Die Portastraße als Fahrradstraße

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Die Verwaltung hat als eine Maßnahme für den Radverkehr die Umwidmung der Portastraße zu einer Fahrradstraße in die Planung aufgenommen. Grundsätzlich finde ich Fahrradstraßen gut und bin sicher der letzte, der etwas gegen die Förderung des Radverkehrs sagt … wenn es denn sinnvoll ist.

Ich habe letztlich am Rande einer Sitzung gefragt, welches Teilstück der Portastraße denn überplant werden soll und war doch recht erstaunt, dass die Verwaltung tatsächlich von der gesamten Länge ausgeht. Aufgrund der Tatsache, dass es sich dabei um eine Hauptverkehrsader zum Schulzentrum-Süd mit der Realschule und dem Gymnasium handelt, ist diese Idee zunächst nachvollziehbar.

Aber eine Fahrradstraße ist nur dann hilfreich, wenn es denn auch eine ist. In der Vergangenheit wurden in Bad Oeynhausen an die Fahrradstraßen lediglich Schilder gepappt und dann war es das. Akzeptanz durch die Fahrer/innen motorisierter Fahrzeuge eher gering bis gar nicht. Die Fahrradstraßen sind jeweils mit “Anlieger frei” ausgeschildert und erlauben somit die Einfahrt für motorisierte Fahrzeuge – soweit sie ein Anliegen haben. Leider kennen augenscheinlich die wenigsten Autofahrer/innen dieses jahrzehntealte Zeichen und fahren wie immer munter auch ohne Anliegen durch die Fahrradstraßen.

So wird das auch bei der Portastraße sein. Wenn die Umwidmung also so durchgeführt wird, wie bei den anderen beiden Fahrradstraßen in Bad Oeynhausen, dann ist das Mumpitz! Aktionismus damit man sich irgendwo “wir tun was für den Radverkehr” ans Revers heften kann. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Wenn man sowas einrichtet, ohne es durchzusetzen und alles wie bisher schlüren lässt, sind die Radfahrenden nörgelig, weil sich trotz Versprechen nichts ändert und die Autofahrenden auch, weil sie sich sowieso bei jeder vermeintlichen Einschränkung aufregen.

Abhilfe kann man da nur schaffen, indem man für den Autoverkehr entweder physisch etwas ändert, oder ein Zeichen aufstellt, welches noch ein wenig Restakzeptanz hat. “Einfahrt verboten” für KFZ von der Steinstraße kommend zum Beispiel – und damit die Einfahrt in Richtung Westen verhindert. Dann kann das auch mit der Fahrradstraße funktionieren. Zumindest dann, wenn ein weiterer Baustein dazu kommt! Denn selbst bei so einer Regelung reicht der Platz auf der Portastraße zwischen der Stein- und der Bahnhofstraße für den Begegnungsverkehr aufgrund der dort parkenden Fahrzeuge nicht aus.

Weiterhin muss dann auf der Portastraße also auch noch ein durchgängiges Halteverbot auf der Fahrbahn gelten. Dann kann der Fahrradverkehr bequem fließen und Autos haben im Zweifel auch noch reichlich Platz, da es ja keinen gleich großen Begegnungsverkehr mehr gibt. Warum ich mir überhaupt Gedanken um die Autos auf einer potentiellen Fahrradstraße mache? Weil die Portastraße nunmal eine Verbindungsstraße Innenstadt <-> Steinstraße ist. Da ändert sich auch nichts dran.

Hm, mal sehen …

  • Portastraße für KFZ nur noch in eine Richtung
  • Kein Parken auf der Fahrbahn mehr
  • Fahrräder auf dem Weg zur Innenstadt bevorrechtigt

Ich schaue mal in meine Kristallkugel … das wird eine Abstimmung mit nicht mal 5 Stimmen für so ein Vorhaben. Ich würde mir ein Loch in den Bauch freuen, wenn es anders wäre, aber in Bad Oeynhausen ist man nicht bereit umzudenken.

Dabei wäre das ein prima Beitrag zur Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt. Wie ätzend sieht denn die zugeparkte Straße aus? Wie nervig ist der Parksuchverkehr? Wie lange zanken wir schon um ein Parkgebührenkonzept und jammern über nicht ausgelastete Parkhäuser? Wir sollten Städte für Menschen planen und nicht für Autos! Und wer ist irgendwann mal auf den Trichter gekommen, dass der Erwerb eines 10 bis 12 qm verbrauchenden Fahrzeugs dazu berechtigt, von der Allgemeinheit auch die entsprechende Stellfläche im öffentlichen Raum finanziert zu bekommen?

Ach, und man kommt trotz Freigabe der Portastraße in nur einer Richtung mit dem Auto noch bequem bis zum Schweinebrunnen! Es gibt ja noch die König- und die Bismarkstraße.

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