Warum Vergehen nicht ahnden?

Es ist kurz vor der Wahl und da kommen Leute, deren Namen man vorher nie hörte, aus den Löchern und schlagen die dollsten Dinger vor: Spiegel Online: Politiker fordern Punkte-Amnestie
… Der Bundestag will an diesem Freitag einen Antrag der Koalitionsfraktionen beschließen, wonach das Punktesystem der Flensburger Kartei einfacher und verständlicher gestaltet werden soll …
Soweit, so gut. Da will ich prinzipiell nicht mal was gegen sagen. Kenne das System nicht, weil ich keine Punkte habe und auch nicht vorhabe welche zu bekommen. Aber vereinfachen und entschlacken ist immer gut. … Dem Antrag zufolge soll das Punktesystem nun zielgenauer werden: “Dabei sollte geprüft werden, ob jeder mit Punkten bewertete Verstoß einer gesonderten Tilgungsfrist unterliegen sollte, die sich nicht mehr automatisch durch neue Einträge in das Verkehrszentralregister verlängert.” … Äh, warum sollen die Punkte nicht verlängert werden? Wenn jemand eine rote Ampel überfährt und dafür Punkte bekommt die irgendwann verfallen, dann ist das OK. Bekommt er in der Frist neue Punkte, dann haben die alten natürlich nicht zu verfallen, sondern werden addiert! Wer regelmäßig negativ auffällt, soll auch die Konsequenzen tragen. Er hat es ja komplett selbst in der Hand, seine Punkte abzubauen.

Was mich dann aber vollends am Verstand der vorschlagenden zweifeln lässt ist: Politiker von Union und FDP fordern eine Amnestie für Bagatell-Verkehrssünder. Wer nur ein bis zwei Punkte auf seinem Konto hat, soll dann wieder mit einer weißen Weste starten. Warum? Ist gerade Weihnachten? Wieso sollte man “einfach so” tausenden von Menschen ihre “Strafe” erlassen?

Populistisches Wahlkampfgetöse. Ob ich bei einer Migration der Punktedatenbank eine 0, eine 1 oder eine 2 in die Tabelle schreibe, ist dem System doch wurstegal. Einsparungen bringt das keine.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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