Hindernisse auf den Radwegen

Jaja, schon wieder Radweg ;-) Neulich beim Frühstück wurde im Gespärch gesagt, dass doch nicht wirklich jeden Tag irgendwer auf dem Radweg die Vorfahrt nimmt oder dort rumsteht. Und in Wirklichkeit stimmt das auch. Es gibt durchaus Tage, an denen man an jeder Einmündung vorbei fahren kann, ohne dass da jemand quer steht, ohne dass die Mülltonnen mitten auf dem Radweg abgestellt werden oder jemand sein Fahrzeug zur Hälfte auf der Fläche für den Radverkehr geparkt hat. Heute war so ein Tag nicht.

Transporter wartet auf dem Radweg

Zunächst kam aus der Buschwiese eine Frau sehr zügig gefahren, die keine Anzeichen machte, zu bremsen und immer weiter auf den Radweg zurollte. Da bekommt man schon mal einen Adrenalinschub.

Ein paar hundert Meter weiter stand der Transporter mit dem Bagger auf der Ladefläche komplett auf dem Radweg. Und nicht nur kurz. Die ganze Ampelphase, welche ich an der Blöbaumkreuzung wartete, konnte ich das gelbe Rundumlicht stehen sehen. Am Hindernis angekommen stand schon ein Radfahrer mit Kinderanhänger hinten am Rad und konnte nicht vorbei. Er ist dann vorsichtig auf die Fahnbahn gewechselt, um auf der Fahrbahn vorbei zu gelangen. Habe ich auch gemacht und den Fahrer gefragt, was er glaubt dort zu tun? Er müsse warten, weil er rückwärts in eine Einfahrt wollte. Dass er dort nicht stehen durfte, wusste er – wäre ihm aber egal. Als ich ihm erklärte, er hätte genauso auf der Fahrbahn stehen bleiben können (dann ist er auch ratzfatz rückwärts in der Einfahrt – die Autos werden ihn dann schon reinlassen) hat er nur mitleidig gelächelt. Er blieb auch seelenruhig sitzen, als ich wieder vor ihm auf den Radweg fuhr. Ich bin dann abgestiegen und habe das Handy rausgeholt … und plötzlich war es kein Problem, auf die Fahrbahn zu fahren und zu rangieren.

Man kann dort problemlos auf dem Seitenstreifen stehen.


Auf dem Nachhauseweg stand wie immer jemand bei Stahls um die Ecke auf dem Radweg. Da reagiere ich eigentlich schon gar nicht mehr drauf, es sei denn, es ist ein LKW oder der Fahrer sitzt im Auto und telefoniert lautstark ;-) Habe für den Fahrer gut wahrnehmbar ein Foto gemacht, was ihn dann auch wie beabsichtigt zu einem Gespräch bewogen hat. In dessen Verlauf war er erstaunt, dass man so nicht stehen dürfte und er wäre ganz neu in der Gegend. Meine Erklärung, dass diese Regeln genauso in Hannover, München, Berlin, Stuttgart oder Bielefeld gelten würden, fand er etwas doof, glaube ich. Nach einigen weiteren Worten ist er dann aber tatsächlich vom Radweg runter und hat auf dem Seitenstreifen geparkt. Geht doch. Danach bin ich wieder zur Ampel und er fragte mich auf dem Weg zur Pommes-Bude, warum ich denn was gesagt hätte, obwohl ich da gar nicht lang wollte? Hat sich dann bedankt, als ich ihm sagte, dass ich keine Lust habe, ständig dem Ordnungsamt Bilder zu schicken, sondern es den Leuten lieber direkt sage. Ich hoffe, er meinte es ernst … und vielleicht bleibt was hängen.

SUV auf dem Radweg


Wahrscheinlich gar nichts hängen geblieben ist bei dem Fahrer dieses SUV, der nicht abwarten konnte bis er als Rechtsabbieger von der Eidinghausener Straße auf die Werster Straße fahren konnte. Als ich am Stau vorbei auf die rote Ampel zu fuhr, hatte er die Vorderräder schon eingeschlagen, um auf den Hochbordradweg zu fahren und dann auf dem Radweg am Stau vorbei zu gelangen. Da er mich aber dann doch nicht rammen wollte, tat er das erst hinter mir. Zeitersparnis war es für ihn letztendlich aber nicht, weil ich auf dem Fahrrad nicht so schnell war und auch noch gucken wollte, wer da hinter mir so dicht drängelt. Hat mich aus dem offenen Fenster ein wenig beschimpft. Was genau konnte ich nicht verstehen. Nur das letzte “Arschloch” war laut genug.

Die Frau, welche an der Werrestraße meine Weiterfahrt mit der Motorhaube ihres Fahrzeugs arg ausbremste war da nur noch übliches Tagesgeschehen. Diese täglichen Geschehnisse sind auch der Grund, warum ich der These, eine Freigabe von Fahrradstraßen würde das Miteinander stärken und das Verständnis der KFZ-Fahrenden gegenüber dem Radverkehr stärken, so gar nichts abgewinnen kann. Das Gegenteil ist der Fall!

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