Bildungsprojekt-Medienkompetenz

Der Nachwuchs ist auf der weiterführenden Schule, zum Geburtstag gab’s ein Smartphone – auf dem ich Facebook deaktiviert habe. Das wird so lange funktionieren, bis er weiß, wie man die App wieder gängig macht. Im Moment bekundet er kein Interesse, aber wenn ich sehe, wie eifrig WhatsApp benutzt wird, kann es nicht mehr lange dauern. Nunja, in der Fritzbox habe ich die BPjM-Blacklist aktiviert … was man so macht. Das wird alles nicht lange halten. Allerdings bilde ich mir ein, nicht ganz unbeleckt zu sein, was “Soziale Medien”, das Internet und dessen Nutzung angeht. Und wir fangen auch schon an, dem Jungen zu erklären, was man schreiben darf/kann/soll und was man lieber für sich behält. Bin da noch ganz guter Dinge.

Schadet aber nicht, wenn man seine Ansichten mal auf prüfen lässt. Oder auch nur mit denen von anderen vergleicht. Das Immanuel-Kant-Gymnasium bietet aktuell für die unteren Klassen und deren Eltern im Rahmen eines Bildungsprojekts-Medienkompetenz vier Infoabende zum Thema “Facebook, Smartphones & Co.” an. Habe ich mich natürlich angemeldet. Eine Rückmeldung ob das Seminar stattfindet und/oder in welchem Raum, gab’s nicht. Auf Nachfrage konnte man mir heute morgen im Sekretariat nicht sagen, ob sowas überhaupt geplant sei. Nunja, ist irgendwie auch ein bisschen Medienkompetenz.

Ich war jedenfalls pünktlich vor den ursprünglich angegebenen Räumen … und das allein. Bin dann etwas rumgespeckert und fand den Weg zu Cafeteria, wo der erste Workshop auch stattfand. Ich war dort jedenfalls nicht der Erste. Felix Ebner von der Mecodia GmbH ging dann auch gleich in die Vollen und erklärte das System “Facebook”, womit dort Geld verdient wird, was man dort machen kann und was man tunlichst einstellen soll. Das “wo” holt man sich von der Website der Mecodia in den dort angebotenen, kostenlosen E-Books. Dabei fand ich den Teil über Facebook sehr lang und den über Smartphones & Co ein wenig kurz. Etwas mehr als 2/3 der ziemlich genau 1 1/2 Stunden wurden auf das Social-Network verwendet. Ich hätte mir zumindest gewünscht, dass man Instagram, Twitter, Google+, Wer-kennt-wen, Xing etc. auch noch kurz erwähnt. Grundsätzlich läuft es dort nicht viel anders als bei Facebook. Und bei aller “Angstmache” über die Speicherwut Facebooks wurde vergessen zu erwähnen, dass alle (noch so sinnvollen) Einstellungen in Facebook vielleicht gegen Zugriffe anderer Facebooknutzer oder Apps helfen, aber nicht gegen die Speicherung der Daten durch Regierungen und Co. Letzteres macht mir deutlich mehr Angst, als der erwähnte Australier, welcher u.U. mein Profil lesen kann. Nunja, die CDU hat ja nix gegen die Vorratsdatenspeicherung ;-)

Nach dem Vortrag fühle ich mich jedenfalls in meinen Ansichten bestätigt, wurde nichts anderes erzählt, als ich auch immer rede. Tatsächlich habe ich gleiches in kleinerer Runde schon desöfteren erzählt. Ich bin etwas weniger angstmachend und neige dazu, die Selbstbestimmung und das Bewusstsein für die veröffentlichten Daten in den Vordergrund zu stellen. Grundsätzlich war ich aber ziemlich einverstanden. Das die Selbstbestimmung zu kurz gekommen ist, zeigte sich denn auch in einer Nachfrage “… ob es denn eine App gäbe, mit der man das Handy der Kinder gegen Pornoseiten und so sperren könne …”. Auch dort wurde als Antwort mein Reden gegeben “Klappt eh nur, bis das Kind weiß wie man es ausschaltet.” Noch wichtiger wäre für mich gleich danach der Hinweis gewesen, vielleicht mal darüber zu reden und nicht sperren, dicht machen, verbieten.

Aber für die Kürze der Zeit war es ein guter Vortrag. Ich habe wirklich schon andere Sachen zu diesen Themen gehört und mich auf Diskussionen eingestellt. Schön wenn die Erwartungen dann nicht eintreffen. Empfehlenswert.

Getagged mit: , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*