Selbstkasteiung

Ich fahre ziemlich oft mit dem Fahrrad zur Arbeit und bestrafe mich damit augenscheinlich selbst. Wenn ich doch das Auto nehme, habe ich schlechte Laune – zumindest wenn das Wetter so gut ist, dass ich doch das Rad hätte nehmen können. Womöglich bin ich sogar Masochist. Die wahrscheinliche nächste Regierungskoalition kann sich sowas nämlich offenbar gar nicht vorstellen. Will sie doch so ein Verhalten womöglich sogar als Maßregelung einsetzen: Zeit online vom 21.11.2013: Bei Ladendiebstahl Führerschein weg
… Union und SPD wollen einem Medienbericht zufolge den Führerschein als Strafe auch bei Delikten wie Diebstahl einziehen. Darauf hätten sich die Parteien in den Koalitionsverhandlungen in der Arbeitsgruppe Inneres und Justiz geeinigt …
Wenn es denn so ist, zeigt es ganz deutlich was wir von der zukünftigen Regierung hinsichtlich der Verkehrspolitik zu erwarten haben. Wer Rad fährt ist minderwertig, auf das Auto zu verzichten ist eine Strafe. Da fühle ich mich doch gut aufgehoben :-/ Der Kommentar in der Zeit vom gleichen Tag ist passend: Zeit online vom 21.11.2013: Bahnfahren ist keine Strafe
… Damit zeigen CDU, CSU und SPD ein für das Jahr 2013 rückgewandtes Mobilitätsbild … Den Pkw stehen zu lassen, ist eine Belastung. Öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen ist zweitrangig, gar von minderem Wert …
Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, bekomme ich diesen Eindruck allerdings auch von vielen Autofahrern um mich herum. Mir die Vorfahrt nehmen ist OK, hinter mir her fahren auf gar keinen Fall möglich. Das spiegelt folglich auch gut die Verhandlungen wieder, denn immerhin hat die Mehrheit diese beiden Parteien gewählt und scheint so zu denken. Insofern: man bekommt die Regierung, die man wählt. Nur darf man hinterher dann nicht jammern wenn der Führerschein weg ist!

Ich war’s jedenfalls nicht!

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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