Grundrechtseinschränkungen und Meinungsfreiheit

Ich habe einige Zeit nicht in meine RSS-Feeds geschaut und habe gestern abend dann einfach chronologisch oben angefangen. Dabei sind mir Artikel aufgefallen, die ich in der Form auf manchen Seiten nicht erwartet hätte und die ich dann in einem Fall auch kommentiert habe.

Den Text poste ich hier auch, da einer der Punkte war, dass die Radverkehrsblase sich zu dem Thema Corona-Einschränkungen und Grundrechtsbeschneidung nicht äußert. Und ja, bisher habe ich mich da auch abseits von Twitter oder Facebook bedeckt gehalten. Es gibt wenige, die von “Verschwörungen” schreiben und das Grundgesetz ausgehöhlt sehen. Das mag aber eben auch daran liegen, dass es glücklicherweise eine Minderheitenmeinung ist und nicht eine Frage von “sich trauen sowas zu sagen”. Damit wird impliziert, dass viele (auch Radverkehrsblogger) zwar glauben, dass die Regierung, das RKI und was weiß ich wer noch die Bevölkerung unterjochen will, aus Angst vor Repressalien diese Meinung aber nicht öffentlich kund tun. Gleichzeitig stehen die Texte dieser “Nachdenkenden” und “sich selbst eine Meinung bildenden” Menschen natürlich völlig unbehelligt und uneingeschränkt im Netz. Möglicherweise – und das ist meine Vermutung – haben die allermeisten Menschen einfach keine Angst vor Meinungsäußerung, sondern schlicht eine andere Meinung! Und das ist gut so.

Weiterhin wird gesagt, dass niemand nachdenkt, sich informiert und einfach hinterher rennt. Auch das ist eine fast schon böswillige Unterstellung. Möglicherweise denken andere Menschen auch einfach nur noch mehr nach, ziehen andere Quellen zu Rat und kommen zu anderen Schlüssen.

Ich bin jedenfalls erstaunt, dass es doch einige Menschen gibt, die nun so derartig – ich sage es mal mit den Worten dieser Menschen – den Verstand verlieren und sich öffentlich so abstrus äußern. Und ja, das ist Ihr gutes Recht. Niemand wird deshalb bei jemandem vorbei kommen und ihn mitnehmen. Nur irren sich diese Menschen, wenn sie das Löschen einzelner Artikel von ihnen auf Linklisten oder Kommentarspalten als einen Eingriff in ihre Meinungsfreiheit sehen. Man darf seine Meinung äußern! Das beinhaltet aber eben nicht, dass jeder Mensch einem anderen erlauben muss seine Meinung in seinem Wohnzimmer zu äußern und es bedeutet auf gar keinen Fall, dass diese Meinung unwidersprochen oder goutiert stehen bleiben muss. Genau das gehört zu Meinungsfreiheit dazu!

Ich fühle mich seit Mitte März in meinen Grundrechten überhaupt nicht eingeschränkt. Ich habe mein Leben so gut wie nicht verändert und vermisse absolut nichts. Einige Einschränkungen rühren von ziemlich bekloppten Mitmenschen her, die z.B. eine Zeitlang alles Klopapier und Hefe weggekauft haben. Und ja, es gibt Menschen denen es nicht so gut geht, oder die z.B. mit der Betreuung ihrer Kinder eine größere Aufgabe zu stemmen haben. Und ja, natürlich können wir einige Dinge nicht mehr machen wie noch vor zwei Monaten. Sitzungen fallen aus, die Kinder sind den ganzen Tag zu Hause, wir können bzw. konnten nicht in Urlaub fahren. Und ich finde das Tragen von Masken auch unbequem. Aber einmal beim Friseur für eine Viertelstunde oder während des Einkaufs im Supermarkt ist für mich keine Unterjochung der Bevölkerung, sondern einfach nur der Schutz anderer Menschen.

