Vorfahrt im Kreisel in Eidinghausen

Ich bringe morgens Nachwuchs 2.0 zur Grundschule in Eidinghausen und mittags hole ich ihn wieder ab. Mit dem Fahrrad natürlich, es sind ja nur knapp 7 Minuten Fahrzeit. Dabei befahren wir auch den Kreisel oben auf dem Eidinghausener Hügel. Der Kreisel ist mit einem umlaufenden Zebrastreifen für den Fußverkehr und daneben einer Fahrradfurt markiert. Es kommt zwar nur aus einer Richtung ein benutzungspflichtiger Radweg an (wenn man von Süden kommend die Eidinghausener befährt), aber die anderen vier Einmündungen haben zumindest für Fahrradfahrende freigegebene Gehwege bzw. nicht benutzungspflichtige Radwege.

Zebrastreifen und Fahrradfurt im Eidinghausener Kreisel


Dabei fahre ich immer so, das ich zuerst am Kreisel ankomme, auf der Spur auf der Ausfahrende aus dem Kreisel fahren würden langsamer werde und den Nachwuchs passieren lasse. Wenn ein Autofahrer nicht aufpasst, bin ich zumindest der Erste, der getroffen wird. Die allermeisten Menschen scheinen um die Regeln in so einem Kreisverkehr Bescheid zu wissen und halten brav an. Leider gibt es auch solche, die – obwohl sie sehen, dass wir im Kreisel fahren – sich bräsig quer auf Zebrastreifen und Furt stellen, falls sie in den Kreisel nicht einfahren können. Und es gibt solche, die auch einfach aus dem Kreisel raus wollen.

Der ältere Herr kannte eine alternative StVO


Die meisten beachten dabei die Vorfahrt, die man als Radfahrender im Kreisel auf dem Radweg hat und warten. Leider nicht alle und mit etwas Pech kracht es dann. Soweit war es heute mittag nicht, aber der ältere Herr wollte trotzdem die Muskeln spielen lassen und fuhr bis auf ca. 30 Zentimeter an mein Hinterrad, machte das Fenster runter und wies mich zurecht, ich dürfe dort nicht fahren. Auf meine höfliche Erläuterung, dass dies eine Radfurt sei, wir deshalb Vorfahrt hätten und er einfach nur 5 Sekunden warten müsse, wurde er etwas frech. Was mich veranlasste, ihn zu fragen ob er denn überhaupt einen Führerschein hätte. Das fand er natürlich gar nicht witzig. Beschwerte sich, ich würde ihn belehren wollen, solle ihn in Ruhe lassen und mich selbst erstmal an die Regeln halten. Wohlgemerkt: er hat mich angemeckert, ist aggresiv auf mich zugefahren und beschwert sich dann bei Gegenwind.

Leider sind diese Menschen gefährlich: Unwissenheit in 1,5 Tonnen Stahl unterwegs und dann noch gnarzig werden. Das sind Menschen, die andere u.U. totfahren.

Und wo ich schon so nörgelig bin: Wahrscheinlich kommen bei so einer Schilderung wieder Leute um die Ecke und reden von “gegenseitiger Rücksichtnahme” und “leben und leben lassen”. Wie soll ich in der Situation Rücksicht nehmen? Warum sollte der Autofahrende nicht Rücksicht nehmen? Falls doch der Autofahrende Rücksicht nehmen soll, warum wird es den Radfahrenden in solchen Situationen so oft geraten?

[Update am Abend dieses Posts] Da poste ich diese Begebenheit des Vortags, passiert keine halbe Stunde nachdem ich den Artikel online gestellt habe:

Viel zu schnell durch den Kreisel gerauscht.

Obwohl ich mit Ben erkennbar in den Kreisel einfahren wollte bzw. mit dem Vorderrad schon auf der Furt war, rauschte die Fahrerin dieses BMW sehr schnell aus dem Kreisel raus und kam mit einer Vollbremsung erst innerhalb der Furt zum Stehen. Kam von der Eidinghausener und wollte ohne Bremsen und ohne Gucken in einem Rutsch auf den Alten Postweg raus.

Entschuldigend wurde die Hand gehoben – wir kennen uns. Trotzdem war das Scheiße. Hand heben reicht leider nicht mehr, wenn der Wagen erst 70 Zentimeter weiter in der Furt anhält und das Kind meterweit weg geschleudert wird. Macht die Augen auf im Auto!

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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