Rückbau der Mindener Straße dringend notwendig

Unterlagen für den Ausschuss

Im gestrigen Ausschuss für Stadtentwicklung wurden uns die Zahlen der Verkehrszählung für die Mindener und einige umliegende Straßen vorgestellt. Begonnen wurde mit der Entwicklung seit 2002, die für das nächste Jahr noch von ca. 56.000 KFZ am Tag ausging. Tatsächlich zeigte sich bereits um 2011 herum, dass wesentlich weniger Verkehr die Mindener Straße verstopt. Knapp 41.000 Fahrzeuge rollten damals pro Tag über die Stadtdurchfahrung.

Da sah es so aus, wie wir es alle kennen. Voll. Die Nordumgehung ist nun geöffnet und ausgehend von ca. 80% Durchgangsverkehr sollte nun wesentlich weniger auf der Mindener Straße los sein. Die gestern präsentierten Zahlen zeigten dann auch einen deutlichen Rückgang. Wenngleich dieser deutlich kleiner ausgefallen ist, als er rein rechnerisch sein müsste und ich ihn mir auch gewünscht hätte. Knapp die Hälfte ist weniger los. Das ist eine ganze Menge, aber immer noch passieren zwischen 13.000 und 22.000 KFZ die Straße – je nachdem an welcher Kreuzung man zählt.

Diagramm zur Verkehrsbelastung der Mindener Straße im Tagesverlauf

Der Herr von SHP Ingenieure sah das auch kritisch und erläuterte, dass mit diesen Zahlen Kreisel an den Knotenpunkten leider nicht möglich sein. Dazu müssten die aktuellen Zahlen noch einmal um ca 30% gesenkt werden. Das ist auch durchaus möglich, wurde erklärt. Der Planer erinnerte uns daran, dass er bei vergangenen Präsentationen uns schon gesagt hätte, direkt mit Öffnung der Nordumgehung müssten die Bagger auf die Mindener Straße rollen. Das haben wir wohl nicht so ganz hinbekommen.

Allerdings: der zweispurige Rückbau mit je einem Fahrstreifen für KFZ je Richtung ist gesetzt. Das wird so kommen, wurde uns in der Sitzung gesagt. Auch die Trasse des Radschnellweg auf der Mindener und im Verlauf der Kanalstraße ist wohl beschlossene Sache. Wir müssen nur so schnell wie möglich anfangen zu bauen, um die Durchfahrt für den motorisierten Individualverkehr unattraktiv zu machen und gleichzeitig für alternative Verkehrsmittel wie den ÖPNV und vor allen Dingen das Fahrrad zu attraktivieren!

Abbiegen von der Dehmer auf die Mindener Straße am 04.09.2011


Denn die immer noch sehr hohen Verkehrszahlen resultieren aus dem Effekt “Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten!”. Er ist stadtintern und selbst gemacht. Laut der Präsentation gestern nutzen nun viele Bad Oeynhausener die freien Straßen (der Verkehr auf der Eidinghausener Straße ist z.B. deutlich zurückgegangen), um mit dem Auto zu fahren. Interessant auch, dass diese neuen Verkehre exakt zu den Stoßzeiten morgens und spätnachmittags auftreten. Ich bin übrigens davon überzeugt, dass das an schulfreien Tagen anders aussieht! Was heisst überzeugt, das ist so. Ich sehe es ja jeden Tag ;-) Erinnert wurde mit einer Folie auch noch einmal an den im Rahmen des “Konzept klimafreundliche Mobilität” ermittelten Modal Split: fast 60% der Bad Oeynhausener benutzen für Strecken bis zu zwei Kilometern bereits das Auto! Eigentlich unglaublich.

Auf Nachfrage konnte nicht gesagt werden, wieviel dieses Verkehrs “alte” Ausweichverkehre von Schleichwegen sind, welcher nun die großen Straßen nutzt. Es ist jedenfalls Verkehr, der vorher in der Form nicht vorhanden war und nach Freigabe der Nordumgehung entstanden ist. Daher – so die Empfehlung – müssen wir auch dringend anfangen, etwas zu tun. Wenn wir nun im Zweimonatsrhythmus zählen würden, bekämen wir jedesmal höhere Werte heraus. Eine Möglichkeit die ich angeregt habe ist, den Teil der Mindener Straße welche zur Gemeindestraße zurück gestuft wird, bereits in “Radschnellweg” und Fahrbahn für KFZ aufzuteilen. Einfach die jeweils rechte Spur für den Radverkehr reservieren und so einfachst eine Einspurigkeit erzeugen. Das schien auch eine valide Möglichkeit zu sein.

Wir müssen schneller agieren als wir es bisher tun, um uns auf die Mindener Straße nicht zuviel Verkehr zu holen. Es ist möglich und es muss das Ziel sein, damit wir die Chancen, welche die Nordumgehung für die Innenstadt bietet, auch nutzen. Sonst hätte uns dieses Bauwerk leider nichts gebracht außer eine dicke Autobahn.

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