Flattr fliegt raus

Zumindest falls sich da nicht dramatisch was tut. Angeregt durch einen Beitrag bei Caschy reposte ich hier mal meinen Kommentar: Kommentar bei Caschy:
Flattr wird auch bei mir rausfliegen, sobald ich die 10 Euro aufgebraucht habe. Das System beruht darauf, dass viele “verlieren” und einige wenige “gewinnen”. Da kann man wirklich sinnvoller und einfacher einen “Donate”-Button einbauen. Ich habe jetzt seit Einbau (ca. 3 Wochen) exakt einmal einen Klick gehabt, der exakt 11 Cent gebracht hat. Das ist mir die Verunstaltung des Blogs nicht wert.
Klar kann man agumentieren, dass es doch toll ist denjenige zu geben, denen man es gönnt. Aber mal ehrlich: baut man sich das nicht auf seine Seite, um damit selber von anderen etwas gegönnt zu bekommmen? Für den Aufwand den man hat? Oder einfach nur als Dankeschön für einen lustigen Beitrag? Eben.

Und andersherum, wer registriert sich bei Flattr um lediglich zu spenden? Ohne selbst davon zu profitieren? Genau, die allerwenigsten. Und nur diese Clientel würde dafür sorgen, dass man etwas von diesem System hat. Ich habe tatsächlich dort wo ich auf flattr-buttons gestoßen bin *und* mir die Artikel besonders gefallen haben, geklickt. Aber ehrlicherweise war das eher dünn gesäät. Allein die erste Bedingung war schon schwierig auszumachen – in meiner Readerliste.

Ich habe exakt einen Klick gehabt, bei über 2.500 Beiträgen und dem Forum. Das ist mir den Platz auf der Seite nicht wert.

Getagged mit: , , ,
8 Kommentare zu “Flattr fliegt raus
  1. qngt sagt:

    “Und andersherum, wer registriert sich bei Flattr um lediglich zu spenden”
    Ich zum Beispiel. Und ich sehe flattr auch primär für genau solche Leute. Flattr ermöglicht es mir unkompliziert Leuten ein Stück “Kuchen” zu schenken.

    So hab ich das Flattr-Video verstanden und nicht als Anleitung zum reich werden ;)

  2. Andreas sagt:

    Ich glaube vom “reich werden” hat auch niemand geredet. Mir geht hier um Aufwand und Nutzen. Wobei ich dem “Aufwand” eben auch die Optik des Buttons auf den Seiten zurechne. Es gibt ja nicht wenige Besucher, die sowas nervt.

    Ich gehöre zu den Leuten, die ebenfalls für Freeware schon freiwillig was zahlen oder die Shareware kaufen. Aber so ein System wie Flattr – so sehr ich den Gedanken dahinter auch gut finde – funktioniert einfach nicht so, dass die Kleinen was davon haben. Und machen wir uns nichts vor, es wird damit geworben, dass auch diese was vom Kuchen abbekommen. Das funktioniert eben nicht. Die Leute sind so, das ändert auch Flattr nicht.

  3. qngt sagt:

    Also von “funktionieren” und “nicht funktionieren” zu reden in der closed-beta-Phase halte ich für sehr gewagt. Meine Hoffnung is allerdings auch sehr gering, aber da ich z.Z. Leute flattere, die ich seit Jahren lese/höre stört mich das (noch) nicht.

    Wenn du mehr Leser hast, die es nervt, als Leute die dich flattern wollen, dann bau den Button aus.
    Wenn du finanziellen Verlust machst, (und das nicht willst), dann melde dich ab.

    Was mich stört ist dieses “ich melde mich bei einer closed-beta an und wunder mich dann dass es nicht tut”-Verhalten, aber evtl. interpretier ich da auch zu viel rein in deinen Beitrag ;)

    Hab trotzdem mal was gebloggt (siehe Link) – bezieht sich aber nicht speziell auf deinen Kommentar.

