Selbsterfüllende Prophezeihung

In der letzten Woche fand wieder mal ein “Blitzer-Marathon” statt. Un die Polizei hat es sich seit diesem Jahr zu eigen gemacht, vorher anzukündigen, wo sie gedenkt Geschwindigkeiten zu kontrollieren. Das halte ich nicht erst seit gestern für ziemlichen Schwachsinn. Denn zum einen gelten die Geschwindigkeitsbegrenzungen natürlich immer und überall und zum anderen erzählt die Polizei den anderen bösen Jungs ja auch nicht, wo sie denn mal zu einer bestimmten Zeit Streife fahren wird, damit in der übrigen Zeit und an anderen Orten beruhigt Häuser leer geräumt werden können. Dass es genau so ist, sieht man ja daran, dass gerne mal während Beerdigungen eingebrochen wird.

Mit dem Straßenverkehr ist es nicht anders. Wenn jemand genau weiß wo er Geld zahlen muss, wenn er auf die Tube drückt, dann lässt er das oder umfährt die Stelle. Wenn nun die Polizei sich ganz doll darüber freut, dass so wenige Leute geblitzt werden, dann hört sich das schon ein bisschen bräsig an. Da von “einem guten Tag für die Verkehrssicherheit und einem guten Tag für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Minden-Lübbecke” zu sprechen, wie es unser Landrat Dr. Ralf Niermann getan hat, zeigt mir nur dass da nicht viel nachgedacht wurde.

Wie sicher mag es wohl werden, wenn die Polizei genauso konzentriert und eifrig blitzen würde, ohne das anzukündigen? “Aber da würden ja ganz, ganz viele Leute den Führerschein verlieren!” Richtig, und? Wenn man das regelmäßig macht, dann hat die Aktion auch dauerhafte Wirkung. So ist das doch nur eine volksverblödende Marketingaktion. Die Presse ist wochenlang mit Berichten beschäftigt, die Polizei kann sich die Brust schwellen lassen und geholfen ist niemandem. Im Gegenteil, in der übrigen Zeit wird es eher schlimmer ist mein Eindruck. Ganz toll.

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