Amazon Echo / Alexa mit Homematic und Osram Lightify

Amazon Echo frisch ausgepackt

Vor vielen Monden habe ich mich bei Amazon für einen Amazon Echo / Echo dot beworben … und immer noch keine Einladung. Ein Arbeitskollege hat sich nach meinem Hinweis aber ebenfalls registriert und ziemlich zeitgleich mit meiner Entlassung aus dem Krankenhaus den Zuschlag bekommen. Da er gerade anderweitig eingespannt war, hat er mir netterweise seinen Echo überlassen und bekommt meinen, sobald ich den Zuschlag bekomme.

Wurde mir dann sogar einen Tag nach Nikolaus frei Haus geliefert und während einem kleinen Schnack ausprobiert und eingerichtet. Das geht mit der App, welche man sich unter http://alexa.amazon.de herunter lädt, ziemlich fix. Während wir noch auf dem Sofa saßen, konnte ich schon die ersten doofen Fragen an den kleinen Brüllwürfel stellen. Radio über TuneIN hören klappte auf Anhieb. Inzwischen hat der Echon seinen Platz im Regal neben der „richtigen“ HiFi-Anlage gefunden und ich höre hier im Wohnzimmer fast ausschließlich darüber Musik.

Der Klang ist recht ordentlich. Es ist zwar nur Mono und sowas wie der versprochene Raumeindruck kommt nicht ansatzweise auf, aber es schraddelt nichts, es wummert nicht, es ist wunderbar um im Hintergrund Musik zu dudeln. Völlig unaufdringlich. Und wenn es lauter soll, dann klappt das auch. Dass aus dem Ding kein Bass raus kommt, sollte klar sein – aber abseits dessen ist der Klang angenehm.

Echo im Regal verstaut

Nach ein paar Stunden musste ich das Codewort nach Intervention der Frau ändern. Die hat jedesmal hochgeschaut, wenn ich den Lautsprecher mit „Alexa“ anredete … so heisst er jetzt eben „Echo“. Klappt genauso gut. Mehr als Witze erzählen lassen, nach dem Wetter fragen oder die anstehenden Termine ansagen, konnte der Echo jedoch erstmal nicht. Die Hausautomation habe ich mit keinem unterstützten Hersteller realisiert.

Homematic

Homematic hat zwar eine Skill – die Funktionserweiterungen durch Drittanbieter für den Echo – angekündigt, aber der wird dann wahrscheinlich nur die neuen IP-Geräte unterstützen. Ich bin hier herkömmlich mit der CCU2 unterwegs. Allerdings wird Hue von Philips unterstützt und da habe ich dann was zum Basteln gefunden. Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin, aber im Keller läuft nun auf einem Rechner eine HA Bridge von BWS-System.

Oberfläche der HA Bridge

Dort kann ich sehr einfach die Geräte aus meiner Homematic-Installation einbauen welche dann gegenüber dem Amazon-Echo als Hue-Devices erkannt und genauso angesprochen werden können. Hört sich kompliziert an, ist aber echt kein Hexenwerk. Die Bridge ist ein Stück Java, welches auf einem Rechner laufen muss und hier seit 3 Wochen völlig unbemerkt seinen Dienst tut. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass man keinen Internetzugang dafür benötigt. Außer dem, den der Echo braucht, um den Befehl zu analysieren. Die Steuerung bleibt bei mir im Netz.

Und nun können wir im Wohnzimmer die Beleuchtung per Sprachbefehl ein- und ausschalten und – mit Abstrichen – auch dimmen. Ich hab’s leider noch nicht hinbekommen, über den Echo die Prozentwerte vernünftig durch die HA Bridge an Homematic zu liefern. Da werden wohl noch Leerzeichen eingefügt, wo keine hingehören.

Osram Lightify

Osram Lightify-Gateway

Auf dem Flur habe ich ebenfalls ferngesteuertes Licht. Allerdings war aufgrund der Schalterkonfiguration und weil ich an der Verdrahtung der Wechselschalter nichts ändern wollte, dort kein Einbau eines Tasters möglich. Ich habe also Schalter nur als Signalgeber per dreifach Schließkontakt angeschlossen. Da kann ich aber auch gleich einen herkömmlichen Schalter nehmen. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass wir dort auch immer nur direkt ein und ausschalten. Die Aktoren kommen da also weg. Gleichzeitig hat uns die Deckenlampe im Flur nun 14 Jahre genervt und ich habe die Gelegenheit des Neukaufs genutzt, um auch hier ein bisschen smart zu werden.

Osram Lightify Surface W38

Entschieden habe ich mich für das Osram Lightify-System, bei dem nur die Leuchtmittel ausgetauscht werden und die Verkabelung gleich bleibt. Ich kann die Lampen also auch ganz normal per Schalter ein- und ausschalten, gleichzeitig aber per App dimmen und die Standard-Helligkeit einstellen. Das reicht mir auf dem Flur bzw. ist genau das, was ich will.

