Anhängerkupplung auszuweichen. Vollhonk!

An der Einmündung ‘Zum Friedhof’ in die ‘Eidinghausener Straße’ hielt ein Touaregfahrer sein Vehikel mitten auf dem Radweg und schaute mir beim Näherkommen zu. Hinter ihm war niemand, aber es wäre wahrscheinlich trotzdem zuviel Spritverbrauch gewesen, mir meine Vorfahrt zu gewähren und einen Meter zurück zu setzen. Ist klar, habe ich Verständnis für. Ich schlenker’ gerne durch die Gegend.

Auch für den Fahrer des Vans, der quer auf dem Radweg der Eidinghausener stand während er aus der ‘Werrestraße’ abbiegen wollte. Auch er beobachtete mich beim Näherkommen, auch er hätte gut einen Meter zurücksetzen können. Leider interpretierte er mein mißmutiges Kopfschütteln offensichtlich als Geste, das ich ihm netterweise die Vorfahrt lassen wollte. Er fuhr in dem Augenblick an, als ich gerade vor seiner Front her wollte. Gut gemacht, Junge! Klar hätte ich Dir die Vorfahrt lassen können, aber machst DU das auch für mich? Ganz offensichtlich nicht, Du nimmst sie mir sogar! Und da soll ich höflich sein?!

Das Traurige ist, dass alle diese Autofahrer sich völlig im Recht wähnten, keinerlei Bewusstsein für ihr Fehlverhalten haben und alle unwirsch auf mein Kopfschütteln reagierten. Und da sollen noch mehr Radverkehr(t)anlagen gebaut werden? Bullshit!

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3 Kommentare zu “Auf dem Arbeitsweg
  1. Gucky sagt:

    Natürlich ist so ein Verhalten nicht akzeptabel !
    Aber was nützt dir das, wenn du umgefahren wirst ?

    Ich bin ja sehr lange Auto gefahren und möchte daher auch noch was dazu sagen.
    Natürlich kann man zurücksetzen, wenn keiner hinter einem ist.
    Aber es ist auch so, wenn ich an so eine Einmündung kommen die von einem Radweg gekreuzt wird, kann ich nicht wissen, ob ein Radfahrer kommt. Und an manchen Stellen kann man nicht ausreichend den Verkehr auf der Straße sehen auf die man einbiegen will, wenn man nicht ganz weit vorfährt und somit den Radweg blockiert.

  2. Andreas sagt:

    Es ist nicht so, dass ich mit dem Klammerbeutel gepudert wäre ;-) Wenn hinter einem Auto so wenig Platz ist, dass derjenige nicht zurück kann, dann ärgert mich zwar, dass er grundsätzlich so weit vorgefahren ist, aber ich mecker dann nicht.

    Das mit dem “ich kann nicht wissen, dass da wer kommt” ist wohl mehr als eine Schutzbehauptung. Und glaub mir, an den von mir beschriebenen Kreuzungen bin ich allesamt schon als Autofahrer gewesen und es ist mir möglich, dort soviel Platz zu lassen, dass ich mich nicht über mich beschweren würde, würde ich mir begegnen ;-) Man kann dort auch gucken, wenn man mit der Fahrzeugfront nicht schon fast auf der Hauptstraße steht.

    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Und wenn man zurücksetzen kann, dann ist ganz offensichtlich kein Wille vorhanden, oder? So war es ja heute.

  3. N.M. sagt:

    Unabhängig von dem erst gedanken- und dann rücksichtslosen Verhalten der betreffenden Autofahrer ist das ganze aber auch ein typisches Produkt deutschen Radwegebaus. In den Niederlanden sind solche Gefahrenstellen meist baulich viel besser gelöst. Auch die Niederländer bauen viel Radwege nach dem Prinzip “getrennt von der Fahrbahn”. Aber sie machen es dreimal besser als die Deutschen. Sie geben auch verhältnismäßig viel mehr Geld dafür aus als die Deutschen.

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