Maske auf
Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht einmal, ob das Tragen von Masken tatsächlich schützt. Es gibt aber einige Dinge, die darauf hindeuten: ich kann jemanden nicht mehr (auch nicht durch nicht beeinflussbares Niesen) anrotzen. Das sollte man mit etwas Menschenverstand auf die Reihe bekommen. Es ist auch total bescheuert, Autohäuser zu öffnen und Kitas geschlossen zu lassen. Das ist aber keine Verschwörung, sondern Dummheit. Es gibt einige Dinge, die ich kopfschüttelnd zur Kenntnis nehme – aber die halte ich der Tatsache geschuldet, dass es viele Protagonisten gibt, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen und einige Lobbies extrem viel Geld haben und ihre Interessen durch drücken können. Vieles davon ist alles andere als gut und das kann und sollte man ansprechen. Aber ich halte das für keine konzertierte Verschwörung oder einen Masterplan. (Ja, ich weiß, dass *die* Maske echt nichts bringt – außer Kälte abhalten.)

Wie gesagt, jeder darf seine Meinung so viel äußern wie er möchte. Aber daraus zu schließen, weil ich hier nicht über eine weltweite Verschwörung von Bill Gates, den Regierungen und den Reptiloiden schreibe, ich hätte Angst meine Meinung zu äußern, ist ähnlich abstrus wie an eine Verschwörung der Reptiloiden oder aller Regierungen auf der Welt zu glauben.

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21 Comments on “Grundrechtseinschränkungen und Meinungsfreiheit

  1. Du bist nicht der einzige der sich wundert und der sich dem Vorwurf ausgesetzt sieht, die eigene Meinung habe sich in einem vorgegeben Rahmen zu bewegen. Bisher hat der Staat mir hingen keine Corana-bedingten Vorgaben gemacht und erst recht nicht solche engen Grenzen gesetzt wie sie ein gewisser Herr allen möglichen Menschen setzen möchte, die sich öffentlich (nur) zum Thema Radverkehr äußern möchten. Ich habe zu vielen Dingen eine Meinung, aber öffentlich äußere ich mich nur zu einen bestimmten Bereich. Und auch wenn es mache nicht glauben, mache ich das aus freien Stücken, dass ich nicht alles öffentlich kommentiere.

  2. Hi Andreas,

    du hast so recht. Es ist traurig, wie sich Teile der Bevölkerung immer mehr in mekrwürdige Theorien reinsteigern. Diese Melange an Rechtsextremen, Verschwörungstheoretikern, Esoterikern, Impfgegner und so weiter, die sich wie auf dem Wasen treffen und fröhlich dabei helfen das Virus weiter zu verbreiten. Es kotzt mich nur noch an. Und dann dieses Ignorieren von Argumenten. Ich meine, wer will kann sich doch seriös informieren. Es gibt genug. Das müssen nicht mal die ach so bösen “Mainstream-Medien” sein, man kann auch die Originalquellen benutzen. Aber lieber solchen “Experten” wie Hildmann, Schweiger, oder gar Antisemiten wie Jebsen glauben.

    In besagtem Blog darf ich auch nicht mehr kommentieren übrigens. Aber schon vor den Ausgangsbeschränkungen. Aus meiner Blogroll habe ich es erst vor ein oder zwei Wochen rausgeworfen, weil ich nicht dabei helfen will Verschwörungstheorien zu verbreiten.

    • Und ich bin mir – auch nach nochmaligem Lesen meiner Kommentare – nicht bewusst, beleidigend gewesen zu sein. Da wird von “Totalverblödung” der Bevölkerung gesprochen, oder dass ich (immerhin bin ich vielleicht auch ein Teil dieser Alltagsradlerblase) Angst hätte meine Meinung zu äußern. Wird das dann aufgeklärt bzw. widersprochen, dann ist das beleidigend. Andere Meinungen sind ganz offensichtlich doch nur dann erwünscht, wenn es nicht anderslautende, sondern die gleiche Meinung von anderen geäußert ist.

