Arbeit an der Fahrradfreundlichkeit in Bad Oeynhausen

Für den Radtouren-Kalender des ADFC für das 2. Halbjahr 2013 habe ich einen Text geschrieben, den ich – nachdem der Tourenkalender nun veröffentlicht wurde – auch hier gerne präsentiere:


In 2008 wurde in Bad Oeynhausen der “Runde Tisch für eine fahrradfreundliche Stadt” ins Leben gerufen. Alle Fraktionen aus dem Rat der Stadt Bad Oeynhausen waren bei der Initialveranstaltung anwesend – genauso wie Mitarbeiter der Verwaltung, Vertretung der Stadtwerke, der Polizei, interessierte Bürger und nicht zuletzt der ADFC. In der sehr ernsthaft und zielgerichtet geführten Diskussion wurden bereits viele Punkte, die Radfahren nach vorne bringen würde und die aktiven Radfahrern nicht fremd sein dürften, erarbeitet und in Form einer Bürgerresolution festgeschrieben.

Knapp ein halbes Jahr später präsentierte die Stadt Bad Oeynhausen sogar einen Fahrradbeauftragten. Dieser kümmerte sich zwar nicht in Vollzeit, aber immerhin mit der Hälfte der ihm zur Verfügung stehenden Stunden um die Belange der Radler in der Kurstadt. Tatsächlich fanden nun auch mehrfach Arbeitskreise zu konkreten Themenbereichen des Fahrradverkehrs statt. Aus dem Runden Tisch rekrutierten sich die Teilnehmer und es fanden Exkursionen zu kritischen Vekehrstellen statt, wurden Alternativrouten zu den Hauptverkehrsadern erarbeitet, Flächen für für Fahrradabstellanlagen gesucht und gefunden und nicht zuletzt auch an einem Radroutenplan für die Stadt gebastelt.

Diese Arbeitskreise trafen sich in 2009 einige Male und die aktiven Bürger und Ratsmitglieder waren wirklich sehr engagiert bei der Sache. Leider ist es dann nach September 2009 etwas eingeschlafen. Es gab zwar noch ein Treffen der Arbeitskreise, in dem aber nichts Neues mehr erarbeitet wurde. Die Unterstützung der Poltik war zu diesem Zeitpunkt bereits praktisch eingeschlafen und in der Verwaltung schien nur der halbe Fahrradbeauftrage zumindest auf dem Papier noch an der “Fahrradfreundlichen Stadt” zu arbeiten. Tatsächlich wurde Anfang 2010 noch einmal in einer letzten Sitzung die Fahrradstraße auf den Weg gebracht und ein Antrag der Verwaltung für den Ausschuss für Stadtentwicklung vorbereitet. Dieser wurde dann bereits Ende September 2010 den Ausschussmitgliedern präsentiert, welche ihn dann auch wirklich abnickten.

Zwischenzeitlich stand der Fahrradbeauftragte nicht mehr zur Verfügung, die Stelle war vakant. Ansprechpartner in der Verwaltung reagierten langsam bis gar nicht und die Frustration der Arbeitskreismitglieder wuchs und wuchs und entlud sich teilweise auch in deutlichen Mails bzw. Anfragen in den entsprechenden Ausschüssen. Dieser Frust wurde allerdings immer ruhiger und verstummte schließlich ganz. In 2011 gab es praktisch keine Aktivitäten für Fahrradfreundlichkeit in Bad Oeynhausen. So fand denn auch die endgültige Einrichtung der Fahrradstraße Ende November 2011 – mehr als ein Jahr nach dem Beschluß – nur in zwei Artikeln der Lokalpresse ihren Niederschlag. Seitdem wird die Straße vom motorisierten Verkehr genauso genutzt wie vorher und nirgends wird auch die Besonderheiten hingewiesen. Schade, Stagnation und nirgends der Wille sichtbar, für den Radverkehr etwas zu tun.

Dieser Zustand hat sich aber hoffentlich am 01. März 2013 geändert. Seitdem hat Bad Oeynhausen mit Linda Noack endlich wieder eine Fahrradbeauftragte, die noch dazu einen sehr engagierten Eindruck macht und bereits einige Kleinigkeiten in die Wege geleitet hat. Auch die
Arbeit am geplanten Radschnellweg zwischen Bielefeld und Minden gehört zu ihrem Aufgabengebiet und wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung mit Überzeugung vorgetragen, so dass den Ausschussmitgliedern die Bewilligung der Planungskosten leicht fiel.

Es tut sich was in Bad Oeynhausen. Hoffentlich mit mehr Ausdauer als bei den bisherigen Anläufen!

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