Sinnlosestes Bauwerk Oeynhausens – Brücke über dem Borstenbach

Gesehen hatte ich es im Vorbeifahren schon desöfteren, gestern bin ich dann mal mit dem Rad zwecks näherer Betrachtung zur neuen Fußgängerfurt an der Bachstraße in Oberbecksen gefahren. Dort ist die Straße in der Unterführung der Südbahntrasse tatsächlich sehr schmal, da sie sich diese mit dem Borstenbach teilen muß. Autos passen mit Mühe nur wechselweise hindurch – zusätzlich mit Radfahrern oder Fußgängern ist es unmöglich. Unglücklicherweise ist es aber auch der Hauptschulweg für die Oberbecksener Kinder auf dem Weg in’s Schulzentrum Süd. Was ist also zu tun?

Einfachste Lösung: Einbahnstraße für Autos – die Oberbecksener Straße existiert und wird von den rasenden Muttis eh lieber benutzt, da keine 30 Zone – und für Fußgänger und Radfahrer in beide Richtungen frei geben.

Aber nein, das wäre zu einfach! Stattdessen wird ein Fußgängerweg gebaut. Gut, kann man machen, Borstenbach an der Stelle verrohren und plötzlich massig Platz für eine vernünftig breite Straße inkl. Fußweg. Äh, nö, das wäre ja auch einfach.

Der Borstenbach ist an dieser speziellen Stelle ökologisch extrem wertvoll und schützenswert. Ist einzusehen! Das an dieser Stelle 10 Zentimeter tiefe und durch die Begradigung äußerst schnell fließende Wasser beherbert neben Coladosen-Kulturen, angeschwemmten WEZ-Tüten und halben Kochtöpfen sicher auch Unmengen an Bachkrebsen, Stichlingen und Forellen, die sich ja bekanntermaßen gerne dort ansiedeln, wo sie den ganzen Tag gegen die heftige Strömung anschwimmen müssen. Außerdem besteht durch die Verrohrung eine akute Überschwemmungsgefahr, da sich im Bach bei Hochwasserkatastrophen – für die Ostwestfalen ja bekannt ist – allerlei Unrat verfangen könnte.

Was ist also zu tun? Man legt den Fußweg hoch! Richtig gehört! Dadurch wird natürlich der Durchweg für Autos noch schlechter einsehbar – aber dafür hat man den Vorteil einen Arsch voll Geld für dicke Stahlträger ausgeben zu können, die man strömungstechnisch möglichst ungünstig ins Bachbett rammen kann, damit sich hier lustige Wellenbrecher bilden. Selbstverständlich sind diese Träger mit irgendeinem Voodoozeug beschichtet, denn sonst würde sich ja hier andauernd ein Damm durch hängengebliebenes Holz u.ä. bilden.

Weiterhin wird man auf diese Stelzen einen Gitterrostweg(!) aufbauen, damit Licht an den wertvollen Bach gelangen kann. In einem Tunnel ist das natürlich extrem wichtig, sonst schwimmt das ganze Fischvolk ja immer gegen die Stahlträger. Und außerdem kann man so als Fußgänger besser nach unten gucken und hat was von der Natur! Fahrradfahrer können diesen Hochweg leider nicht sicher benutzen, da man auf den Rosten wie auf Eiern fährt und man Angst haben muss, sich das Profil mit den Stahlzacken der Roste von den Reifen zu reißen.

Richtig gut gelöst ist auch die Möglichkeit, diesen Weg zu erreichen. Dazu muß man lediglich kurz vor dem in einer Kurve gelegenen, durch den Hochweg nicht mehr einsehbaren Tunnel, die Straße überqueren – hinter den Tunnel geht’s natürlich genauso wieder runter.

Ich bin begeistert! Hier hat man mal richtig mitgedacht und die Steuergelder sinnvoll eingesetzt! Dank dafür an alle Beteiligten!

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