Gehweg in der falschen Richtung befahren

Logo: Fahrrad

Vor der Ratssitzung am 05.11. traf ich einen leitenden Verwaltungsbeamten auf dem Flur des Rathauses, als ich gerade die Treppen hinauf zum Ratssaal lief. Wie wir so nebeneinander gingen, nutzte ich die Gelegenheit und fragte ihn, warum er mit dem Fahrrad einen für Fahrräder nicht freigegebenen Gehweg benutzt und das auch noch in der falschen Richtung. Vor ein paar Tagen trafen wir uns nämlich in genau dieser Situation (Und ich habe das auch schon vorher desöfteren beobachtet).

Die Antwort erstaunte mich ein wenig “Ich bin doch vorsichtig!”. Großes Erstaunen in meinem Blick und leichte Sprachlosigkeit. Ich habe dann entgegnet, dass es schlicht verboten ist und zudem gefährlich sei. “Ja.” hörte ich daraufhin. Meine weitere, leicht konsternierte Erwiderung, dass die Polizei in ihren Unfallmeldungen jedesmal auf die verbotene Nutzung von Gehwegen und auf das Fahren in die falsche Richtung hinweise, wurde ebenfalls – sichtlich mürrisch – nur mit “Ja.” beantwortet … und dann trennten sich abrupt unsere Wege.

Ganz ehrlich: so ein Verhalten finde ich unmöglich! Vorschriften ignorieren, andere Verkehrsteilnehmer gefährden und das dann ganz offensichtlich auch noch für völlig normal halten. Aber einen Helm auf dem Kopf haben!

Ich habe das hier schon mal geschrieben, ich neige dazu das Verhalten von Menschen in bestimmten Situationen in meiner Einschätzung auf das Verhalten in anderen Situationen zu übertragen. Wenn man sich bei der einen Sache nicht an die Regeln hält, wie macht man es dann an anderer Stelle? Was ist mit der Vorbildfunktion? Warum sollte ich etwas einhalten oder glauben was mir gesagt wird, wenn ich weiß dass es selbst an anderer Stelle als nicht gültig angesehen wird?

Die Verwaltung schreibt eine Benutzungspflicht für Radwege an Eidinghausener- und Steinstraße vor. Ich und viele andere sagen, das ist hanebüchen und deutlich gefährlicher als das Fahren auf der Fahrbahn. Die Unfälle auf den Radwegen der letzten Zeit und auch die Ausarbeitungen externer Berater geben mir Recht. Warum sollte ich mich an diese Benutzungspflicht halten, wenn selbst in der Verwaltung Verkehrsregeln ignoriert werden? Noch dazu auf wirklich gefährliche Art und Weise?

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*