Holiday On Ice

Da war er nun, der Tag, den wir den Kleinen unserer Familie zu Weihnachten geschenkt hatten. Ein Besuch von “Holiday on Ice – Celebration” in der Phillipshalle in Düsseldorf. Die Anfahrt mit dem Regionalticket der Bahn verlief anstrengend – unglücklicherweise spielte Schalke gegen Bayern München und dementsprechend sah es in den abteilen aus.

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Ich weiß leider nicht mehr genau, wann dieser Besuch war. Da wir noch in DM gezahlt haben, wird es entweder in 1999 oder 2000 gewesen sein.

Nach 3 1/2 Stunden Fahrt kamen wir an der Phillipshalle an, die von außen einen nicht besonders modernen Eindruck macht. Ehrlich gesagt sieht sie aus, wie jede andere Lagerhalle auch. “Holiday on Ice” ist offenbar kein großer Magnet für das jüngere Publikum – zumindest nicht, wenn man die Masse an “Seniorenbussen” als Bewertungsgrundlage für diese Aussage heranzieht.

Wir waren ca. 40 Minuten vor Beginn der Vorstellung dort und konnten sofort zu unsren Plätzen gehen. Ich machte gerne von dieser Möglichkeit Gebrauch, denn der Vorraum war dermaßen verräuchert, daß man durch den Nebel sein Gegenüber kaum noch sehen konnte (Ich glaube, ich neige zu Übertreibungen ;-) Tja, also Platz genommen. Zumindest versucht, denn diese Stühle sind offenbar für Bürger des Mittelalters gebaut, als die Durchschnittsgröße eines ausgewachsenen Mitteleuropäers noch bei knapp 1,60 m lag. Ich mit meinen 1,87 m konnte jedenfalls nicht sitzen. Tatsächlich mußte ich quer sitzen, was weder meinem Hals noch meinem Rücken besonders gut tat. Eine Unverschämtheit für die DM 57,60 (wir haben die Karten im letzten Jahr gekauft) Eintritt. Die teuersten Karten kosten knapp 70 DM … Kylie Minogue verlang nur 14 DM mehr ;-)

Positiv an den Plätzen ist, daß man tatsächlich von überall einen gleich guten Blick auf die bläulich ausgeleuchtete Eisfläche hat.

Recht pünktlich um 15.00 Uhr begann dann die Vorstllung. Naja, zumindest ging schrammelige Musik los und die Deko bewegte sich unmotiviert hin und her. Dann wurde per Beamer auf eine große Leinwand (trickreicherweise war dies auch der Eingang für die Tänzer) ein kleiner Vorfilm mit einem animierten Schlittschuhbären gezeigt. Wer nun dachte, daß sich dann der Vorhang öffnet und die Show beginnt, sah sich getäuscht! Es erschien Norbert Schramm auf der Leinwand – seines Zeichens “Europameister” wie uns eine Einblendung verriet – und machte Reklame für “Aktion Mensch” Lose … oder irgendwas in der Art. Bezahle ich dafür 60 Mark?

Nun gut, danach ging’s dann tatsächlich los mit “Holiday on Ice”. Ein paar bunt gefiederte Schlittschuhläufer sausen über’s Eis, drehen Pirouetten und heischen mit ausgebreiteten Armen nach Applaus. Zugegebenermaßen bin ich kein Eiskunstlauffanatiker und kenne mich mit den Sprüngen und Figuren nicht aus, kann also auch nicht beurteilen, ob das Gezeigte schwer oder kinderleicht war. Eins war’s auf jeden Fall: stinklangweilig. Die Mimik war größtenteils uninspiriert, die Musik setzte sich aus allen möglichen Sampler lateinamerikanischer Musik, Discogezappel und ein paar Melodien aus Musicals zusammen. Alles weit davon entfernt mitzureißen.

Beifall gab’s dementsprechend recht verhalten. Ich bin sogar einmal kurz weggenickert – trotz dem ohrenbetäubenden Lärm und dem wirklich schlechten Klang. Nach knapp einer Stunde gab’s dann eine 20 minütige Pause, währenddessen das Eis mit einer Maschine wieder aufbereitet wurde. Der weitaus interessanteste Teil dieses Nachmittages. Nach der Pause kam der olle Schramm nochmal auf die Leinwand und pries seine Lose an und danach ging’s lateinamerikanisch und gewohnt langweilig weiter.

Gegen 17.00 Uhr war ich endlich erlöst und die Truppe verschwand zugabelos in den Tiefen des Backstagebereiches. Puh, überstanden.

Wir tappsten danach noch ein wenig durch Düsseldorfs Altstadt um uns dann zu den heimreisenden Schalke-, Rostock und Bayernfans in den Regionalzug zu setzen. Die sangen genauso laut und schlecht wie die Musik bei “Holiday on Ice” war, aber es kam wenigstens von Herzen!

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