Überplanung Mindener Straße

In 4 oder 5 Jahren haben wir – mit etwas Glück und Spucke – endlich eine Umfahrung für die seit Jahrzehnten überlastete Autobahn mitten durch den Kurpark in Bad Oeynhausen. Diese sog. Nordumgehung wurde einzig zu dem Zweck gebaut, den Verkehr weg von der Mindener-/Kanalstraße zu bekommen. Und wenn ich so an andere Umfahrungen denke, dann scheint das doch eine vernünftige und praktikable Idee zu sein. Daraus ergeben sich natürlich auch Potentiale für die entlasteten Straßen. Die Mindener wird mit vier, an den Kreuzungen teilweise sogar 5 Spuren geführt. Das ist eine fies breite Verkehrsader mitten in der Innenstadt. Da kann man prächtig reduzieren und entschleunigen. Denn, das ist meiner Meinung nach sicher, es wird weniger Verkehr auf dieser Straße fahren. Vor einigen Jahren geisterten 80% Durchgangsverkehr durch die Medien, in den letzten Studien wird von mindestens 50% gesprochen. Das wären also statt 41.000 Fahrzeugen täglich, nur noch rund 20.000 – ein wenig viel für 2 Spuren in jede Richtung.

Ohne einen Rückbau wird folgendes passieren: die Autos werden *deutlich* schneller unterwegs sein, wenn sie eine derart breite Rennbahn vorfinden. Keine Lärmreduzierung, keine gesteigerte Sicherheit, keine gesteigerte Lebensqualität. Und es werden einige Fahrer weiterhin mitten durch die Stadt fahren, statt die Umfahrung zu benutzen. Nicht nur PKW, auch LKW – und dabei möchte ich noch nicht einmal unterstellen, dass letztere die Maut sparen wollen. Wegen Geld fährt ja auch nicht ein einziger Blumenlaster die B61 unter’m Berge lang. Um also das Tempo zu verringern und die Verkehrsströme zu leiten, ist es mehr als angeraten, bauliche Maßnahmen vorzunehmen, die sowohl zu schnelles Fahren als auch Vermeidungsverkehr verhindern. Zu allem Überfluss kann man damit auch noch etwas für die Lebens-, Wohn- und Geschäftsqualität entlang der Straße machen. Das alles zeigen die in den letzten Monaten vorgelegten Konzepte. Und man tut gut daran, sich früh etwas zu überlegen, um die Kosten für die eigentlichen Maßnahmen für die Stadt möglichst gering zu halten.

Darüber wird nun gemeckert, das sei rausgeschmissenes Geld, wir haben Wichtigeres zu tun, es ändert sich sowieso nichts. Nun, wenn man nichts tut, dann ändert sich tatsächlich nichts. Dann haben wir aber bald auch nichts Wichtigeres zu tun, weil dann Oeynhausen ganz tot ist und alles Geld ist raus geschmissen – egal wofür es eingesetzt wurde.

Und nicht zuletzt würden dann genau die Leute, die jetzt über Konzepte und Planungen meckern, nach Fertigstellung der Nordumgehung meckern, warum man denn im Vorfeld nichts geplant hat, man hätte doch gewusst, dass die Nordumgehung den Verkehr aus der Innenstadt holt.

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