    P.S.: Ja, Flattr wird im Idealfall das Internet verändern, die Leute sicher nich (aber wer das erwartet…)

  4. sofias. sagt:

    das mit dem button-look ist ein argument, aber wie es scheint so ein bisschen das einzige…

    zunächst ist es doch mal klar das manche mehr einzahlen als sie rausbekommen, an sonsten könnte auch niemand was rausbekommen.
    und wie es aussieht gehörst du im moment noch zu ersteren, so what?
    wenn es dir das geld nicht wert ist dann lasses halt, aber mich verwundert es ein bisschen das du im großen flattrsortiment nichts unterstützenswertes findest.

    vielleich könntest du auch mal dein blogdesign überarbeiten, das würde vielleicht mehr zum flattrn einladen…

  5. Andreas sagt:

    Also das mit dem Blogdesign geht ja wohl völlig am Thema vorbei. Und warum sollte ich speziell im Flattr-Pool suchen? Ich melde mich da doch nicht an, um mein Geld auf Teufel komm’ raus los zu werden, sondern denen was zu gönnen, die ich eh lese.

    Und mit Deinem zweiten Satz, Sofias, hast Du ja genau das geschrieben, was ich auch gesagt habe. Dein Beitrag war bis jetzt der, der am allerwenigsten einen Grund “zum Bleiben” gegeben hat.

    Das System ist auch noch zu wenig durchdacht. Letzte Woche habe ich z.B. dem Autor eines kleinen Tools zur Akkuüberwachung 5 Euro per Paypal überwiesen. Sowas mache öfter. Bei Flattr hätte er vielleicht nur 10 Cent bekommen – je nachdem, auf wie vielen anderen Seiten ich geklickt habe. Ich müsste, wollte ich ihm also was adäqautes spenden wollen, sowieso noch einen zweiten Spendeweg in petto haben. Und da ist dann das Problem, dass der nächste Kachingle auf seiner Seite hat und der Dritte das nächste tolle Ding.

    Nichts gegen Innovationen, aber ich halte das System für unausgereift bis überflüssig. Wobei ich den Gedanken eben auch gut finde, sonst hätte ich es nicht ausprobiert.

  6. qngt sagt:

    Gut, wenn du eh schon so fleissig spendest, ist flattr u.U wirklich nichts für dich – mir is das immer zu stressig, deshalb spende ich nichts – mit flattr dagegen schon :)

  7. Jetzt hast du einen 2. Punkt und meine volle Zustimmung. Wir müssen uns dabei fühlen wie Loser. Das brauch ich nicht. Mir reicht schon ein Blick auf die Statistikdaten. :-(

  8. Andreas sagt:

    Danke Horst :-) Das “Loser-Gefühl” kommt noch dazu.

    Hier noch ein weiterer Kommentar, den ich bei Caschy abgegeben habe:
    ———————-
    Dieses “Ihr habt nicht verstanden” ist ein beliebtes Totschlagargument, welches benutzt wird, wenn der Verwendende einfach nichts stichhaltiges mehr liefern kann. Es ist durchaus so, dass diejenigen, die “gegen” Flattr schreiben sich diese Meinung gebildet haben. Und nicht immer kommt das aus der Bild.

    Es gibt durchaus Gründe, warum man Flattr eben nicht einsetzen möchte. Das Geschäftsmodell *kann* einfach nicht so funktionieren, wie beworben. Ja, da steckt ein sozialer Gedanke dahinter, das wird allgemein akzeptiert. Aber wenn ich den ausleben will, benötige ich eben Flattr nicht, sondern kann das auch mit bestehenden Mitteln erledigen. Flattr ködert doch eben gerade damit, dass alle was vom Kuchen abbekommen – und das wird auch in Zukunft nicht so sein. Da mag es Leute geben, denen das egal ist (soziale Komponente) und andere, die den Kosten/Nutzen/Nerv-Effekt bedenken und Flattr nicht auf Ihren Seiten einbauen.

    Ob man es dann als “Bezahlender” weiter nutzt, bleibt ja jedem selbst überlassen und muss nirgends kommuniziert werden. Dann sind wir aber an dem Punkt, wo nur noch “die Großen” den Button einbauen und “die Kleinen” zahlen – weil deren monetärer Effekt eben so klein ist, dass sich der Einbau des Buttons z.B. im Verhältnis zur Ladezeit/Optik des Blogs nicht lohnt. Und genau dann sind wir bei der Situation vor Flattr. Ich komme zu dem Schluss, dass es sich nicht durchsetzen wird. Druckt es meinetwegen aus und haltet es mir unter die Nase, sobald Flattr an der Börse richtig Gewinne abwirft. Ich bin gerne bereit, Fehleinschätzungen zu korrigieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

*