      Ich finde die Entwicklung besorgniserregend und verstörend.

    • Ich verstehe auch nicht, wie man so merkwürdige Theorien vertreten könne, wie z. B. die Fahrbahn sei für Radfahrer sicherer als Radwege. Wo doch so ziemlich überall das Gegenteil behauptet wird. Ich denke diese Fahrbahnfahrer sind irgendwelche Rechtsradikale, Verschwörungstheoretiker und andere komische Leute, die absichtlich Kinder und alte Leute in Todesfallen locken wollen. Da könnte ich echt nur kotzen.
      Echte Argumente muss ich ja nicht bringen, weil diffamieren ist viel einfacher.
      (Das gleiche Spiel kann ich auch noch mit dem Helmthema bringen. Einfach “Fahrbahn” mit “ohne Helm” ersetzen und “Radweg” mit “Helm”. Viel Spaß)

      Merkst du eigentlich noch was? Deinen Kommentar konnte ich so nicht stehen lassen. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln.

    • Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich nicht mit dem anderen Martin identisch bin. Und der Meinung bin, man kann nicht bei einem Thema auf wissenschaftliche Argumente hören, bei anderen Themen sie aber komplett in den Wind zu schreiben.

    • “wer will kann sich doch seriös informieren.”

      Die Schwubeler glauben doch dran, dass Ihre Erkenntnisse und Quellen seriös sind. ich erinnere mich da gerade an jemanden, der ständig bezüglich Klimawandel Videos und Links zu EIKE eingestellt hat und dort ein toller Physik-Nobelpreisträger als Experte Schwurbelei verkündete, dem man sein Wissen doch nicht mit Belegen und “unseriösen” Gegenbeweisen aus dem restlichen Internet und Wikipedia madig machen sollte.
      Außerdem war in der Bildecke der einen Video-Quelle noch ne schwarz-rot-gold-Flagge zu sehen, was mir immer nur sagt, dass da irgendwelche Rechtsauußenpopulisten und Alternativmedien mit drin hängen.

      Oft liest man z.B. bei Allmystery von Schwurbelern Kommentare in der Art “könnte es nicht auch anders sein”. Die Einen versuchen sachlich diverse Themen zu seltsamen Phänomenen aufzuarbeiten, die Anderen glauben ganz fest an Ufos, Geister, uvm., was immer zu unendlichen Diskussionsketten führt. Bringt absolut nichts, darauf einzugehen, reine Zeitverschwendung.

      Und Trollerei darf man auch nicht unterschätzen, also gewollte Provokationen von Diskussionen und Streitereien.

  3. Es sind nicht Cornona oder die Verordnungen der Regierung, die Einschränken, sodern die Unflexibilität im Kopf eines Teils der Bevölkerung das Beste daraus zu machen.

    Ich fühle mich in der Bewegungsfreiheit, hier speziell Radfahren und in den Grundrechten auch nicht wirklich eingeschränkt. Bei letzterem muss man auch immer die GG-Artikel komplett lesen und verstehen, da stehen nämlich immer in den hinteren Absätzen die Beschränkungen und Verweise auf andere Gesetze.
    Da ich im östlichen Niedersachen lebe und auch gerne mal in Richtung Sachsen-Anhalt in Richtung Harz, Halberstadt, Osterwiek uvm. unterwegs war, musste ich natürlich aufpassen, dass ich mich an die Regeln hate, da derzeit “Tourismusverbot” besteht und somit eine Tour auf den Brocken entfällt.

