Wenn schon, denn schon …

Heute war der erste Tag von zweien, die ich in Münster auf einer Schulung verbringen werde. Immer gern gemacht, ein bisschen raus aus dem Büro, was Neues lernen und nicht zuletzt die außerhäusige Übernachtung. Das der Akademie angeschlossene Hotel ist so schlecht nicht und vor allen Dingen das hauseigene Restaurant/Kneipe ist angenehm. Also morgens in den Volvo gesprungen und los. Das Navi behauptete, ich würde um 8:52 Uhr in Münster auf den Hof rollen. Blöderweise bin ich den Anweisungen gefolgt und um kurz vor 8 die Eidinghausener Straße bis zur Mindener gefahren. Doof, doof, doof. In Höhe von Kentucky-Fried-Chicken sollte es schon 8:59 Uhr sein. 7 Minuten auf 2 Kilometer verloren … naja, reichlich Spielraum, die Schulung beginnt um 9:30 Uhr.

Als die Kanalstraße in die Autobahn überging, habe ich entspannt Gas gegeben. Wetter in Ordnung, das Thema interessiert mich, das Gestühl des Volvo bequem. Besonders am Pöter … äh … wenn ich so bequem sitze, kann das doch nur bedeuten … richtig! Das Portemonai befindet sich nicht in der Gesäßtasche, sondern zu Hause auf dem Schrank im Flur. Fiel mir auf, als ich schon fast an der Abfahrt Gohfeld vorbei war. Die Abfahrt hat noch geklappt. Und ich bin den Weg zurück nach Hause nicht zu schnell gefahren – obwohl das sogar mir ungefähr soviel Beherrschung abverlangt hat, wie in der Kirche schon zu Anfang der Predigt ganz dringend pinkeln zu müssen. Als ich äußerst schlecht gelaunt die doofe Geldbörse einsteckte (und die Uhr umschnallte, die ich ebenfalls habe liegen lassen), zeigte das Navi bereits 9:15 Uhr Ankunftszeit – nur noch 16 Minuten Spielraum.

Als wir das letzte Mal im Zoo Osnabrück waren, habe ich mich noch gefreut, dass die Bahn so schön ausgebaut und baustellenfrei war – ist das auch schon wieder 2 Wochen hin? Hinter Melle ging’s mit den Staus und zähflüssigem Verkehr los. Die Abfahrt nach Bremen in Osnabrück ist gesperrt und von Osnabrück bis Münster ist auch alle Nase lang 80. Ja Sackra! Wollen die mich wahnsinnig machen? 9:20 Uhr, 9:22 Uhr … die Ankunftszeit rückte immer mehr nach hinten. Um 5 vor halb 10 parkte ich in einer super-engen Parklücke und kam dann als vorletzter in den Schulungsraum. Inzwischen mit Kopfschmerzen.

Die Präsentation lief dann – wer hätt’s gedacht – auch nicht wie geplant, weil das System nicht zur Verfügung stand. Der Dozent konnte aber auch “trocken” ganz gut voran kommen. Ich habe tatsächlich einige Tipps und neue Dinge mitgenommen. Hatte ich fast nicht erwartet. Mittags an der Rezeption holte ich mir dann die Info, wo ich übernachten sollte, denn das Akademiehotel war ausgebucht. In Gimbte sollte mein Bett stehen, in der Tucht, hinter den sieben Bergen. Und am abendlichen gemeinsamen Essen wollten inkl. mir nur 2 Personen teilnehmen. Habe ich dann kurzerhand abgesagt und das erste Mal überlegt, nach Hause zu fahren. Aber die Stornierung des Zimmers hätte 80% der Übernachtungskosten verschlungen. Dann eben nicht.

Der Nachmittag ging fix rum und um 16:35 Uhr stehe ich vor der Herberge – vor verschlossenen Türen! Was zum Teufel? “Sonntags Ruhetag” prangt da an der Tür “… und der Sonntag geht bis Montag um 18 Uhr!” *????* Telefon gezückt, angekündigt dass ich natürlich nicht für die Übernachtung zahle und mich jetzt auf den Heimweg mache. Der dauert knapp über eine Stunde und die Alternative ist, 1 1/2 Stunde auf die Öffnung der Pforten zu warten. Man, man, man … wenn, dann läuft aber auch alles schief!

So konnte ich wenigstens noch an der Fraktionssitzung teilnehmen – zumindest nachdem ich eine Sumatriptan genommen habe. Bei dem Gewese kann selbst der gelassenste Mensch nicht ganz stressfrei bleiben ;-) Aber dafür sitze ich jetzt entspannt auf dem eigenen Sofa.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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