Roberts Rückzug

Zum Rückzug des Bundesvorsitzenden der Partei für die ich im Stadtrat sitze habe ich noch gar nichts geschrieben. Volker hat nebenan in Lügde ein paar Sätze gebloggt, die ich so teilen kann: Ist Twitter aggressiv? Sind Politiker keine Autofahrer?

Ich halte die Verabschiedung von Twitter und Facebook tatsächlich auch für einen Fehler. Nicht weil man da sein muss – überhaupt nicht! Ganz viele Politiker sind nicht in den “sozialen” Medien aktiv und kein Mensch startet deswegen einen Shitstorm, vermisst diese oder hält es für einen Fehler, dass sie dort nicht schreiben. Aber die haben es eben noch nie getan.

Wenn ich in so einem Medium unterwegs bin und dort auch “austeile” oder zumindest mal einen kontroversen Text raus haue, dann muss ich damit leben, dass mir Gegenwind entgegenpustet. Und wenn man mal einen Fehler macht … naja, dann ist das halt so. So wild fand ich diese kleine Videobotschaft nicht. Was andere Parteien sich da in die andere Richtung erlauben, sind ganz andere Kaliber.

Vollständig nachvollziehen kann ich, dass er wegen der Veröffentlichung privater Kommunikation mitgenommen ist. Darüber habe ich beim Neujahrsempfang der Grünen in Minden-Lübbecke auch kurz mit Britta Hasselmann geredet. Das ist wirklich richtig schlimm. Passiert aber leider so gut wie täglich ganz vielen Privatpersonen. Für die ist das exakt so unangenehm, teilweise existenzbedrohend und schockierend. Aber da wird kein Fass aufgemacht, da wird oft nicht mal zu Ende ermittelt, sondern eingestellt.

Volker schreibt unter anderem
Aber „dieses ganze Digitalzeugs […] konfrontiert einen mit Personen außerhalb der eigenen Filterblase.“ Das ist Leben. Das ist so, wenn man vor die Tür geht. Das ist so, wenn man am Straßenverkehr teilnimmt.
Genau so ist es. Ich werde im Straßenverkehr angepöbelt, wenn ich nicht duckmäuserisch zurück stecke und wenn ich auf Facebook in einer Gruppe Sachverhalte erkläre, kommen mitunter auch ziemlich unreflektierte und uninformierte Kommentare. Ich bin da in den letzten Monaten recht schnell mit dem Blockieren-Button geworden, wenn mir die Repliken zu persönlich wurden. Mit unterschiedlichen Meiunungen kann ich leben, Beleidigungen sind aber keine Meinung.

Vielleicht kommt Robert ja in ein paar Monaten zurück. Ich halte es tatsächlich auch für einen Teil des Jobs. Sehr schade, dass sich – besonders auch kommunal! – so wenige Politiker direkt äußern.

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