Verantwortungslos gegenüber der Stadt, den Bürgern und Mitbewerbern?

So sei das Verhalten des Bürgermeisters Klaus Müller-Zahlmann angesichts seiner Ankündigung, er könne sich vorstellen im nächsten Jahr zum dritten Mal als Bürgermeister zu kandidieren. Und ja, es ist nicht der erste Sinneswandel des Amtsinhabers in den vergangenen Monaten. Aber ist das verantwortungslos? Sehe ich nicht. Wo schiebt Müller-Zahlmann mit dieser Ankündigung Verantwortung von sich? Nirgends, im Gegenteil, er sagt doch an, dass er bereit ist, weiterhin welche zu tragen. Weder für die Stadt, die Bürger und schon gar nicht gegenüber den Mitbewerbern ist das verantwortungslos. Das schreibe ich übrigens komplett ohne Wertung der bisher geleisteten Arbeit – weder positiv noch negativ. Tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache.

Verantwortungslos ist allerdings das, was die sogenannte Auswahlkommission der SPD bisher veranstaltet hat. Und zwar massiv gegenüber der eigenen Partei. Die Auswahl des nun zurück getretenen Kandidaten war derart dilettantisch, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, was der Hintergrund gewesen sein mag. Soviel Schaden wie man mit dieser Auswahl erzeugt hat, muss man erst mal gewillt sein, anzurichten. Alle Achtung! Verantwortungslos ist es auch gegenüber der Stadt gewesen. Was mögen sich die Verwaltungsmitarbeiter gedacht haben? Aktuell bereits ein Oberhaupt mit Schlagzeilen nicht unbedingt immer nur positiver Ausrichtung und dann ein Kandidat mit ähnlicher Vorgeschichte … ich würde mir verschaukelt vorkommen. Verantwortungslos auch gegenüber den Bürgern, denen ein Kandidat präsentiert wird, der in anderen Kommunen bereits Kontroversen erzeugte und der sicher nicht dazu beigetragen hätte, die notwendige Ruhe einkehren zu lassen. Gerade letzteres deutet sich beim Amtsinhaber nach den letzten Verlautbarungen aus Bielefeld ein wenig an.

Nur gegenüber den Mitbewerbern ist es genau gar nichts. Weder vom Amtsinhaber noch vom nun zurückgetretenen SPD-Kandidaten. Welche Verantwortung mag man bitteschön gegenüber anderen Kandidaten haben? Das ist eine Konkurrenz! Es geht um dasselbe Amt, eine Bürgermeisterwahl. Natürlich gibt es dort andere Bewerber und deren Befindlichkeiten zu berücksichtigen kann nun wirklich nicht oberstes Ziel eines potenziellen neuen Bürgermeisters sein.

Das Roy zurücktreten wird, war mit der ersten Berichterstattung in der Neuen-Westfälischen schon fast klar. Zuletzt war es nicht mehr eine Frage ob, sondern nur noch wann und mit welcher Begründung diese Nominierung nicht aufrecht erhalten wird. So wurde jetzt ein Weg gewählt, der den einzelnen Vorsitzenden der Ortsverbände das Gesicht wahren lässt. Man muss nicht gegen die eigene Führung abstimmen. Die Stellungnahme der Parteispitze mit den Schüssen in Richtung Bürgermeister wirkt jedenfalls wenig souverän.

Warten wir mal ab, was passiert :-)

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