Else-Werre-Radweg Instandsetzung

Vor knapp zwei Wochen gab es in der Presse einen großen Aufschlag zur geplanten Instandsetzung des Else-Werre-Radweg zwischen der Eidinghausener Straße und dem Kokturkanal. Sehr plakativ wurde in der Presse von “Kahlschlag” geschrieben und es war die Rede von dreißig Bäumen über 50 Zentimeter Stammumfang, die gefällt werden müssten. Nach der Veröffentlichung des Artikels gingen natürlich Mails hin und her und ich wurde u.a. gebeten, zu dem “fortgeschrittenen Beschluss” der Politik Stellung zu nehmen. Das habe ich auch getan – allerdings aus dem Urlaub in Kroatien.

Der Abzweig des Else-Werre-Radweg hinter dem Sielbad


Daraufhin erreichte mich ebenfalls noch in Kroatien (während einer Radtour in den geschotterten Serpentinen oberhalb der Mirna) ein Anruf der NW-Redaktion, welche meinen Blogbeitrag gelesen hatte und ein paar Fragen dazu stellte. In der Printausgabe stand dann fett “Grüner Ratsherr rechtfertigt Kahlschlag für Werre-Radweg” (was ich schon ein wenig Scheiße fand) … in der Online-Ausgabe wurde das zu “Grüner Ratsherr rechtfertigt das Fällen von 31 Bäumen in Bad Oeynhausen” entschärft. Inhaltlich ist der Artikel im Wesentlichen mein Post hier auf der Seite und auch völlig korrekt. Habe am Telefon ja gesagt, dass ich auch damit leben kann wenn es anders kommt und ich sicher der letzte bin, der zwanghaft Bäume abholzen möchte. *Ich* kann auch einen schmaleren, steileren und etwas verwinkelteren Weg befahren.

Allerdings lag mir da weder der konkrete Beschluss vom Juni 2018 im Wortlaut vor, noch die damals erläuterten Planungen. Ich konnte mich aber ehrlicherweise auch nicht erinnern, dass damals überhaupt so konkret die Anzahl von Bäumen genannt wurde, die eventuell entfallen sollen. Ist ja auch schon über ein Jahr her. Auch das sagte ich am Telefon.

Am 28.06.2018 haben wir im Ausschuss für Stadtentwicklung folgendes beschlossen:
VO/18/1303 Radweg an der Werre
Der Ausschuss nimmt die Ausführungen des Herrn Weinert (Büro Sönnichsen) zur Planung des Radweges an der Werre zur Kenntnis.

Nach eingehender Beratung beantragt RH Edler, den Beschlussvorschlag der Verwaltung dahin zu ergänzen, dass für den Bauabschnitt I die Variante „Stahl-Stegkonstruktion“ Planungsgrundlage ist.

Hierüber besteht Einvernehmen.

Somit liegt folgender Beschlussvorschlag vor:

Die vorgestellte Planung wird zur Kenntnis genommen.

Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Genehmigungen einzuholen und einen Förderantrag bei der Bezirksregierung zu stellen. Die finanziellen Mittel sollen in den Haushalt 2019 und 2020 eingestellt werden. Über die Bereitstellung der Haushaltsmittel wird im Rahmen des Haushaltsaufstellungsverfahrens entschieden.

Nach Abschluß der Planungen sind die Arbeiten im Jahr 2020 auszuschreiben und umzusetzen.

Für den Bauabschnitt I ist die Variante „Stahl-Stegkonstruktion“ die Planungsgrundlage.

Der AV lässt gem. § 16 Abs. 1 GeschO über den geänderten Beschlussvorschlag abstimmen.

Im Sachverhalt wird erläutert:
Die Vorplanung für den Radweg an der Werre im Abschnitt unter der Eidinghausener Straße liegt vor. Nach dem Ortstermin und Vorstellung der Planungen in der Sitzung durch das Büro Sönnichsen, soll die Ausführungsplanung und die Umsetzung beschlossen werden.
Wir haben uns also beim Ortstermin angesehen, was geplant ist – unter anderem eben auch, dass dazu einige Bäume gefällt werden müssten. Dazu gab es eine grobe Planung mit Kostenschätzung. Beschlossen haben wir, dass die Verwaltung nun den Auftrag hat eine Ausführungsplanung zu erstellen, in der dann eben genau drin steht, was wo und wie gemacht wird. Diese Ausführungsplanung liegt uns in der Politik noch gar nicht vor. Die geht nämlich vorher an die Beteiligten, damit diese Stellungnahmen dazu abgeben können. Zum Beispiel auch an den BUND. Danach kommt die Planung dann mit den Stellungnahmen in die Ausschüsse und dort wird dann beraten. Das ist im Übrigen der Weg, der bei allen anderen Planungen auch gegangen wird. Einer der Gründe, warum vom ersten Bericht zu einem Thema bis zum endgültigen Baubeginn unter Umständen soviel Zeit ins Land geht. Soweit sind wir aber noch nicht.

Ich war am letzten Wochenende dann vor Ort und habe mir die Stellen noch mal angeschaut. Ich kam bei einer groben Zählung auf eher deutlich weniger als 30 Bäume, die meiner Vorstellung nach enfallen und diese wären zum Teil auch höchstens so dick wie meine rechte Wade. Zufällig hatte ich am Dienstag die Möglichkeit auf einen Teil der aktuellen Planungsunterlagen zu schauen – die sind aus April 2019, konnten der Politik also im Juni 2018 eher noch nicht vorliegen. Laut Verwaltung ist vor der nächsten ASE-Sitzung sowieso noch ein Ortstermin geplant, in welchem dann die konkreten Pläne detailiert erläutert werden.

Also alles noch gar nicht so beschlossen, wie es in der Presse stand. Das war auch mein Stand. Wir und ich wollen sicher nicht den Sielpark abholzen. Und ich sehe auch keine dreißig Bäume über 50 Zentimeter Umfang, die dort entfallen. Daher hätte ich es deutlich angenehmer empfunden, wenn man nicht sofort den Untergang des Abendlandes ausgerufen, sondern – meinetwegen auch in der Presse – auf die berechtigten Einwände hingewiesen hätte – aber auch gleichzeitig erläuterte, dass es eben so noch nicht beschlossen ist. Etwas weniger Dramatik erzeugt bei mir immer eine deutlich entspanntere Laune.

Und natürlich ist mein erster Post zu dem Thema und der Artikel in der Presse noch gültig.

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