    Die Berichterstattung zu Corona beobachte ich schon mindestens seit Ende Januar genauer und vermeide freiwillig Kontakte. Beim Einkaufen besorge ich mir schon Vorräte für 3-4 Wochen, auch mal zwei 16er-Großpakete Klopapier , aber das war vorher im alten Jahr auch so. Der Stress hat sich definitiv erst durch das Hamstern aller ergeben und daran, das mir dann hinterher verboten wurde meine “normalen” Einkäufe so zu erledigen, wie ich das will. Ich durfte z.B. nur zwei Pakete Haferflocken mitnehmen, wo ich sonst fünf kaufe, die Beschränkung stand auch nicht am Regal dran, sodass ich erst an der Kasse darauf hingewiesen wurde, insofern nicht mal mein Fehler. Gleichzeitig jedoch war keine Beschränkung bei den Gemüse-Konserven, hatte gleich zwei Paletten (Monatsvorrat) mit drauf gestellt. Man wird ja auch gezwungen jetzt zu kaufen was da ist, weil man nicht weiß, wie es in einer Woche aussieht, außerdem gehe ich ja weniger Einkaufen und vermindere so das Ansteckungsrisiko, wenn ich einen etwas größeren Vorrat habe.

    Diejenigen, die nun gegen Einschränkungen demonstrieren gehen sind teilweise irgendwelche Verschwörungsschwurbeler, Esoteriker, Rechtspopulisten und Rechtsradikale, die nun ihre Chance sehen die bestehde Ordnung zu stören, Verwirrung und Chaos anzustiften, ggf. die Macht ergreifen wollen.
    Das ist im Moment die größte Gefahr, zu der auch dass Internet und vorallem die Vernetzung über soziale Medien beitragen. Wo früher ein selbst ernannter Reichsbürger kaum Bekanntschaft als Dorftrottel über die Grenzen seines Dorfes hatte, schwurbeln heute tausende solcher Typen im Internet und schließen sich zusammen, verabreden sich, treffen sich.

    Ich sehe allerdings auch einen Teil der Bevölkerung, der bis dato “gut behütet” systembedingt in einer konsumgeilen Party- und Spassgesellschaft gelebt hat, wo alles im Überfluss ohne Einschränkungen zur Verfügung stand und konsumiert wurde. Fußball, Veranstalltungen, Diskotheken, Reisen, Tourismus, kurz und knapp gesagt Opium fürs Volk, Brot und Spiele zur Ablenkung sind wech. Diese egoistischen Demonstranten jammern doch auf extrem hohen Niveau, haben nie einen echten Notstand erlebt, wollen nur wieder Party machen oder nach Malle. Ich habs bei meinen Runden gesehen, da waren plötzlich aus langeweile Leute in den Parks und Wäldern, die man sonst nur in Clubs und Muckibuden verorten würde und Radfahrer, die ganz offensichtlich das erste mal wieder fahren.

    Bis Corona hat unser System, welches auf der einen Seite für Arbeit sorgt, auf der anderen Seite Ablenkung bietet so gut funktioniert, dass kaum einer gemerkt hat, wie es am unteren Rande ist, also bei Arbeitslosen, Obdachlosen, chronisch Kranken, Behinderten, Frührentnern. Diese Gruppen leben teils schon sehr lange und dauerhaft mit Beschränkungen, Mobbing und Einschränkungen der Grundrechte. Jetzt haben viele vorrübergehend keine Arbeit, müssen Geschäfte und Gastronomie schließen und haben ggf. Angst ihren Job ganz zu verlieren. In den USA ist das nun besonders ausgeprägt, wo die Arbeitslosenzahlen sich exorbitant durch Corona vervielfacht haben. Hier hat der Staat noch einiges abgefangen, aber die Angst steht den Leuten ins Gesicht geschrieben, zumal auch nicht alle Jobcenter sich an die geltenden Sonderregualien während der Corona-Kise gehalten haben und die Antragsteller unter Druck gesetzt hat.

    ich sehe das Internet und die sozialen Medien darin auch als große Gefahr für uns alle an. Hier kann jeder irgendwas behaupten, was nicht stimmt, kann jeder irgendwelche Links zu Schwurbelseiten einstellen und das als einzige Wahrheit dastellen. Gegenstimmen, die davor warnen werden mitterweile schon in einigen Foren gesperrt. So ist es mir mal während eine Klimawandeldiskussion ergangen, hab einfach immer wieder die falsche Meinung kundgetan, Belege zum Klimawandel eingestellt und somit die Nutzer des Forums und die ganze Schwubeler-Administration verärgert, als ich mich an einen Moderator zwecks persönlicher Aussprache gewandt hatte. Hätt ich vorher gewusst, wie die Ticken, hätte ich mich da nie angemeldet.

