Abbiegen ohne Gucken

Heute morgen an der Einmündung des Schwarzen Weges in die Eidinghausener Straße: ich befahre den westlichen Radweg der Eidinghausener in südlicher Richtung. Normal, ich möchte in die Innenstadt zur Arbeit. Kurz bevor der Radweg an der Einmündung zum Schwarzen Weg ein bisschen verschwenkt, überhole ich noch eine Schülerin, die wirklich sehr gemächlich fährt. Ich war jedenfalls unter 25 km/h. Als ich den Schwarzen Weg über die markierte Rad- und Fußgängerfurt queren möchte, kann ich mit einer Vollbremsung gerade noch anhalten, ohne in einen Kleintransporter zu fahren, welcher gerade zügig von der Eidinghausener in den Schwarzen Weg abbog.

Ich bin die 5 Meter bis zum Parkplatz gefolgt und habe ihn ermahnt, in Zukunft besser aufzupassen. Da erzählt er mir doch glatt, ich wäre zu schnell gefahren. Mehr als 20 Km/h dürfe ich gar nicht und wenn ich schneller wäre, müsste ich die Fahrbahn nutzen. Auf meine Einlassung, dass das ja nun kompletter Quatsch und Blödsinn sei, wurde ich nur darauf hingewiesen, dass ein Freund Polizist sei und ihm das so erzählt hätte. Ist klar! Und überhaupt, ich war zu schnell, sonst hätte ich das Mädchen welches er durchaus wahrgenommen hätte, ja wohl nicht überholt. Das darf ich im Übrigen auch nicht. Und mein Licht zweifelte er auch an. Das könne wohl nicht so doll sein, wenn er es übersehen hat. Nachdem er dann selbst einmal am Vorderrad gedreht hatte, musste er das zumindest zähneknirschend revidieren.

Es war wieder typisch. Ich als Radfahrer habe alles falsch gemacht, keine Ahnung und überhaupt, ich hätte ja auch einfach langsamer fahren und ihn vorlassen können. Diese Einstellung gepaart mit Unwissen und Fehlinformation ist es, die Unfalltote verursacht! Darum wünsche ich mir ja auch so dringend regelmäßige, aufklärende Berichterstattung in der Presse, um den Autofahrern aufzuzeigen, dass sie die Gefährder sind. Die Polizei setzt immer nur bei den Radfahrern an. Solche Autofahrer müssten mal geschult und sensibilisiert werden!

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2 Kommentare zu “Abbiegen ohne Gucken
  1. Homöopath sagt:

    Da ist es wieder, das alte Problem: Rad- gegen Autofahrer. Vor allem in Herbst und Winter sind da ja bekanntlich die wildesten Streitigkeiten auszutragen. Leider zieht aber der Radfahrer dabei immer den Kürzeren. Gott sei Dank ist es hier gut gegangen!

  2. Ulrich sagt:

    Stumpfes “auf mein Recht beharren” Verhalten, von dem Typ. Bei den chaotischen Verhältnissen auf den Straßen im Berufsverkehr echt arm. Da geht es einfach nur miteinander und nicht “ich, ich, ich, …”

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