Vatertag am Großen Weserbogen

Während sich andere Nichtväter bevorzugt jüngeren Jahrgangs und seit einigen Jahren verstärkt auch Mitmenschen die rein anatomisch niemals Vater werden können, an Christi Himmelfahrt die Rübe wegballern und allerlei kaputt kloppen, habe ich als Vater dieses Treiben zuletzt nur immer von Ferne beguckt. In diesem Jahr wollte ich aber auch mal raus und habe gedacht, dass der Nachwuchs mit soll! So haben wir es dann auch gemacht.

Fahrradanhänger mit Zelt, Luftmatrazen, Schlafsäcken und sonstigem überlebenswichtigen Zubehör bepackt und mit dem kleinen Jungen und der Mama auf die Reise gemacht. Die Idee hatten übrigens nicht nur wir. Der Weserradweg Richtung Minden war genauso voll wie die Mindener Straße im Feierabendverkehr. Nicht ganz Stop & Go, aber wir mussten schon ein bisschen sinnig fahren.

Den ersten Halt machten wir am Drachenfliegerlandeplatz, zweiter Stop war die Eisdiele in Porta-Westfalica und die dritte und letzte Rast für den Tag legten wir am Zielort an: dem Campingplatz am Großen Weserbogen. Zum Baden waren wir schon mal dort gewesen, aber auf dem Campingplatz noch nie. Tim und ich wollten dort übernachten und Alex am Abend wieder nach Hause. Irgendjemand muss ja arbeiten und Geld verdienen ;-)

Haben schnell das Zelt in der hintersten Ecke, den jugendlichen Zeltern vorbehalten, aufgebaut und sind dann an den Strand gegangen. Das war überraschend heiß und sogar ich habe mich eingecremt, um keinen Sonnenbrand davon zu tragen. Tatsächlich war es so warm, dass sich neben Tim auch ein paar andere Leutchen ins Wasser des südlichen Sees trauten und badeten. Ich bin allerdings nur bis zu den Oberschenkeln rein gegangen. War mir doch etwas zu frisch.

Alex ist dann gegen 19 Uhr gefahren und wir beiden Jungs sind in die Pizzeria auf dem Platz gegangen, um unser Abendbrot zu uns zu nehmen. Frutti di Mare und Salami – wie immer. Sowohl die Aussicht als auch das Essen waren ausgezeichnet.

Während ich meine Pizza verspeiste wurden wir vom Vater am Nebentisch angesprochen. Zuerst, weil Tim ihn und seine Kinder am Nachmittag mit Seegras beworfen hat :-o und dann mit der Frage, ob ich Andreas Edler sei. Nachdem ich das bejahte, haben wir uns ein wenig über Holzterrassen unterhalten, weil sich eben jener Mann von meiner Seite ein paar Anregungen für den Bau seiner Holzterrasse geholt hat. Das hat mich echt gefreut! Viele Grüße an dieser Stelle ;-)

Danach sind wir beiden Edlers noch mal an den See und haben in die Sonne und die Runde geguckt. Erst gegen 21 Uhr haben wir uns auf den Weg zu unserer sehr kleinen Hütte gemacht. Schnell noch zum Waschhaus – und das ist eigentlich mein einziger Kritikpunkt an dem Campingplatz: es gibt nur eins! – und Zähne geputzt, und dann in die Kojen.

Während ich bereits mit meinen Augen und der Nase kämpfte, war Tim noch hellwach und holte sich sein Baumhaus-Buch aus der Tasche. War ja auch noch hell. Ich beschäftigte mich derweil damit, meine Augen mit Vividrin halbwegs benutzbar zu halten und nicht zu sehr das Zelt zuzuniesen.

Jemine, so einen Heuschnupfenanfall habe ich seit Jahren nicht gehabt! Muss wohl an dem vielen Gras ringsherum gelegen haben. Um kurz nach 10 war es dann dem Nachwuchs zu dunkel zum Lesen und er hat sich – obwohl gar nicht müde! – hingelegt und ist nach 5 Minuten laut schnarchend eingeschlafen. Ich lag noch eine Stunde wach, war um 1 wieder wach, um 2 und um 4, um 5 bin ich zur Toillette gegangen und habe Augen und Nase mit Wasser durchgespült.

Um 6 war Tim wach und wollte alles mögliche unternehmen, leider war ich völlig groggy. Bis 7 Uhr konnte ich ihn hinhalten und dann sind wir aufgestanden und zum Duschen gegangen. Schön lange, denn Brötchen gab es erst ab halb 9. Bis dahin war noch Zeit, den See erneut zu besuchen.

Als um 8:30 Uhr der Brötchenmann auftauchte, standen wir in einer laaaangen Schlange. Hat dann aber doch nur knapp unter einer Viertelstunde gedauert, bis wir unsere Backwaren hatten und am Zelt verspeisten. Danach wurde noch etwas Ball gespielt, gemütlich abgebaut und nach dem ausgiebigen Bezahlen an der Rezeption der Heimweg angetreten. Dabei lief mir – ja, das ist unappetitlich – der Schnodder im übrigen in Strömen aus der Nase. Nicht so richtig angenehm, vor allen Dingen weil sich das am Kinn mit den Tränen der Augen vermischte. Ätzend!

Grundsätzlich und insgesamt war es aber sehr schön! Tim war richtig begeistert und will so eine Tour ganz schnell noch mal machen. Dann fahren wir aber mit dem großen Zelt. Das hatte ich diesmal nicht mitgenommen, weil es doch etwas mehr Platz im Hänger benötigt und ich dachte mit dem kleinen Kriechzelt kommt man eine Nacht hin. Ist aber nicht so, da kann man maximal alleine drin übernachten. Zu zweit ist es super unbequem. Beim nächsten Mal dann mit mehr Komfort ;-)

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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