    Es ist mittlerweile schwer geworden selbst eine Hobby-Internetseite zu kreieren, alles wird reglementiert und das Internet immer mehr kommerzialisiert. Die Großen können im Prinzip machen was sie wollen, dem Kleinen werden Fallgruben gestellt. In den sozialen Medien und Videoportalen kann jeder Sch…. gepostet werden und wird nicht enfernt, aber wehe dein Impressum fehlen oder die AGB und Haftungsbeschränkungen sind nicht wasserdicht. Ein Kumpel sagte mir gestern abend erst, dass er genau deswegen keine Hobby-Homepage mehr erstellen wird und wir stellten fest, das viele private Hobby-Internetseiten in unseren Favoriten bereits verschwunden sind und damit auch viele gut gepflegte Informationen zur Regionalgeschichte für immer verloren gegangen sind. Das Internet-Archiv gibt diese Seiten auch nur teilweise und unvollständig wieder.

    Lieber Andreas, liebe Mitleser, passt auf Euch auf, achtet gut darauf wem Ihr Euch anschließt. Aus mehrfacher eigener Erfahrung mit Chats, Foren, aber auch Gruppen im Real-Life, ja sogar Verwandten und Nachbarn weiß ich sehr gut, dass man auch mal auf der falschen Seite landen kann, Schwurbeler und Populisten kennt, den falschen Leuten vertraut und dann letztendlich feststellt, dass weniger Aktivität und Engagement mehr gewesen wäre.
    Ich denke diese Krise müsste genutzt werden um mehr für den Umweltschutz und eine Verkehrswende daraus zu ziehen, die vollkommen egoitische Ellenbogen- und Selbstdarstellergesellschaft zu ändern, an den Stellschauben der Wirtschafts- und Arbeitswelt etwas zu drehen, sowie das Bildungswesen zu reformieren, damit alle zufriedener werden und wir unsere Existenzgrundlagen nicht zerstören.

  4. So dumm ich diese ganzen Verschwörungstheorien auch finde, ich kann verstehen, warum manche Leute gerade richtig hohl drehen. Viele mussten gerade einen großen Teil ihrer Hobbys einstellen und stehen eventuell vor dem kompletten Aus ihrer Existenzgrundlage. Das kann eben ganz schön auf die Psyche schlagen. Aber da muss man halt durch.

    • Ich sehe das Problem darin, dass viele von den VTlern in einer Internet-Filterblase leben, nur noch die Alternativmedien konsumieren und auch automatisch über die Suchfunktion vorgesetzt bekommen. Jeder kennt es, man schaut ein Video auf einer bekannten Videoplattform und bekommt dann ähnliche Videos angeboten; man sucht in der bekanntesten Suchmaschine etwas und bekommt ganz oben oft entweder Werbung oder auch mal unseriöse Seiten angeboten. je mehr man bestimmte Sachen anklickt, umso mehr bekommt man denselben Kram. Dazu tragen dann noch Links zu Alternativmedien, welche von anderen Internetnutzern in den sozialen Medien, Foren und Kommentarspalten gestreut werden bei.

      Die ganzen radikalen und pseudowissenschaftlichen Anbieter im Netz wissen das irgendwie auch und machen sich sowas zu Nutze. Gestern abend sah ich im ÖR-TV die Sendung “Infokrieger”, welche genau das Thema behandelt. Das Internet ist sozusagen ein virtueller Kriegsschauplatz mit gesteuerter Propganda auf Alternativmedienkanälen, die unsere Gesellschaft spalten soll und tut.

