Eufab Harry gerissen

Nachdem wir aus dem Urlaub zurück sind und die Sache ein bisschen gesackt ist, habe ich eine Mail geschrieben: Sehr geehrte Damen und Herren,

vor Ende April 2009 dachte ich noch, ich hätte ein Schnäppchen gemacht. Bei damaligen Ratio in Gohfeld/Löhne habe ich Ihren Heckträger “Harry” für Fahrräder zur Montage auf der Anhängerkupplung erstanden. Inkl. Erweiterung für ein drittes Fahrrad. Die Technik erschien mir sehr solide und machte einen stabilen Eindruck.

Seitdem habe ich das Ding nicht benutzt. Es hat sich einfach nicht ergeben. Zweimal sind Freunde von uns damit an die Nordsee gefahren, einmal in 2009 und einmal in 2010. Und in diesem Jahr haben meine Eltern damit ihre beiden Villiger-Räder nach Kühlungsborn transportiert, als sie unseren Stellplatz übernehmen wollten. Das hat funktioniert.

Am selben Tag sind wir mit meinem Volvo und dem mit unseren drei Rädern beladenen Heckträger wieder runter nach Bad Oeynhausen gefahren. Sah zwar hinten zunächst aus der Heckscheibe etwas wackelig aus, aber es hielt und nach knapp 100 Kilometern hatte ich auch ein gutes Gefühl bei dem Träger.

Wir haben unterwegs hunderte solcher Heckträger mit gleicher Beladung gesehen. Und so gut wie alle hatten keine zusätzliche Befestigung nach oben am Wagen montiert – auch nicht bei drei Rädern. Auch ich habe darauf verzichtet, was sich als Fehler heraus stellte.

Denn der Eufab Harry hat von Kühlungsborn nur bis Garstorf durchgehalten. Zufällig sah ich im Rückspiegel, wie sich plötzlich die Räder senkten. Bin dann natürlich langsamer geworden und mit einem Mal rutschen die Dinger auf der Autobahn ganz runter. Schleifen war noch nicht zu hören, so dass mir klar war, dass es noch in der Luft hing. Bin sofort auf den Standstreifen gerollt – ganz nach rechts – und habe mir die Sache angesehen.

Ja, ich weiß, Autobahn, gefährlich, austeigen. Alles richtig. Aber was soll ich machen? Ich habe mit einem Spanngurt (auf dem Träger hatte ich Räder zusätzlich gesichert) den Heckträger hoch gezogen und erstmal auf einer Seite an der Dachreeling verankert. Damit sind wir dann gleich die nächste Ausfahrt Garstorf angefahren und dort habe ich auf einem Parkplatz die ganze Misere beguckt. War noch ausreichend Metall heile und ich habe das Ding dann ordentlich gerade am Dach verzurrt. Das hielt dann gut und ich hatte keine Bedenken, damit die restlichen 1 1/2 Stunden zu fahren.

Zu Hause habe ich natürlich sofort die Anleitung konsultiert – ja, die hatte ich vorher auch gelesen – und da steht bei der Erweiterung für das dritte Fahrrad ganz deutlich (sogar in Fettdruck!) “… sie können die Fahrräder zusätzlich am Fahrzeug sichern …”. Können, nicht müssen. Und wie gesagt, ich habe auf der Bahn reichlich Thule und was weiß ich noch für Träger gesehen, die mit drei Rädern genauso unterwegs waren wie wir. Ich bin nie schneller als 120 gefahren, Bodenwellen hatten wir auch nicht und wenn war ich noch langsamer unterwegs.

Nachdem ich den Text gerade noch einmal gelesen habe, liest er sich nicht ansatzweise so wie ich mich gefühlt habe und wie ich immer noch denke. Ich ärgere mich, dass ich nicht gleich zusätzlich gesichert habe, andererseits wundere ich mich, wie der Träger dann auch ohne Sicherung “freigegeben” ist. Wie kann so ein Träger, der praktisch neuwertig ist und zum dritten Mal benutzt wurde, so einfach reißen? Es war ein riesiges Glück, dass ich in dem Augenblick in den Rückspiegel geschaut habe und sofort reagieren konnte. Können Sie sich vorstellen, was ich für Herzklopfen hatte?

War der “Harry” eine Fehlkonstruktion? Wenn, dann eine sehr gefährliche!

Gruß

Andreas Edler

Das trifft nicht ansatzweise den Stress, den ich auf der Rückfahrt hatte. Gar nicht.

[Update: 15.10.2011]
Ich habe von Eufab nach 19(!) Tagen eine Rückmeldung per Mail bekommen. Danach folgte ein Telefonat und ich hatte Anfang Oktober einen “Eufab Jake” nebst Erweiterung für ein drittes Rad im Austausch. Keine Erklärung was da passiert ist und warum. Ich habe auch keine Antwort auf eine Mail bekommen, die ich nach Erhalt des Jake an Eufab geschrieben habe.

… Grundsätzlich zum Heckträger Jake: Sie sprachen Produktänderungen an, die ich auch entdecken konnte. Die m.E. besonders sinnvolle und stabile Verschraubung der Kugelkopfhalterung mit dem Träger wurde durch eine Verschweißung ersetzt. Die eigentliche Problematik des Trägerrohres mit der angeschweißten horizontalen und vertikalen Trägerkonstruktion ist unverändert. Ich habe bei dieser Bauweise vor dem Hintergrund meiner Erlebnisse massive Bauchschmerzen, wollte ich mit dem Konstrukt 3 Fahrräder transportieren.

An so ein “dünnes Röhrchen” etwas anzuschweißen und darauf dann locker bis zu 40 Kilogramm zu stellen, erscheint mir gewagt. Ich nehme an der erfolgte Tausch der stabilen Verschraubung gegen eine Schweißnaht, die keinerlei Einfluss auf den Abriss meines Trägers hat, erfolgte aus Kostengründen. Auf der Strecke blieb dabei auch die Kunststoffverkleidung über der Kugelkopfhalterung.

Ich muss schauen – wenn der Heckträger montiert ist – ob ich mit einem Spanngurt die Dachreeling meines Skoda Yeti erreiche, ohne den Lack zu berühren. Ansonsten werde ich mit dem Konstrukt ohne zusätzliche Befestigung am Dach definitiv keine 3 Fahrräder transportieren.

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2 Kommentare zu “Eufab Harry gerissen
  1. Andreas Klein sagt:

    Hallo Herr Edler,

    ich hatte auch “Spaß” mit einem Eufab-Träger im Urlaub… Gern würde ich meine Meinung zu dem Produkt dem Hersteller mitteilen, doch ich finde keine rechte Seite vom Hersteller, wenn ich “Eufab.de” eingebe, komme ich auf die Seite von einem EAL-Vertrieb. Können sie mir eine funktionierende Emailadresse des Herstellers zukommen lassen?

    Vielen Dank,

    A. Klein

  2. Andreas sagt:

    Und wenn man beim EAL-Vertrieb unter “Marken” schaut, was findet man da? ;-) Das passt schon so!

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