Stress an der Kasse

Ich gehe nicht so gerne einkaufen. Nicht Klamotten oder Elektronik, den täglichen Wocheneinkauf erledige ich mit mäßigem Eifer. Dabei ist das bepacken des Wagens noch nicht einmal das Schlimmste. Das bekommt man(n) schon hin. Das Verfahren an der Kasse nervt mich kolossal. Erstmal stellt man sich an, an die eine Kasse, die besetzt ist. Die Damen hinter mir fangen schon an zu murren, wenn sie länger als 60 Sekunden stehen müssen und krähen lautstark nach einer zweiten Kasse. Müssen die noch die Welt retten? Ist der Kuchen im Ofen? Wenn ja, warum gehen sie dann aus dem Haus?

Wenn ich dann nicht schnell genug die Waren auf das Band lege, gibt’s von hinten wieder Gedrängel – und wehe ich lege nicht von mir aus so einen Absperrriegel auf hinter meinen Einkauf. Selbst mit einem Meter Abstand zu meinen Haferflocken ist es nicht möglich, den eigenen Einkauf hinter meinen zu packen. Könnte ja verwechselt werden. Aber das ist alles noch erträglich.

Wirklich schlimm ist das Einscannen der Ware. Konnte ich bis hierhin mein Einkaufstempo noch selbst bestimmen, werde ich jetzt gezwungen die Beine in die Hand zu nehmen und Kapelle zu machen. Die Hände an der Kasse lassen die Barcodes nur so über die Leser flitzen und zwangsläufig stapeln sich Käse, Aufschnitt und Lachscreme auf der schmalen Ablage zwischen Kartenleser und Ende der Kasse. Wenn man da nicht schnell genug im Einkaufswagen stapelt hagelt es stechende Blicke von Kassiererin und den anderen Kunden. Anfänger, kriegt die Sachen nicht schnell genug weg gepackt. Ne, will ich aber auch gar nicht. Ich habe die 30 Sekunden Zeit, um alles ordentlich in die mitgebrachte Kiste zu legen. Ich will in Ruhe die Karte oder das Geld aus dem Portemonnaie holen.

Im Supermarkt könnte das ganz bequem entzerrt werden, wenn von den 4 Kassen nicht nur 1 besetzt wären … allerdings kann man dann wohl nicht mehr die Preise halten. Personal kostet. Ehrlicherweise ist das im Elektronikfachmarkt oder im Baumarkt nicht viel anders. Aber meiste habe ich da nicht 40 Einzelteile im Einkaufswagen.

Einfach mal entspannter sein. Kann man auf alles anwenden, glaube ich.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

1 Kommentar zu „Stress an der Kasse

  1. Als ich Kind war, gab es hinter der Kasse noch zwei Ablagen zum entspannten Einpacken. Wurden durch eine bewegliche Schranke getrennt, so dass immer einer einpacken konnte, während vom Nachfolger schon die “einkassierten” Waren in die zweite Ablage geschoben wurden. Aber diese Ablagen wurden zugunsten der hektikfördernden Einkaufswagen-Andockstellen an der Kasse abgeschafft; in den wenigen Geschäften, die davon noch (verkürzte) Varianten erhalten haben, beherrschen die Kassierer den Umgang damit nicht mehr; oft ist auch das zweite Fach vollgemüllt mit Werbeblättchen ooder ähnlichem.

    Es ist wie mit so vielem: es gab für alles ‘mal eine Lösung, die mangels Unfähigkeit oder eisernem Kostendruck aufgegeben wird …

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