      Noch problematischer ist, dass es mittlerweile Softwareprogramme gibt, die sowohl Sprache und Bild so gut imitieren, dass man Videos mit bekannten Persönlichkeiten fälschen kann und denen Sachen in den Mund legt, die nie wirklich geäußert wurden. Die nächste Stufe wird dann wahrscheinlich sein, das sich Hacker in die digitalen Verbreitungswege der Mainstreamsender einklinken und z.B. die echte Tagesschau zunächst unbemerkt gegen eine virtuelle Fake-Tageeschau austauschen könnten.

      Mal weiter gesponnen könnte das unsere ganze digitale Smart-Homei-Media-Welt schwer betreffen, wenn echte Meldungen und Apps durch Fake-Inhalte und Schadpogramme ausgetauscht werden. Unsere Bevölkerung scheint ohne digitale Lösungen auch nicht mehr existieren zu können, den eigenen Kopf und einen Notizzettel aus Papier zu benutzen oder ins Lexikon zu schauen scheint im Zeitalter von Smart-Home nicht mehr möglich zu sein.

      Ich bin ja schon bißchen Älter, wünsche mir daher lieber die Analogzeit ohne Internet zurück, weniger Stress, keine Überwachungs-Kamera an jeder Ecke, bzw. Drohnen in der Luft, keine Alternativmedien, Wissen in Büchern aus der Bibliothek, quasi keine nationale bzw. globale Vernetzung von Extremisten, VTlern usw.
      Wenn man z.B. sieht, was der Twitter-Präsident der USA so sagt, stellt man fest, dass Er wohl auch mittels “Wissen” und “Quellen” aus dem Internet regiert, statt auf Fachleute und Berater zu hören. So langsam fliegt ihm das aber dank Corona um die Ohren.

      Die Digitalisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche und Institutionen ist eine große Gefahr für die Menschheit und hat eigentlich nur für wenige einen echten Nutzen.

      Kennt eigentlich jemand den Roman “1984” von George Orwell?

    • An Radfahrer:
      Deine Grundannahme ist falsch. Daher ist dein kompletter Kommentar nutzlos.
      Du stellst es pauschal so dar, dass alle alternativen Medien falsch berichten und die Mainstreammedien, wer immer das auch alles ist, immer korrekt berichten. Und falls nicht, war es ausversehen.
      Ich möchte nur zwei kurze Sachen mitgeben. (Mehr Energie ist mir das hier nicht wert. Sonst könnte ich hier schön weit ausholen):
      1. Guck dir einfach mal nachdenkseiten.de an. Aber Achtung, kein Mainstream, sondern “böse böse” alternativ. Dafür guter Journalismus, wo viele Themen von mehreren Seiten aus beleuchtet werden.
      2. Guck dir die Verstrickungen der großen Medienhäuser mit sehr reichen Leuten an und ebenfalls die Verstrickungen der ÖR mit Politik. Und dann überlege weiter, welches Interesse diese Leute und Politik haben und wie berichtet wird. Wenn du das getan hast, frage ich dich, ob du meinst, dass die Mainstreammedien unabhängig berichten.

    • > Du stellst es pauschal so dar, dass alle alternativen Medien falsch
      > berichten und die Mainstreammedien, wer immer das auch alles ist,
      > immer korrekt berichten. Und falls nicht, war es ausversehen.

      Aber das ist doch das Gleiche, was die Jünger der sog. “alternativen Medien” von den “Mainstreammedien” behaupten. Du sagst also, dass die nichts besser oder anders sind. Ich denke gar nicht, dass alles was in irgendeinem Youtube-Video von einem Menschen erzählt wird grundsätzlich falsch ist. Ich bin aber in der Lage selbst zu denken, Schlüsse zu ziehen und auch andere Quellen zu Rate zu ziehen und dann zum Ergebnis zu kommen, dass möglicherweise einiges, was von Menschen auf Youtube oder anderen “alternativen Medien” geteilt wird, nicht nachweisbar, falsch geschlussfolgert oder viel zu stark vereinfacht ist. Und nur weil ich das nicht hysterisch raus in die Welt schreie, ist das nicht weniger überlegt – eher mehr!

