Schlechter Stil

Ich habe länger darüber nachgedacht, ob ich den Artikel mit dem Werbeplakat von Müller-Zahlmann veröffentliche. Nachdem ich es gemacht habe, nahm ich ihn in der Nacht wieder raus, habe ihn umgeschrieben und danach wieder online gestellt. Immerhin betrifft es ursächlich das Gebiet, wegen dem ich u.a. gefragt wurde, ob ich mich politisch nicht engagieren möchte. Und ein bisschen Sticheln ist im Wahlkampf erlaubt! ;-)

Allerdings hat es einen ganz anderen Stellenwert extra eine Seite einrichten, um einen Bürgermeisterkandidaten zu diskreditieren. Wenn dazu der Name des Kandidaten als Domain benutzt wird, ist das eine weitere Eskalation. Ganz merkwürdig finde ich dann allerdings die Tatsache, dass der Betreiber der Seite ganz offensichtlich der Dienstleister ist, der von eben diesem Bürgermeisterkandidaten ursprünglich mit der Pflege seiner Seite beauftragt wurde. Das riecht nicht nur, das stinkt – ganz egal welche Differenzen dahinter stecken. Solche Dinge trägt man nicht nach außen – schon gar nicht diese “Bekannte hat uns gesagt dass …”-Geschichte.

Und dann will ich mal ausklamüsern, was mir noch so dazu einfällt.

Zuallererst halte ich es für äußerst fragwürdig, im Kundenauftrag Domains zu registrieren und diese nicht auf den Namen des Kunden einzutragen. Das kenne ich von keinem anderen vernünftigen Provider und würde mir das auch verbitten! Wie mir gerade mitgeteilt wurde, ist die fragliche Domain nicht im Auftrag des Kunden registriert worden. Dann muß ich wohl vermuten, dass sie extra für diese Aktion eingerichtet wurde. Was es für mich eigentlich noch schlimmer macht!

Dann werden 750 Euro als Kostensatz für ein “Internet-Portal” – das sich im Falle der Vorstellung eines einzelnen Bürgermeisterkandidaten wohl eher als Visitenkarte darstellt – genannt. Mir ist bewusst, dass man als Firma Kosten hat, die gedeckt werden müssen. Aber ich “bastel'” auch Internetseiten – nicht erst seit gestern – und ich kann ein Joomla! installieren.

Dann werden 9 Euro monatliche Kosten aufgerufen für “unbegrenzten Traffic, Speicherplatz, Datenbanken und Mail”. Dazu muss man wissen, dass die Seite von Herrn Kuhn sehr wahrscheinlich Traffic im Bereich unter 300MB erzeugt hätte und höchstens eine Handvoll MB an Speicher verbraucht. Für Joomla! benötigt man exakt eine(!) Datenbank. Und mehr als eine Mailadresse braucht er sicher auch nicht. Insofern ist es völlig irrelevant, ob alles “unbegrenzt” ist … niemand benötigt das. Das ist ähnlich wie der Megapixelwahn bei den billigen Digitalkameras: heiße Luft!

Ich habe bei meinem Provider 1.5 Gigabyte Speicher (600 davon belegt) und erzeuge damit pro Monat im Schnitt ca. 33 Gigabyte an Traffic. Dazu benötige ich exakt gar keine Datenbank (von denen trotzdem 2 im Paket sind). Mailadressen gibt’s wie Sand am Meer. Der ganze Spaß kostet mich: 36 Euro im Jahr! Und die Domains gehören mir.

Jeder mag sich selbst Gedanken über einen Dienstleister machen, der private Dinge zur finanziellen Situation eines Kunden (die er vom Hörensagen kennt) ins Netz stellt. Der Domains für Kunden auf seinen Namen registriert und wenn es Differenzen gibt, diese zum Verunglimpfen seines Ex-Kunden nutzt. Völlig unpolitisch natürlich.

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