Rotlicht-Sünder

Ein Meter. Das ist die Wegstrecke, die heute morgen fehlte, um mich am Schreiben dieser Zeilen zu hindern. Hört sich dramatisch an, ist es auch. Ich hatte im Büro noch reichlich Adrenalin-Überschuss im Blut. Ich wartete an der roten Fußgänger/Radfahrerampel der Eidinghausener Straße, um die Werster Straße zu überqueren.

Nachdem der Querverkehr rot hat, dauert es knapp 2 Sekunden, bis die Fußgänger/Radfahrerampel grün schaltet. Neben mir wartete ein weiterer Radfahrer und einer stand auf der gegenüberliegenden Seite. Als es grün wurde bin ich losgefahren und war mit dem Fahrrad bereits zur Hälfte auf der Fahrbahn, als ein großer Kipper in voller Fahrt und ganz offensichtlich bei tiefrot die Werster Straße von Dehme kommend Richtung Werste entlang bretterte. Einen Meter vor meinem Vorderrad her – und das auch nur, weil ich sofort eine Vollbremsung gemacht habe. Ob der Fahrer des LKWs mit dem Kennzeichen MI – XD (unter Vorbehalt, 85% sicher, es war dämmerig und das Nummernschild dreckig) … sich wohl irgendwas dabei denkt, wenn er morgens um kurz vor Acht auf einem stark befahrenen Schulweg rote Ampeln missachtet?

Im übrigen ist mir das in dieser Woche mehrmals aufgefallen. Jeden Tag habe ich an der Ampel offensichtlich bei rot über die Kreuzung fahrende Fahrzeuge beobachtet. Und ich stehe dort ja nur einen Bruchteil des Tages, nämlich wenn ich auf dem Weg ins Büro oder zurück bin. Das mag Zufall sein, in dieser Woche fiel es mir jedoch besonders auf.

Angesichts dieses Erlebnisses heute morgen finde ich die Aussagen von Polizeioberätin Imke Pfeiffer im Stadtentwicklungsausschuss fast verachtend, als sie sagte, dass die Beobachtungen der Polizei auf der Mindener Straße zu den Rotlichtverstößen keine besonderen Erkenntnisse gebracht hätten. Wenn ich das richtig verstanden habe (was ich eigentlich nicht will!), sind ein bis zwei Rotlichtverstöße pro Stunde völlig normal.

Und sowieso könne man auf solchen Hauptstraßen LKWs nicht sinnvoll kontrollieren, weil man sie nicht anhalten kann. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis. Ich lasse mich und meine Familie lieber tot fahren, als dass jemand sich Gedanken über seine Arbeit machen müsste.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

1 Kommentar zu „Rotlicht-Sünder

  1. Mann Andreas, mittlerweile müsstest Du doch wissen, dass Rotlichtverstöße nur bei Radfahrern ein Problem sind.

    Gut, dass es Dich noch gibt, so in ganz.

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