Schweiz 2013.03

Gletterens / Schweiz – 29.03. – 02.04.2013

Daten der Fahrt:
  • Kilometer: 1.808
  • Liter Benzin: 165,43
  • Durchschnittsverbrauch: 9,15
  • Preis € / Schnitt: 1,630
  • Preis € / Gesamt: 270,17

Mittwoch und Donnerstag war ich noch in Münster auf einem Seminar und Karfreitagmorgen sollte es in aller Frühe los gehen Richtung Schweiz. Obwohl, so ganz früh oder alternativ ganz schnell, musste es gar nicht sein. Die Schwägerin musste arbeiten und sei erst gegen 16 Uhr im neuen Eigenheim – auf gar keinen Fall durften wir vor ihr ankommen! Weil mir der Schädel am Vortag fies dröhnte, haben wir ganz normal ausgeschlafen, geduscht und haben uns erst um viertel nach Acht in die Sitze des Yeti gefläzt. Rauf auf die Bahn. Über Nacht hat es mal wieder Schnee gegeben – ca. 5 Zentimeter hoch lag die weisse Pracht – und es kam immer noch von oben runter. Entsprechend sinnig bin ich auf der Bahn unterwegs gewesen.

Bis kurz vor Hessen war das Wetter sehr, sehr mäßig, wurde dann aber deutlich besser. In Baden-Württemberg war es sogar ein bisschen sonnig! Das änderte aber nichts daran, dass es mir echt mies ging. Total schlapp und müde. Ab Basel hatte uns dann auch der Schnee wieder! Dichte, dicke Flocken haben die Sichtweite deutlich reduziert. Macht aber nichts, weil die Schweizer eh nicht schneller als 120 Km/h dürfen und bei so schlechtem Wetter gerne auch noch einen Gang runter schalten. Zeigte das Garmin zu Beginn der Fahrt noch 15:25 Uhr als Ankunftszeit an, hatte sich das durch Pausen und die langsame Fahrt inzwischen auf 16:50 Uhr verlängert. Passt ja. Ziemlich genau zur vorher gesagten Zeit sind wir nach 804 Kilomtern vor dem Neubau in Gletterens ausgerollt. Einen Schnitt von 97 Km/h und einen Durchschnittsverbrauch von etwa 8 1/2 Liter hatten Garmin und der Bordcomputer errechnet.

Nach der herzlichen Begrüßung wurden wir erst einmal durch das neue Haus geführt. Den Bauplatz hatten wir uns damals schon einmal angesehen, aber seitdem dort gewerkelt wurde, waren wir noch nicht vor Ort. Schick geworden ist es – auch wenn die Lage nicht so exklusiv ist, wie in Faulensee ;-) Aber immerhin kann man den Lac de Neuchatel vom Gästezimmer aus sehen, sofern die Bäume im Wald davor noch keine Blätter haben. Ich war ziemlich groggy, die Schwägerin musste am nächsten Morgen noch einmal zur Arbeit und so haben wir nach dem leckeren Abendessen bestehend aus einem Auflauf aus Kasselerfleisch, Rösti und Ananas nur noch kurz beisammen gesessen und sind gegen 22 Uhr ins Bett gefallen.

30.03.2013

Die Nacht war für mich wirklich Scheiße! Ständig war ich wach, die Nase war zu und lief trotzdem, ich hatte fiese Kopfschmerzen und war müde. Ätzend! Zum Frühstück habe ich mit Frau und Nachwuchs vom nahen Denner-Markt frische Brötchen und etwas Honig geholt … und mich danach ins Bett gelegt. Da ging gar nichts mehr. Hinter meinem rechten Auge hatte irgendwer Stecknadeln deponiert, die nun von innen in die Pupillen stachen. Bücken und was aufheben ging gar nicht, flach liegen auch nicht. Aufrecht liegen auch nicht – ganz gefährlicher Männerschnupfen! Im Ernst, so wehleidig bin ich gar nicht, aber Schmerzen im Kopf sind das Übelste das ich mir vorstellen kann. Nach einer Ibuprofen 600 und ein paar Stunden dösen/schlafen konnte ich zumindest wieder halbwegs geradeaus gucken.

Die anderen haben den ganzen Tag über auch nur ausgeruht und gefaulenzt. Gelesen, etwas Billard gespielt oder Clone-Wars geguckt und Harry-Potter gehört. Am Nachmittag wollte Tim dann trotz immer noch eher durchwachsener Witterung endlich mal raus und auf dem Abenteuerspielplatz vor dem Küchen-/Wohn- und Esszimmerfenster spielen. Da die Aussenanlagen noch nicht fertig gestellt sind, türmen sich dort noch Lehm- und Mutterbodenhaufen auf, die sich ideal zum Zusauen eignen. Genau das hat der Nachwuchs dann auch mit Bravour geschafft.

Meinem Kopf ging es am späten Nachmittag etwas besser, aber nach Halligalli war mir trotzdem nicht. Bisschen erzählen, bisschen über das Haus und die weiteren Pläne fachsimpeln, ein wenig den Frauen beim Essen zubereiten zusehen. Sowas halt. Das Abendessen war übrigens ganz ausgezeichnet: gebratene Garnelen mit Nudeln. Sehr lecker! Mit Rücksicht auf meinen Kopf habe ich allerdings den extra importierten “Writers Tears” nicht angerührt.

