Mädchen auf dem Dörgen umgefahren

Als ich heute morgen ins Büro fuhr, sah ich an der Kreuzung Flachsbleiche / Dörgen schon den Fiesta sehen, welcher gegen Mittag im Polizeipressebericht auftauchen sollte. Aus der Flachsbleiche kommend hat der Fahrer des Wagens beim Linksabbiegen eine auf dem Dörgen Richtung Eidinghausener fahrende Schülerin übersehen und akurat umgemäht. Umgemäht, weil das Fahrrad unter dem Motor des Wagens gelegen hat und nicht nur umgekippt ist. Das Mädchen saß benommen auf dem Gehweg und es waren schon genug Leute da, die sich kümmerten.

Was mich an der Sache wundert und stört, ist die Überschrift der Pressemeldung “15-jährige mit Fahrrad verunglückt“. Das erweckt doch schon wieder den Eindruck, das Mädchen wäre aktiv gewesen. Kein Wort davon, dass der Autofahrer aus einer “Vorfahrt achten” Straße kam und ihr somit die Vorfahrt genommen hat. Kein Wort davon, wie das Auto in den Gegenverkehr kam. Im Pressebericht steht, dass der Autofahrer zunächst angehalten habe. Wo denn da? Auf der linken Straßenseite? Ich glaube eher, der hat die Kurve geschnitten – und das nicht zu knapp. Vor ziemlich genau einem Jahr hat es an der Kreuzung bereits schon einmal gekracht.

Ärgerlich ist, dass ich diesen Unfallschwerpunkt bzw. den Dörgen insgesamt bereits bei der Stadt zum Thema gemacht hatte. Zunächst wurde mir bestätigt, dass Rechts- vor Links die Geschwindigkeit nachhaltig senken würde, dann aber mitgeilt, dass das im Dörgen nicht gemacht wird. Der Dörgen ist auf politischen Wunsch hin zur 30-Zone erklärt worden und die Sicherheitswünsche seien nicht immer umsetzbar. Ist klar, da lässt man es lieber einmal im Jahr ordentlich krachen. Das ist sicher wesentlich vernünftiger, als darauf zu achten, dass sowas gar nicht erst passiert.

Im Dörgen (und den angrenzenden Straßen) wird deutlich zu schnell gefahren. Die Stadt weiß das (“… die teilweise hohen gefahrenen Geschwindigkeiten sind sowohl bei der Polizei als auch hier leider nicht unbekannt.”), die Stadt weiß wie man das ändern kann, der Dörgen/Hahnenkamp ist nur unter Berücksichtigung von fraglichen Ausnahmen überhaupt als durchgängige Vorfahrtstraße ausgeschildert. Aber es werden offensichtlich lieber solche Unfälle akzeptiert, als ganz einfache, günstige geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um hier den Leuten zumindest ein bißchen die Geschwindigkeit zu nehmen. Müssen denn wirklich erst Menschen sterben?

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Ein Kommentar zu “Mädchen auf dem Dörgen umgefahren
  1. etg sagt:

    Ich wollte einen Trackback auf den Beitrag setzen, dafür muss ich aber ein Konto bei Blogger haben. Also habe ich den Beitrag nur verlinkt.

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