Mit dem Fahrrad durch den Bäcker-Drive-In

An sich ist das ja nichts besonderes. Die Bäckerei-Kette Hensel hat bei ihren neuen Backshops/Cafés jeweils auch einen Drive-In installiert. Und während gleichzeitig neben der Möglichkeit mit der Blechkutsche direkt “in” den Laden zu fahren auch dutzende Parkplätze für KFZ vorgehalten werden, gibt es für Fahrräder nur zwei Felgenknicker. Zudem kommt es mir so vor, als würde der Drive-In auch leicht bevorzugt bedient. Jedenfalls wurde die Schlange dort in der Vergangenheit auch dann abgearbeitet, während ich drinnen am Tresen wartete.

“Drive in” beim Bäcker

Also bin ich heute mal mit meinem Bergamont durch den Drive-In gefahren. Vor mir nur ein Auto, drinnen eine lange Schlange. Super, da bin ich dann ja gleich dran. Aber Pustekuchen, nachdem das Auto vor mir Platz machte, drehte sich der Mitarbeiter flugs um, eilte zu seinen Kolleginnen und bediente am Tresen weiter. Ich musste warten. Drinnen amüsierten sich dei Wartenden derweil, dass ich am draußen mit dem Fahrrad am Auto-Schalter stand. Wenn dort fünf Autos mit laufendem Motor hintereinander stehen, habe ich noch nie jemanden lachen sehen. Ehrlich gesagt würde ich bei dem Anblick auch lieber weinen.

Konnte dann aber nach einem Kunden umgehend meine Bestellung aufgeben, immer noch sehr zum Amusement einiger im Laden wartender Kunden. Ich war auch nicht der Erste, der bei diesem Bäcker auf den Gedanken gekommen ist, aber es dürften von mir aus noch mehr Menschen so machen. Was für ein Irrsinn, angesichts der Situation unserer Umwelt, unserer Infrastruktur und der Diskussionen welche wir rund um das Auto führen, so etwas zu bauen. Bei einem Bäcker, dem Paradebeispiel für Nahversorgung.

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11 Kommentare zu “Mit dem Fahrrad durch den Bäcker-Drive-In
  1. Martin Böhne sagt:

    Wenn sich die Verkaufskraft abwendet, nur weil ein Fahrradfahrer am “drive in” bedient werden möchte, wäre dass ein Grund für mich diesen Bäcker in Zukunft links liegen zu lassen!
    Beste Grüße
    Martin

    • Andreas sagt:

      Die Verkaufskraft hat sich von mir abgewendet, obwohl ich der nächste in der Schlange war. Und die Verkaufskräfte wenden sich nie ab, wenn dort mehrere Autos in der Schlange stehen und warten. Was macht es für einen Unterschied, mit welchem Fahrzeug ich am Drive in stehe? Es geht darum, dort Menschen zu bedienen. Und Deiner Aussage nach, bin ich als Radfahrender also ein Mensch, der es nicht wert ist bedient zu werden? Verstehe ich das richtig?

  2. Martin sagt:

    Wie hast du es denn empfunden?
    Wenn Du mit dem Auto gefahren wärst, wärest Du bedient worden, oder nicht?
    Die grinsenden Kunden im Laden werden ja nicht umsonst gefeixt haben?
    Oder habe die gegrinst weil ein Radfahrer durch den drive in fährt und Brötchen kaufen möchte?
    Es gibt Bilder wo jemand mit seinem Pferd durch den drive in bei Mäkkes reitet und auch bedient worden ist.
    Vielleicht hättest du fragen sollen, warum die Verkaufskraft zunächst im Laden bedient hat, statt dich zu bedienen, obwohl Du der nächste in der Schlange warst.

    • Andreas sagt:

      Die haben eher gegrinst, weil sie es lustig fanden, dass ein Radfahrer am Drive in stand. Vielleicht auch, weil sie das albern fanden. Eher nicht, weil der Verkäufer sich abwendete. Und das hätte er sicher nicht getan, hätte ich in einem Auto gesessen – das kam mir schon so vor.

