Die Rache von Ameneh Bahrami

Ein verschmähter Liebhaber hat der Iranerin Ameneh Bahrami das Gesicht mit Säure verätzt. Die Frau ist seitdem blind und entstellt. Vor Gericht hat die Frau erstritten, dass sie das Vebrechen mit Gleichem sühnen darf. Blinde Iranerin will Samstag ihren Peiniger blenden
… “Das wird für mich nicht nur eine Genugtuung für all das Leid, das mir angetan wurde, sondern auch eine Initiative, um Täter vor solchen Aktionen abzuschrecken”, sagte die 32-Jährige in einer Presseerklärung, die die Nachrichtenagentur ISNA am Freitag verbreitete …
Inzwischen wurde die Vollstreckung des Urteil allerdings aufgeschoben.

Ich bin mir in dem und ähnlich gelagerten Fällen sehr unsicher, ob “Auge um Auge, Zahn um Zahn” die richtige Methode ist, um Täter abzuschrecken. Wir lesen in den Medien inzwischen fast täglich von Menschen die in der Öffentlichkeit auf brutalste Weise zusammen geschlagen werden und die Opfer unter Umständen ihr Leben lang unter den Folgen leiden müssen. Selbst wenn die Täter kurz nach der Tat gefasst werden, sind sie – und ich verstehe das Rechtssystem dahinter und bin damit auch einverstanden – zumeist sofort wieder auf freiem Fuß, bis die Verhandlung irgendwann stattfindet. Die zu erwartenden Strafen schrecken ganz offensichtlich die potentiellen Täter nicht ab.

Ich kann das Dilemma nicht lösen. Ich bin froh, dass wir ein Rechtssystem ohne Selbstjustiz und mit verschiedenen Verantwortlichkeitsebenen haben. Ich bin froh darüber, dass auch Täter Rechte haben. Ich habe aber auch vollstes Verständnis für Ameneh Bahrami. Genauso wie ich die Tat von Marianne Bachmeier absolut nachvollziehen kann. Und ich weiß nicht, wie ich in so einem Fall denken und handeln würde. Ich behaupte, dass weiß niemand von sich.

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

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