Samstag – Kinotag

“Liebe braucht keine Ferien” stand auf dem Plan. Um 19.20 Uhr ins Auto gesetzt und los gefahren. Nach 2 Minuten sahen wir schon den Stau auf der Bundesstraße mit den Plinsen, die alle noch ins Einkaufszentrum wollten um dort Besorgungen zu machen. Als ich morgens um 9 meine Einkäufe tätigte, war dort gähnende Leere. Ich kann verstehen, wenn jemand in der Woche um 22 Uhr einkaufen möchte, aber am Wochenende?

Jedenfalls sofort gewendet, nach Hause, Roller startklar gemacht. An der Schlange vorbei gedrängeltfahren und direkt vorm Eingang des Kinos einen Parkplatz bekommen. Nur kalt war’s auf dem Zweirad. Und die Klamotten stinken nach dem Kinobesuch verdammt nach Zigaretten! Weil man Helme draußen einschließen muß, ich meine Jacke dazulegte und direkt vor den Schließfächern der einzige Platz im Kino ist, an dem man noch rauchen darf. Voll bescheuert! Sowohl das Rauchen als auch ich, dass ich meine Jacke genau dort gelassen habe.

Punkt 20 Uhr begann die Werbung. Insofern bemerkenswert als bei meinen letzten Besuchen immer zwischen 10 und 7 Minuten vorher mit der Gehirnwäsche begonnen wurde. Womöglich lag es daran, dass das “Kinderfilme” waren und man dem jungen Publikum keine 40 Minuten stupide Berieselung zumuten möchte und daher den Werbeblock nach vorn verschiebt. Ofizieller Einlaß ist später, also hat der Besucher 10 Minuten Werbung gespart – fragt sich nur, was die Werbenden davon halten. Die buchen die Spots für teuer Geld. Mir egal!

Denn wenn ich mir in den 40 Minuten bis zum Film die Zeit mit dem inzwischen wirklich abegnudelten Sparkassen-Spot “Zahnbürste gefällig” vertreiben muß, bin ich um jede Minute froh, die ich nicht auf Reklame gucken muß. Das Ding ist mal massiv unlustig – selbst beim ersten Sehen. Und werden für Spots nicht auch Schauspieler gecastet? Grausam, was da an darstellerischem Unvermögen komprimiert auf den Zuschauer losgelassen wird.

Danach bewarb Ford den Fiesta mit “MP3-Anschluß“. Ja hallo Ford, auch schon aufgewacht? Da muß ich weit zurück gehen in meinen Erinnerungen, bis ich den Punkt erreiche, an dem das für mich neu war … Moment, hab’s gleich … ah, ja. 1988 habe ich mir den ersten “AUX-Eingang” in einen fahrbahren Untersatz montiert. Meine Vespa PK 50 XL war damit ausgestattet. Und danach eigentlich alle Fahrzeuge, die ich besessen habe. Nun, damit hinkt Ford dem Stand der Technik so ziemlich 20 Jahre hinterher.

Gefolgt wurde dieses Marytrium mit Oldie-Technik durch einen der grenzdebilen “Raubkopiererspots“. Was will mir der Kinobetreiber mit der Präsentation des Spot sagen? Das er mich für einen Kriminellen hält? Das er mich nicht im Saal haben will? Das er keine Ahnung hat, woher Raubkopien kommen? Jedenfalls nicht aus dem Kinosaal. Und die Leute in den eigenen Reihen der Filmindustrie, die den Markt mit Raubkopien versorgen, werden sich wohl an diesen Spots nicht stören – bekommen sie ja nicht zu Gesicht, wenn sie die Presse-DVD rippen oder die Kinorollen direkt abtasten.

Uh, und dann das Grauen. Boris Becker beweist eindrucksvoll, dass er kein Schauspieler ist. Wenn auch das Thema wichtig und der gebrachte Spruch durchaus witzig sind. Unglücklich, dass der Protagonist so gänzlich ungeeignet ist, daraus eine erträgliche Präsentation zu machen. Wobei der Mensch in der Schlange hinter ihm mir noch ein wenig mehr leid tat, mit der ihn offensichtlich hoffnungslos überfordernden Rolle.

Schlußendlich – mein Lieblingsspot derzeit! “Kino – Dafür werden Filme gemacht”. Ein sehr schönes Lied und prima Szenen (Naja, bis auf den Kerl, dessen Film die ganze Nacht dauert – der nervt mich)! Warum wird davon nicht mehr gezeigt? Das macht doch Spaß beim gucken, da geht man dann wirklich gerne ins Kino. Und der Clip kann sogar völlig legal herunter geladen werden. Den Raubkopiererspot will ja wahrscheinlich sowieso keiner haben.

Dann noch schnell die Eiswerbung für “Magnum” – und los geht’s! Ohne den glücklicherweise ausgestorbenen Eisverkäufer. 40 Minuten auf den Film warten ist auch so schon lange genug – und die peinliche Lokalwerbung habe ich noch nicht einmal erwähnt.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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