Zusätzlich kann die Homematic-Zentrale neuerdings die Lightify-Geräte direkt ansteuern. Dazu ist in der Firmware eine Schnittstelle eingebaut, die einmal das lokale Netz nach der Lightify-Steuerung durchsucht und danach die gefundenen Leuchten einfach als Gerät in Homematic anbietet. Total einfach! Die Einrichtung war innerhalb von ein paar Minuten erledigt. Unter der Decke im Flur leuchtet nun eine Osram Lightify Surface W38. Die LED-Lampe kann man dimmen, aber nicht die Farbtemperatur ändern. Mir gefällt das Licht sehr gut! Und auch die Bedienung ist mir nach der Mütze. Ich schalte die Lampe per Schalter ein – die Wechselschalter im Haus funktionieren weiter – und ich kann zusätzlich per App oder Echo dimmen oder auch ganz ausschalten. Wenn die Leuchten per App ausgeschaltet werden, kann ich auch per App wieder einschalten. Oder eben manuell am normalen Schalter. Dann muss ich nur einmal am Schalter aus- und wieder einschalten. Sehr einfach, wenn man nichts an den Kabeln schrauben möchte.

Habe mir gleich noch zwei Lightify-Leuchtmittel mit E27-Fassung bestellt, für die ich schon die passenden Stellen weiß. Durch den Ausbau der Homematic-Aktoren im Flur bekomme ich drei Stück frei und im Keller habe ich beim Aufräumen auch noch mal zwei Aktoren und einen Dimmer gefunden. Die sind auch schon verplant!

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4 Kommentare zu “Amazon Echo / Alexa mit Homematic und Osram Lightify
  1. Christian sagt:

    Interessanterweise ist die Lightify Deckenlampe nicht mal teurer als die kürzlich gekaufte ‚un-smarte‘ LED-Deckenlampe von Osram.

    https://www.amazon.de/OSRAM-Deckenleuchte-extrem-flache-Wandleuchte/dp/B01CQPCYUA/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1483811556&sr=8-1&keywords=OSRAM+LED+Deckenleuchte+FLAT+20W

    Wahrscheinlich zu begründen mit einer Kombination aus überteuerten normalen LED Leuchtmitteln und subventioierten smarten Lampen. Denn sowohl Philips als auch Osram überschlagen sich ja gerade was den Marktanteil bei Smarten Leuchtmitteln angeht.

    Der hohe Preis der oben verlinken Osramleuchte spiegelt leider keineswegs die Qualität wider: Die erste Lampe ist mir nach weniger als 60 Minuten direkt ausgefallen. Ein Bauteil war schlecht verlötet (?) oder anderweitig defekt, hat sich stark erhitzt und eine Filterdrossel ausgelötet. Mehr als unschön und nicht wirklich vertrauenserweckend.

    • Andreas sagt:

      Ja, ich habe mich über den günstigen Preis auch gewundert. Wir waren schon oft los und haben nach Leuchten geschaut und da waren durchaus nicht nur Osram-Lampen ähnlich teuer. Da habe ich gleich zu der intelligenten gegriffen und das Gateway mit geordert.

  2. Christian sagt:

    Wobei günstig eigentlich nicht stimmt, wenn man die Stückliste zur Herstellung überschlägt, liegt man bei den Stückzahlen deutlich unter 10$. Die können dieser Produkte trotzdem absetzen, weil die Kunden mit einer hohen Standzeit rechnen. Aber gerade die müssen die Lampen erst einmal unter Beweis stellen. Zwei Jahre Gewährleitung machen da wenig Sinn. Da hat NRW-Justizminister Kutschaty schon Recht, dass man im Prinzip unterscheiden muss ob es sich bei einem verkauften Produkt um z.B. um einen Billigsartikel/Werbeartikel handelt oder um eine LED Leuchte mit einer ‚Durchschnittliche Lebensdauer‘ von 20000h (=2,28a @24/7) bzw. (6,8a bei 8h/Tag) handelt.

    http://www.rp-online.de/wirtschaft/nrw-justizminister-thomas-kutschaty-will-gewaehrleistung-fuer-technik-verlaengern-aid-1.6498231

    Mit den ganz billigen E27 LED Leuchtmitteln via AliExpress habe ich aber noch schlechtere Erfahrungen gemacht. Widerstand im Einganskreis falsch dimensioniert bzw. nicht impulsfest. Und von den Anforderungen hinsichtlich Berührschutz wollen wir gar nicht sprechen.

  3. Lars sagt:

    Solche »smarte« Heimausstattung kommt mir nicht ins Haus. Fehler in der Software – schnelles Googeln findet Beschreibungen von mindestens vier Sicherheitslücken beim hier genannten Produkt – werden dafür sorgen, daß das Produkt und/oder mit ihm verbundene Geräte (das gesamte Heimnetzwerk) unabsichtlich ausfallen oder absichtlich gehackt werden. Und ständig Firmware-Updates auf zig verwendete »smarte« Heim-Beleuchtung und andere Geräte installieren – sofern der Hersteller überhaupt Sicherheitsaktualisieren rausbringt?

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