  3. DS-pektiven sagt:

    Haste es doch mal ausprobiert… ;)

    Ein wenig sollten Radfahrer aber noch an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten. Nur, weil derartige Anlagen in Kfz-Breite angelegt werden, heißt das ja nicht, dass das nur für Autos gemacht / gedacht sei. Okay, ein globaler Mc-Burgerbrater sieht das bspw. etwas anders und bedient kein radfahrendes Gesocks…!

    Ich fahr bei der anderen (königlichen) globalen Burgerbraterei immer wieder mal durch’s Drive-in. Warum auch nicht? Soll ich vielleicht warten, bis die da noch “Radinfrastruktur” anlegen? Wegen “ein paar Radfahrern” würden die sowas ja nicht bauen – dann nimmt man das halt einfach mit! Ist ja nicht alles schlecht an der Ausrichtung auf den Kfz-Verkehr…

    Die Straßen / Fahrbahnen gehören schließlich auch nicht den Autofahrern allein! Und ich freu mich auch immer, wenn ich fröhliche Gesichter sehe; wenn man die Leute schon aufheitern kann, indem man mit einem Fahrrad durch einen Drive-In fährt, hat man doch was Positives bewirkt! ;)

  4. atze sagt:

    Bäckereikette “Hensel” mit drive-in (so die korrekte englische Schreibweise): Lass mich raten, glyphosatverseuchtes Billigmehl zu drögen Biomasseinseln verpappten Kohlenstoffverbindungen mit Sägemehlgeschmack.
    Muss man da überhaupt hin?

  5. atze sagt:

    Hallo Andreas,
    eigentlich kann ich nicht mitreden, da ich noch nie dort war.
    Es soll allerdings auch Menschen geben, die zu MCDoof gehen und das auch noch lecker finden. Es soll nur ein Vergleich und keine Wertung sein. Aber dann kann man die Diskussion mangels annähernd ähnlichen normativen Grundlagen, was Ernährung betrifft, sofort beenden.

    • DS-pektiven sagt:

      Ich fühl mich mal angesprochen. @atze: Es geht hier um Drive-Ins und nicht darum, ob Backwaren von einer “klassischen” Bäckerei, einer Bäckerei-Kette oder vom Discounter nun besser schmecken, “gesünder” sind oder sonstige Vor- und Nachteile haben.

      Wenn ich (grade Sonntags) auf einer zig km langen Tour bin und einen grummelnden, leeren Magen habe, dann kann ich mir auch ein paar Fritten und ein paar Nuggets beim Burger King erlauben. Ich hab es auch nicht nötig, mich über mein Essverhalten von anderen Leuten abzugrenzen und selbst bei den unpassendsten Gelegenheiten als “Besseressser” darzustellen. :P

      Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen sowieso nicht streiten!

  6. atze sagt:

    Hallo DS-pektiven,
    wer liest, ist klar im Vorteil.
    Ich hatte ja ziemlich deutlich dargestellt, dass ich mich hier eben nicht wertend äußern möchte. Aber es sei Dir nicht benommen, mich als Besseresser zu betiteln, wenn Du Dich danach besser fühlst.
    Man kann übrigens auch vor einer Tour planen und sich Ess- und Trinkbares mitnehmen. Jedenfalls mache ich das so, um von vorn herein unangenehmen “kulinarischen” Überraschungen unterwegs vorzubeugen.
    Du kannst ja gern zu irgendwelchen Fritierern gehen, musst das aber nicht anderen zumuten.
    Interessant, wie beim Auto- und beim Flüchtlingsthema, begegne ich beim Essen auch immer wieder diesen emotionalen und meist unsachlichen Reaktionen, die jegliche entspannte Diskussion unmöglich machen.

  7. JvanDieken sagt:

    Moin,

    mir wärs egal, ich würd auch mit dem Rad stumpf den Drive-In benutzen. Immerhin drive ich ebenfalls, wenn auch nur mit zwei Reifen.

    Wenn ich die fetten Leute in ihren Autos vor, und hinter mir ehe…..dann fühl ich mich sogar recht gut dabei ;-)

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