Die Lücken im Radwegenetz schließen

NW vom 26.04.2007 …Der vorhandene Seitenstreifen an der Oberbecksener Straße, zwischen der Straße “Im Kerksiek” und der Weserstraße soll, wenn es nach der CDU geht, zu einem kombinierten Geh- und Radweg ausgebaut werden …

Das erste was mir bei diesem Artikel ins Auge stach war das Bild mit der Dame, die sich selbst massiv gefährdete, indem sie als Geisterfahrerin mit dem Rad am falschen Fahrbahnrand unterwegs war. Da gehört schon eine gehörige Portion Mut dazu derart mit seinem Leben zu spielen. Und verboten ist es auch noch. Insofern ein sehr schlechtes Beispielbild. Ich befahre die Oberbecksener Straße seit bestimmt 25 Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit dem Fahrrad – in den letzten 2 Jahren im Sommer recht häufig – und habe absolut keine Probleme mit Kraftfahrzeugen, wenn ich die Fahrbahn auf der richtigen Straßenseite benutze.

Symbolbild
Symbolbild – das ist nicht aus dem Artikel
aufgenommen am 29.04.2007 in Rehme

Ich stimme Herrn Nagel zu, wenn er sagt dass der Seitenstreifen an der Oberbecksener Straße zwischen Kerksiek und Weserstraße dringend eines Gehweges bedarf, damit dort Fußgänger sicher und sauber verkehren können. Diesen aber als kombinierten Geh- und Radweg auszuschildern ist kontraproduktiv bis gefährlich! Wie eigentlich bei jedem kombinierten Geh- und Radweg, bei linksseitigen – wie hier zu erwarten steht – nochmals mehr. Dadurch wird die Situation sowohl für die Fußgänger als auch für die Radfahrer doch nur verschlimmert, da sie sich eine schmalere Fläche als bisher teilen müssen. Dass es gemäß der StVo innerorts sowieso schon gravierender Gefährdungen auf der Fahrbahn bedarf, um einen Radweg so gestalten, mal ganz außen vor. Diese Situation ist an der Oberbecksener Straße einfach nicht gegeben.

In Bad Oeynhausen werden immer Fußgänger und Radfahrer in einen Topf geworfen. Es sind aber tatsächlich zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Oder soll ich mit meinem Rad mit 20 Km/h bis teilweise über 35 km/h zwischen den Fußgängern fahren? Ein Fahrrad ist nunmal ein “Fahr”zeug und deutlich schneller als ein Fußgänger. Warum soll ich mit meinem äußerst umweltfreundlichen Fahrzeug grundlos derart ausgebremst werden?

Das angesprochene Parkproblem bekommt man mit einem Gehweg übrigens nicht aus der Welt, wie der Antragsteller vermutet. Am Borweg, als Verlängerung der Oberbecksener Straße, sind jedenfalls die neuen Gehwege desöfteren zugeparkt. Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, wer den Radfahrern und Fußgängern die Probleme bereitet – die Autos in Bad Oeynhausen – und dort tätig werden, statt dafür zu sorgen dass genau diese Autos durch Benutzungspflichten für Radwege immer bessere freie Fahrt haben.

Ich hoffe man hat diese Dinge berücksichtigt, bevor man sie beantragt und umsetzt. Statt eines (mehr Fahrbahn verschlingenden) kombinierten Geh- und Radweges ist die Kombination aus schmalerem Gehweg und Versetzung des Zone-30 Schildes bis zur Weserstraße sicher die kostengünstigere, effektivere und dauerhaftere Maßnahme. Aber dann müssten ja Autofahrer Rücksicht nehmen …

Hier noch ein paar Beispiele, die veranschaulichen, warum ich Recht habe. Einfach wahllos die Polizeiberichte der letzten Tage grob überflogen. Die Unfälle passierten *alle* im Zusammenhang mit Rad- bzw. Gehwegen und weil diese benutzt wurden.

27.04.2007 – 12:20 Uhr, Polizei Minden-Lübbecke Minden (ots) Bereits am 25.04.07 ereignete sich gegen 07:40 Uhr auf der Meißener Dorfstraße ein Verkehrsunfall zwischen einer jungen Radfahrerin und einem Pkw. Die 9-jährige Radfahrerin befuhr die rechte Hälfte des Gehweges der Meißener Dorfstraße aus Richtung Grille kommend. Plötzlich kam Ihr ein anderen Radfahrer auf der linken Hälfte des Gehweges entgegen. Um einen Zusammenstoß auf dem engen Gehweg zu verhindern, wich sie auf die Straße aus. Dort fuhr zur gleichen Zeit eine Frau mit Ihrem roten Pkw in die gleiche Richtung. Somit kam es zu einer seitlichen Berührung zwischen Radfahrerin und Pkw. Das junge Mädchen verletzte sich dabei leicht am rechten Fuß. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 170.-EUR. Zeugen, die Hinweise zum Unfallgesehen machen können, werden gebeten sich bei der Polizei in Minden unter der Telefonnummer 0571/8866-1480 zu melden.
26.04.2007 – 12:17 Uhr, Polizei Minden-Lübbecke Petershagen (ots) Ein 15-jähriger Schüler aus Petershagen ist bei einem Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag im Bereich Maschstraße und der Straße Schloßfreiheit schwer verletzt worden. Er stieß mit seinem Fahrrad beim Überqueren der Straße frontal mit einem Auto zusammen.

Der Jugendliche fuhr kurz nach 17.00 Uhr auf dem linksseitig der Maschstraße in Richtung Schloßfreiheit gelegenen Geh- und Radweg. Als er entlang der stark abschüssigen Straße die Schloßfreiheit erreichte, wechselte er kurz vor dem am Feuerwehrgerätehaus befindlichen Tunnel, die Fahrbahn. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit dem Pkw eines 36-jährigen Mannes aus Petershagen, der in Richtung Landstraße 770 unterwegs war. Durch die Kollision schlug der Schüler mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe und schleuderte anschließend auf die Straße. Nach einer ersten Versorgung an der Unfallstelle durch den Notarzt kam er ins Klinikum nach Minden. Den entstandene Schaden schätzt die Polizei auf ca. 5.000 Euro.

25.04.2007 – 11:07 Uhr, Polizei Minden-Lübbecke Lübbecke/Innenstadt (ots) Leicht verletzt wurde ein 9-jähriger Junge bei einem Verkehrsunffall am Montagnachmittag gegen 15.40 Uhr. Er fuhr mit seinem Fahrrad auf dem Gehweg der Kaiserstraße und bog nach rechts auf den Gehweg der Osnabrücker Straße ab. Von dort wollte er die Straße auf dem Zebrastreifen überqueren. Als er sich etwa auf der Mitte der Straße befand, stieß ein von links kommender PKW gegen ihn. Der Junge, der einen Fahrradhelm trug, verletzte sich leicht und begab sich später mit seiner Mutter in ärztliche Behandlung. Die unbekannte Autofahrerin, die eine Brille trug und zwischen 40 und 60 Jahre alt war, setzte ihre Fahrt fort, ohne sich um den Jungen zu kümmern. Personen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Lübbecke unter Tel-Nr. 05741/277-0 in Verbindung zu setzen.
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Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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