Weniger als 10% aller Radfahrer mit mangelhafter Beleuchtung unterwegs

Das liest sich natürlich weit weniger dramatisch, als wenn man den Artikel wie in der Neuen-Westfälischen aufmacht: NW-News:NW 01.12.2010: 24 Radfahrer ohne Beleuchtung unterwegs
… In 24 Fällen mussten die Kollegen wegen mangelhafter Beleuchtung ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro verhängen …
Und das bedeutet noch nicht einmal, dass die Radler komplett unbeleuchtet waren. Der ganze Artikel ist indes nicht besonders gelungen. In Bad Oeynhausen registrierte die Polizei 229 Verunglückte, davon waren 50 Radfahrer. Häufigste Unfallursache in Bad Oeynhausen sind neben der Benutzung des falschen Radweges auch die Fehler beim Abbiegen. Von diesen Zahlen muss man noch einmal die Menge der Alleinunfälle – also der Unfälle, bei denen Radfahrer ohne Beteilung des motorisierten Verkehrs verunfallten – abziehen, um einen sinnvollen Schwenk auf den nächsten Satz zu bekommen: “Wenn Radfahrer mit mangelhafter oder wohl möglich ohne Beleuchtung unterwegs sind, haben Autofahrer kaum eine Chance, diese frühzeitig zu erkennen”, sagt Lübker. Mit den Abbiegeunfällen meint die Polizei nämlich Autofahrer, die beim Abbiegen pennen. Das steht natürlich so nicht explizit im Artikel, man kann es nur aus der Formulierung erahnen. Alleinunfälle sind ungefähr 30% … bleiben also knapp 35 Radler, die einen Unfall mit dem motorisierten Verkehr hatten.

Es gibt keine Häufung in der dunklen Jahreszeit, so dass die mangelhafte Beleuchtung als Ursache als nachrangig anzusehen ist. Genau das sagt im Übrigen die Polizei (Lübeck) selbst. Bleibt die falsche Seite des Radweges. In diesem Fall sind es aber zumeist entweder andere Radler, die Unfallgegner sind, oder aber die Autofahrer pennen wieder. Denn sie dürfen selbstverstädnlich auch keinen Radfahrer umfahren, der für sie von rechts kommt. Noch dazu es in Bad Oeynhausen reichlich Straßen gibt, wo dies erlaubt oder sogar vorgeschrieben ist. Welcher Autofahrer kennt diese Straßen? Achja, und ein Sturzhelm hilft überhaupt nicht gegen Umgefahren werden. Leider.

Ich habe gestern noch nicht gedacht, dass der Artikel dann doch so schlecht wird. (Ergänzung aus der eiskalten Mittagpause: Der entsprechende Artikel im Westfalen-Blatt ist noch schlimmer.)

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