Abwesenheitsagenten sind meist Mist

Ja, ich benutze auch Mailweiterleitungen. Aber nur solche, die permanent eine Mailadresse auf eine andere umleiten. Z.B. um zu verschleieren, mit welchem Webmailer ich meine Mails lese oder wo ich ein Pop3-Postfach habe. “Verschleiern” ist sicher das falsche Wort, aber ich kommuniziere seit über einem Jahrzehnt eben immer die gleiche Adresse – habe aber in der Zeit desöfteren den Provider gewechselt.

Großer Mist ist aber, wenn jemand in Urlaub geht und seine Mails dann an jemand anderen weiterleiten lässt (und der womöglich auch usw. …) In der gleichen Liga spielt derjenige, welcher automatisiert mitteilen lässt, dass eine Mail irgendwo eingegangen ist. Natürlich ist sie das! Ich möchte nicht wissen, dass ein Server eine Mail entgegengenommen und in ein Postfach geworfen hat, sondern ich möchte dass die Mail bearbeitet wird und ich *dann* eine Reaktion bekomme. Was passiert wenn man die beiden Dinge kombiniert, zeigte Gütersloh sehr eindrucksvoll NW-News: Millionen Mails legten Beamten-Postfächer lahm
… “Ein solcher Effekt entsteht etwa, wenn Abwesenheitsagenten der Posteingänge die Mails untereinander weiterleiten”, sagt Hubert Kochjohann von “it.regio” …
Mein Reden seit anno Tuck. Wenn man möchte, dass jemand im Urlaub meine Mails bearbeitet, dann gebe ich den Postkorb frei und ein anderer schaut rein. Oder mein Postkorb wird genau definiert umgeleitet. Wenn ich am Arbeitsplatz bin, dann möchte ich nicht, dass automatisiert eine Nachricht raus geht, sobald ich eine Mail bekomme. Wem bringt das etwas? Eine “Bearbeitungsbestätigung” ist das nicht. Wie geschrieben kann nur der Server mitteilen, dass er eine Mail in ein Postfach gelegt hat – was damit passiert, weiß der gar nicht. Oder teil der Postbote jedem Absender eines Briefes mit, dass er das Schreiben irgendwo in einen Schlitz geworfen hat? Nein, das ist ganz und gar nicht mit einem Einschreiben/Rückschein zu vergleichen. Nicht ohne Grund ist das aufwändiger und somit teurer. Mail gibt das nicht her.

Auch die allseits beliebte “Lesebestätigung” ist Humbug. Von mir gibt’s z.B. keine. Was sagt das über mein Maillese- und bearbeitungsverhalten aus? Nichts, richtig.

Lediglich wenn der Empfänger einer Mail nicht erreichbar ist und niemand seine Mails bearbeitet, dann kann es sinnvoll sein *eine* Info je Absender zu verteilen, in der genau das mitgeteilt wird. Und das interessiert mich dann sogar im Privatbereich deutlich mehr, als im geschäftlichen. Bei letzterem gehe ich einfach davon aus, dass Post an ein Unternehmen – egal auf welchem Wege – bearbeitet wird.

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