Kein weiterer Bürgerradweg an der Weserstraße

Die Neue Westfälische berichtet heute vom ehemals geplanten Bürger- bzw. auch “richtigen” Geh- und Radweg an der Weserstraße zwischen der Hüffe und der Vlothoer Straße. Im wesentlichen geht es um das abschüssige Stück zwischen der Hüffer Straße und dem Borweg (und auch einer Straße weiter, der Oberbecksener Straße).

Neue Westfälische vom 28.11.2020: Bürgerradweg an der Weserstraße nicht realisierbar
… Fußgänger und Radfahrer leben dort gefährlich. Von der Hüffe bis zum Borweg müssen sie gemeinsam mit täglich mehr als 6.000 Autos die kurvige, nur 6,50 Meter breite Fahrbahn benutzen …

Tatsächlich ist es dort nicht die Straße die gefährlich ist – im Gegenteil: sehr schöner Asphalt – sondern die motorisierten Verkehrsteilnehmer. Dieser Aspekt kommt mir in den ganzen Diskussionen immer zu kurz. Auch der ADFC spricht meist von “gefährlichen Straßen” – wir sollten dazu übergehen, das Kind beim Namen zu nennen. Wenn sich alle an die Regeln hielten (50 Km/h und min. 1,50 Meter Überholabstand), ist da nichts gefährlich. Das ist das Problem. Der Auto- und LKW-Fahrende, welcher sich nicht an die Regeln hält, ist gefährlich.

Das bringt in dem Fall natürlich keine akute Besserung, es hilft aber auf Dauer, endlich den Diskurs dahin zu verschieben, wo er hingehört!

Bergauf kann es mühsam werden, dann müssen Autofahrende einfach warten!

Die Fahrbahn taugt tatsächlich nicht zum Überholen von Zweirädern in dem Bereich. Die durchgezogene Linie verhindert das – es ist schlicht nicht genug Platz. Dann muss man einfach mal den Fuß vom Gas nehmen und hinter dem Zweirad bleiben. Ich habe das schon getan, ich lebe noch. Bei den wenigen 6.000 KFZ am Tag, sollte das jedem möglich sein, welcher zufällig mal einen Fahrradfahrenden an der Stelle vor sich hat. Bergab ist es gar kein Problem, da die Strecke stark abschüssig ist und man gehörig Tempo drauf bekommt.

Aber halten sich die Radfahrenden denn immer an die Regeln?

Diese Frage – welche eben in einer WhatsApp-Gruppe von Aktiven in dem Kontext auftauchte – ist auch ein Framing, welches den Diskurs von den Problemen ablenkt. Natürlich gibt es bei Fahrradfahrenden genauso viele Menschen, die sich nicht an Regeln halten. Ist dadurch das Fehlverhalten der motorisierten Verkehrsteilnehmer legitimiert? Sollen wir erst alles Fehlverhalten der Fahrradfahrenden “ausmerzen” bevor man sagen darf, was das Problem im Straßenverkehr ist? Wieviele LKW-Fahrer wurden durch rechtsabbiegende Fahrradfahrer getötet?

Diese Frage ist ein Totschlagargument, welches ich in Rat und Ausschuss ständig höre und mit dem alle Diskussionen abgewürgt werden. Die Radfahrer sind auch doof … prima, wir müssen nichts machen.

Das sollten sich Fahrradfahrende nicht zu eigen machen. Und natürlich halte ich hier einen Gehweg für dringend geboten, bergauf darf der dann auch gerne für Radfahrende frei gegeben sein, wenn er auf der Bahnseite angelegt wird. Und natürlich nicht benutzungpflichtig, das ist dann wieder viel zu gefährlich.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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