Fahrradhelm

Noch bevor ich mich in meinem Blog zu dem tödlichen Unfall hier im Ort ausgelassen habe, allerdings ausgelöst durch diesen Vorfall, habe ich am 10.05. eine Mail an einen großen Helmhersteller geschickt.

Mal schauen, ob und wann ich eine Antwort bekomme.

Hallo,

ich fahre mit meinem Rad ca. 2.500 Km im Jahr auf der Straße und auch auf leichten Schotterpisten. Zukünftig wird auch mein kleiner Sohn – noch im Anhänger – mit auf der Piste sein. Angeregt durch den Tod eines Schülers in unserer Stadt, der mit dem Rad unterwegs war, versuche ich mich nun über die Sicherheitsaspekte von Fahrradhelmen zu informieren.

Ich habe bis dato nie einen getragen. Ich kenne den Helm vom Motorrad und würde dort auch nicht auf den Gedanken kommen, ohne zu fahren.

Jedoch ist das, was im Bereich “Fahrrad” als “Helm” angeboten wird, für mich sehr zweifelhaft in der Schutzwirkung. Natürlich bin ich sehr gern bereit, mich hier eines besseren belehren zu lassen.

Leider habe ich auch nach etwas intensiverem Stöbern im Netz und auf Ihrer Seite im speziellen keine Aussagen zur Schutzwirkung von Fahrradhelmen gefunden. Tests gibt es zu Hauf, aber dort werden nur die “schicke Optik”, der “angenehm luftige Tragekomfort” und die “tolle Passform” angepriesen. Mich interessiert, bis zu welcher Aufprallgeschwindigkeit der Helm tatsächlich Schutzwirkung bietet und in welche Richtung der Aufprall auf den Helm einwirken muß, damit er schützt.

Immerhin habe ich nur eine Styroporschale auf dem Kopf, die zur besseren Lackierbarkeit mit einer hauchdünnen Kunststoffschicht ummantelt wurde. Wie sieht es mit dem Risiko von Genickbrüchen aus, wenn ich mit der Kante des Helms seitlich auf dem Asphalt aufpralle, weil mich ein KFZ umgefahren hat. Die wohl häufigste Unfallursache, wenn ein PKW rechts abbiegt und meinen Vorrang beim Geradeausfahren mißachtet.

Gibt es Untersuchungen zu Nackentraumata, die hervorgerufen werden durch den erhöhten Kopfumfang durch den Helm in Verbindung mit der zerklüfteten Oberfläche des Helms, welche sich im Falle eines Sturzes an Unebenheiten verhaken kann?

Breche ich mir nicht mein Genick, wenn ich mit einem der modischen, mit Bürzel versehenen Helme auf den Hinterkopf falle? Motorradhelme haben diesen Bürzel nicht.

Gibt es Geschwindigkeitsempfehlungen, die ich mit einem Helm einhalten soll, damit eine Schutzwirkung gegeben ist? Ich fahre durchaus auch Geschwindigkeiten oberhalb von 40 Km/h … bergab auch schon mal über 60 Km/h.

Ich mache mir auch Gedanken um meinen Sohn. Ist die noch nicht fertig entwickelte Nackenmuskulatur des Kindes überhaupt in der Lage, die doch bemerkbar größere Masse am höchsten Punkt des Körpers im Falle eines Aufpralls zu stützen, oder bricht sofort das Genick, wenn eine seitliche Kraft (z.B. ein KFZ) auf den Körper auftrifft und der Kopf aufgrund der Masse und der fehlenden Muskulatur nicht so schnell dem Körper folgen kann?

Warum haben Fahrradhelme scharfkantige “Schirme” vorne, die teilweise mit Klettband oder Druckknöpfen befestigt werden? Werden diese nicht als erstes in die Augenregion des Gesichtes gedrückt, falls ich frontal mit dem Kopf auf ein Hindernis pralle?

Wo finde ich die Ergebnisse und Beschreibungen der der von Ihnen sicherlich durchgeführten Crash- und Belastungstests der Helme?

Warum fahren Radprofis im Training nicht mit Helm?

Wie gesagt, ich bin mir sehr unsicher, ob ein Helm für mich und meinen Sohn sinnvoll ist, oder ob die negativen Auswirkungen nicht den möglichen Vorteil mehr als wett machen. Tatsächlich bin ich schon desöfteren gestürzt, aber bisher lediglich einmal auf den Kopf und da möchte ich nicht wissen, was mit meinem Hals passiert wäre, wenn der Kopf einen noch größeren Umfang gehabt hätte. So war es nur eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung.

Viele Grüße und vielen Dank für die Test, Auswertungen, Statistiken und Antworten im voraus!

Andreas Edler

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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