      Leider gelingt das den engstirnigen Verfechtern der These alle “Mainstreammedien” seien politisch gesteuert nicht mehr. Das was als “eigenständiges Denken” bezeichnet wird, ist in aller Regel ein eingefahrenes Nachplappern. Wenn man nämlich andere Fakten darlegt, wird sofort reflexartig “Lügenpresse” geschrien.

      Ganz ehrlich, mehr Energie möchte ich auf solche Repliken auch nicht mehr verwenden.

    • an martin:
      Die Nachdenkseiten kenne ich, schaue ich mir ab und zu an, Kapitalismuskritik, soziale und ökologische Themenbereiche sind auf meiner Linie, weil ich die Folgen wie klimawandel, Umweltzerstörung, Waldtsterben, diverse soziale Probleme nun überall schon mehrfach erlebt habe und immer wieder sehe wie die Menschen mit er Umwelt umgehen. In den 1980ern hatten wir z.B. nämlich auch schon mal ein Waldsterben und gesundheitliche Probleme durch ungereinigte Rauchgase aus Industrie, Kraftwerken und Kraftverkehr, sowie giftigen Abwässern in Flüssen, Baustoffen, Sondermüllhalden.
      Von tiefroten kommunistischen Träumen halte ich genauso wenig wie braunen Mist von der rechten Seite, Kapitalismus ist die Herrschaft des Geldadels und beutet alle anderen aus. Es muss einen Mittelweg geben, der alle zufrieden stellt. Aber das ist Illusion, weil wir Menschen Egoisten und Neider sind, sich oft für was besseres halten und mit dem Finger auf andere zeigen, während sie selbst nicht besser sind und Schwächere ausnutzen um sich daran zu bereichern.

      Andreas hat recht, man sollte wieder eigenständig denken lernen, wahre Fakten erkennen können und nicht jeden Unsinn nachplappern was einem irgendwelche seltsamen Leute in der Youtube-Universität erzählen.
      Ich traue den Mainstreammedien mehr, hinterfrage für mich aber auch da Fehler und Widersprüche.
      Corona hat mir mal wieder gezeigt wie planslos und inkompetent unsere Regierungsvertreter sein können, allen voran Jens Spahn, die “spahnsche Grippe” erinnert irgendwie an die ersten Nachrichten über Tschernobyl 1986, wo es hies, dass man alles im Griff hat, hier nichts passieren kann weil tausende Kilometer entfernt, dann kam aber die Fallout-Wolke nach Deutschland, so wie Corona heute hier einsickerte.
      Mittlerweile geht mir jedoch jedes bißchen Corona in den Nachrichten auf den Nerv, ist viel zu viel komplexe, teils widersprüchliche Berichterstattung und belangloser Talk dazu.

      Übrigens hat uns Bill Gates längst weltweit “geimpft”, mit dem PC-Betriebssystem Microsoft Windows nämlich. Wie gut, dass ich mein Linux habe ;-)

  5. Zu den Nachdenkseiten ein Artikel aus der (linken) taz: https://taz.de/Onlinemagazin-Nachdenkseiten/!5242175/

    Diese mehr oder weniger willkürliche Einteilung in “Mainstreammedien” und “alternative Medien” wird zwar gerne genutzt, wurde aber von den Rechten eingeführt um unliebsame Medien zu diffamieren. Übelster Auswuchs ist das Wort der “Lügenpresse”. Leider wird das unreflektiert immer mehr übernommen, in alle gesellschaftlichen Schichten. Aber was soll das eigentlich sein, Mainstream und alternativ? Sicher, jedes Medium hat seine Agenda, und weicht nur selten von der Linie ab. War beim Protest gegen S21 deutlich zu sehen, jahrelang wurde das Projekt positiv flankiert in den regionalen Zeitungen. Erst spät kamen auch vereinzelte vorsichtig kritische Artikel dazu. Was ist dann mit der Kontextwochenzeitung? Die legt gerne den Finger in Wunden. Ist diese Wochenzeitung nun Mainstream oder alternativ? Oder kleine lokale Internetzeitungen wie Seemoz oder L-IZ? Oder nur Zeitungen wie Compact oder die National-Zeitung eines Gerhard Frey?

