Gestaltungsrichtlinie für die Bad Oeynhausener Innenstadt

Gestern Abend stellte die Verwaltung im großen Sitzungssaal der interessierten Öffentlichkeit die geplante Gestaltungsrichtlinie für die Bad Oeynhausener Innenstadt vor. Die Einladung ging per Ratspost auch an alle Ratsmitglieder und daher fand ich mich auch um 19 Uhr im Ratssaal ein. Ja, die Richtlinie wurde uns im Ausschuss für Stadtentwicklung bereits ausführlich vorgestellt. Ja, auch im Rat wurden die Eckpunkte vorgetragen. Trotzdem war ich ein wenig überrascht lediglich ein weiteres Mitglied einer Ratsfraktion anzutreffen. Und ich war erstaunt, dass ganz offensichlich auch seitens der Innenstadtkaufleute eher überschaubares Interesse vorhanden war. Wir haben zwar viele Leerstände in Bad Oeynhausen, aber ein paar Geschäfte mehr sind denn doch vorhanden.

Wie gesagt, den Vortrag kannte ich bereits, ich finde einige Dinge in der Richtlinie gut, einige Dinge leicht übertrieben und einige Beispiele konnte ich anhand der gezeigten Bilder und meiner heutigen Mittagsrunde auch nicht so ganz nachvollziehen.

Die anschließende Diskussion verlief – jedenfalls soweit sie das eigentliche Thema betraf – ruhig und sachlich. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich hier massiver Widerstand regte. Bedenken wurden klar und nachdrücklich geäußert – und ich konnte diese auch nachvollziehen. Einige Ansätze der Richtlinie wurden allerdings durchaus positiv angenommen bzw. sogar begrüßt – zumindest wenn die Worte so gemeint waren, wie sie gesagt wurden. Davon gehe ich erstmal aus.

Die Verwaltung ist (und wer hier liest weiß, dass ich wahrlich nicht dazu neige was das angeht  zu lobhudeln) ruhig auf die Diskussion eingegangen und hat meiner Meinung nach schon recht deutlich gemacht, dass hier eben nicht mit der Keule die Richtlinie wortwörtlich umgesetzt werden soll. Genauso wurde es auch in den bisherigen Runden kommuniziert. Auch das nun – wie auf einer Facebook-Seite inzwischen kolportiert wird – “der kleine Händler oder Gastronom” alles neu kaufen muss, wurde nirgends erwähnt. Im übrigen war das eine explizite Nachfrage von mir zu dem Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, die ganz klar mit “Natürlich muss nun niemand sofort etwas neues kaufen!” beantwortet wurde. Gestern wurde diese Frage übrigens nicht gestellt, obwohl die Facebookseitenbetreiber offensichtlich anwesend waren! Wohl macht es aber Sinn im Hinblick auf ein einheitliches Erscheinungsbild, sich bei einer anstehenden Neumöblierung an der Richtlinie zu orientieren. Da spricht dann auch wahrlich nichts dagegen.

Dass zwei Anwesende die Runde zum Anlass nahmen, völlig am Thema vorbei auf “Rad-Rowdies” zu schimpfen, die “auf dem Hinterrad durch die Königshof-Kolonnaden fahren” war etwas störend. Noch dazu ich heute mittag sehen musste, dass gerade dieser Herr seine Drei-Meter-Front mit gleich drei großen Aufstellflächen zu stellt. In den Kolonnaden. Wie man da mit einem breiten Elektrorollstuhl durchkommen soll – geschweige denn auf dem Hinterrad eines Fahrrades – mag sein Geheimnis bleiben. Die Aversion gegen Fahrräder einer anderen Dame ist ja hinlänglich bekannt. Für mich ist das ganz schlicht und ergreifend substanzloses Gemecker.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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