Tim verzog sich nach dem Essen ins Fernsehzimmer und frönte seiner Leidenschaft für Clone-Wars. Wir saßen noch ein paar Stunden zusammen und haben was erzählt. Aber um 10 Uhr konnte der Hausherr nicht mehr und ich wollte mich auch hinlegen. Feierabend!

31.03.2013

Es fühlte sich so an, als wäre der Kopf tatsächlich besser. Vielleicht hilft’s wirklich, wenn man sich bei einer Erkältung einfach mal hinlegt und nicht weiter zur Arbeit rennt oder Dönnekens macht. Die Nase war zwar immer noch erst mit Sinex frei und nach unten musste ich den Kopf auch nicht halten, aber es dröhnte nicht mehr. Tim war schon um 7 Uhr hellwach, weil er Ostereier suchen wollte. Bis kurz nach 8 konnten wir ihn noch bremsen, dann war aber wirklich Schicht im Schacht und wir haben uns zusammen mit ihm über jedes im Haus versteckte und gefundene Ei gefreut. Danach habe ich mich ins Auto gesetzt und bin in den Denner-Markt gefahren, um das Frühstück zu schießen. In der Schweiz haben Supermärkte offensichtlich auch an Ostersonntag geöffnet – aber keine Brötchen mehr, wenn man erst kurz vor 10 dort aufläuft. Die Baguettes und kleinen Weißbrote waren aber genauso lecker!

Nach der ausgiebigen Stärkung haben wir das aufklarende Wetter genutzt, um uns ein paar Orte anzusehen. Die Schwägerin und der Schwager wohnen ja auch noch kein Vierteljahr hier und darum sind wir mal ein bisschen den See runter gefahren. Erster Halt war Estavayer-le-Lac. Eine kleine Stadt direkt am See mit einem Schloß und Resten der Stadtmauer. Das Wetter sah übrigens deutlich wärmer aus, als es sich tatsächlich anfühlte. In der halbwegs windgeschützten Innenstadt war’s ja noch angenehm, aber direkt am Seeufer sog es wie Hechtsuppe!

Der Ort ist schön verwinkelt und hat einige schicke Häuser zu bieten. Bei besserem Wetter kann man da sicher noch ein Stündchen länger spazieren gehen. So sind wir recht zügig wieder in den Yeti gestiegen und weiter gefahren. Bis zum südlichsten Ende des Neuberger Sees wollten wir fahren und dort Yverdon-les-Bains ansehen. Auch wenn die Schwägerin sagte, es sei dort hässlich! So schlimm war’s nicht – allerdings auch kein Offenbarung. Sicher trug das immer frischer werdenede Wetter dazu bei, dass wir nur schnell einmal durch die innere Innenstadt gehetzt sind und uns dann wieder in die kuscheligen Sitze des Autos gesetzt haben. Zurück nach Geletterens!

Dort angekommen haben wir beiden Herren uns die Zeit mit Lesen im Internet und tippern dieser Zeilen vertrieben, während die Damen und der Nachwuchs sich mit der hauseigenen Sauna vergnügten. Zum Abendbrot gab es Gyrospizza mit Tsatsiki. Vom allerfeinsten.

01.04.2013

Morgens haben wir in Ruhe ausgeschlafen. Brötchen/Brot holen musste niemand, da vom Vortag noch reichlich Backwaren übrig waren und außerdem noch Aufbackbrötchen vorrätig waren. Nach dem Essen war Alex ganz begeistert, dass vor dem Fenster plötzliche Rehe aufauchten. Wohnt die Verwandtschaft wohl ganz schön ländlich.

Leider blieb es nicht so beschaulich. Mein Kopf, der eh schon die ganze Zeit rumorte, wurde plötzlich zu einem Nadelhaufen. Die Stirnhöhlen müssen total zu gesessen haben und ich habe mich ins Bett gelegt und Tränen in den Augen gehabt. Nach 2 Stunden haben die Tabletten gewirkt, ich habe noch ein Dampfbad genommen und als ich dann wieder halbwegs geradeaus gucken konnte, habe ich angeregt, 15 Stunden vorher abzureisen. Alex und Tim waren zwar entäuscht, verstanden mich aber. Und mir ist es lieber, ich fahre mit halbwegs klarem Kopf hoch und kann noch einen Tag ausruhen, als dass ich Dienstag mit Kopfschmerzen Auto fahre und dann gleich am nächsten Morgen ins Büro muss. Ich bin so arbeitgeberfreundlich … Krankenheiten werden im Urlaub oder über Feiertage genommen und auskuriert.

Um 15:15 Uhr waren wir auf der Reise. Die Fahrt war völlig unspektakulär und ruhig. Kein Stau in unserer Richtung, keine Unwetter, Sonnenschein, trockene Fahrbahn, der Yeti schnurrte wie eine Nähmaschine und so waren wir um eine halbe Stunde vor Mitternacht wieder im Dörgen. Nicht mal das Radio hatten wir während der Fahrt an. Nur unterhalten und auf die Reifen, das Getriebe, den Turbo und die Zylinder gehört. Das muss auch mal reichen. Dafür blieben die Kopfschmerzen im erträglichen Rahmen. Ausgepackt haben wir in der Nacht – ganz gegen unsere Gewohnheiten – nicht mehr. Nur noch ins Bett gefallen.

Trotz meiner Unpässlichkeit ein schöner Ausflug!

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