    Wie Andreas ausführt, nicht die Publikation ist entscheidend. Schließlich gibt es auf Youtube auch Kanäle wie Mailab, Rezo oder RegierungBW. Rezo ist ja zur Zeit auch für den Henri-Nannen-Preis im Gespräch, aber das nur nebenbei. Wichtiger als die Publikation ist eher eine gewisse Vielfalt und die Quellenlage. Und letztere ist auch dank dem Internet inzwischen leicht selbst überprüfbar, im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten.

  6. In einem der wenigen Radverkehrsbeiträge heißt es nun:

    Ich habe hier am 23. August einen längeren Kommentarstrang entfernt und möchte dies folgendermaßen begründen. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Argumentation im Stile des „Advocatus Diaboli“. Allerdings bewegen wir uns hier nun einmal in der Öffentlichkeit – und ich weiß, dass gewisse Behörden hier regelmäßig reinschauen. Ich halte es gerade auch deshalb für nicht zielführend, diesen teils durchweg radverkehrsfeindlichen und sich an keinerlei Recht und Gesetz haltenden Behörden auch noch Argumente (ob sie nun stichhaltig sind oder nicht) frei Haus zu liefern, warum sie ggf. doch richtig handeln könnten. Wer mich zwar in der Sache unterstützt, meine Argumentation jedoch für (sachlich oder rechtlich) angreifbar hält, kann mir das gerne mitteilen – privat per e-mail. Aber lass(t) es bitte sein, mir (ob nun gut gemeint oder nicht) öffentlich in den Rücken zu fallen! So, wie das ein gewisser Kommentator im Grunde wirklich bei jeder größeren Schweinerei immer wieder tut.

    Aber diese Haltung findet er selber problematisch:

    ch habe meine Meinung – und das war schon immer meine schwerste „Behinderung“ – immer ehrlich vertreten und dabei Null Rücksicht darauf genommen, inwieweit ich mich dadurch eventuell bei anderen unbeliebt mache. Klar, das macht einem das Leben nicht gerade leichter, denn wir leben in einer „Gesellschaft“, die keine Diskussionskultur mehr kennt; ja – vermutlich auch noch nie kannte. Die Chance, (zumindest im Kern) Gleichgesinnte zu finden, wird so natürlich nicht unbedingt größer – wenn jeder die abweichende Meinung des anderen als Anlass nimmt, mit diesem nichts mehr zu tun haben zu wollen.

    Wozu das führt?

    ich bleibe allein.

    • Ich habe seitdem nicht mehr bei ihm gelesen und nun nach Deinem Kommentar einmal kurz reingeschaut. Tja, “nachdenken” ist immer nur dann, wenn man zum gleichen Ergebnis kommt und “Meinungsfreiheit” nur dann, wenn man die eigenen Meinung äußert. Alle anderen sind saudoof.

      Ich glaube er hat “damals” schon nicht begriffen, dass wir was den Radverkehr angeht so ziemlich einer Meinung waren. Er ist wirklich in einer sehr merkwürdigen Blase gefangen und macht es sich mit seinen Theorien darin bequem.

    • Er beklagt, dass es nicht bequem ist … Und er beklagt, dass “wir” nicht mehr lesen und kommentieren und ihn keiner sponsort und sich auch keiner ohne wenn und aber seiner Meinung anschließt.

      Es bleibt schade, dass er Hinweise immer ableht und als “in den Rücken fallen” etc. kritisiert, denn er hat ja vor Corona das eine oder andere wichtige Thema aufgegriffen, was die Radblase nicht auf dem Schirm hat.

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