Wasser predigen und Wein saufen

“Der Westen” 12.03.2008: Gabriel: Dienstflug “ausdrückliche Kanzleramts-Bitte”
… Der Minister sei vom Bundeskanzleramt um eine Urlaubsunterbrechung gebeten worden, um für die Kabinettssitzung am 8. August 2007 Beschlussfähigkeit zu gewährleisten, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch auf Anfrage.

Die Flugreise, die inklusive Bereitstellung der Maschine nach Berechnungen der «Bild»-Zeitung 50 000 Euro gekostet hat …
Er ist gebeten worden, seinen Urlaub zu unterbrechen. Er ist nicht gebeten worden, meine Steuergelder sinnlos zu verschwenden! Mit den Kosten für diesen einen Flug, hätte ich die Dauer der Rückzahlung meines Eigenheimes um die Hälfte reduzieren können. Sicherheit und Wohlbefinden einer ganzen Familie für mehrere Jahre werden von *einer* *einzigen* Person einfach so verballert. Das ist nicht Politik, das ist eine riesengroße Frechheit! Und dabei geht es uns hier ja noch gut, was sollen die Leute sagen, denen 4 Euro und ein paar zerquetschte als ausreichender Tagessatz vorgerechnet werden?

Und damit nicht genug, nein, der Umweltminister verballert dabei auch mal ein wenig CO² … wobei, ein wenig? Ich habe nach etwas googlen nur eine Stelle gefunden, die der Challenger CL-601 für 330 Km ca. 2,3t CO² zuschreibt. Malle -> Berlin und zurück sind ca. 4.000 KM. Kleiner Dreisatz – tipp tipp tipp – macht 27,87 Tonnen CO², Herr Umweltminister. 28 TONNEN, Herr Umweltminister! Die Süddeutsche schreibt sogar von 44 Tonnen. Mein Volvo verursacht so ungefähr 200g je KM, da habe ich die 28 Tonnen nach knapp 140.000 Kilometern auch voll. Nun bin ich den Wagen in den letzten 4 1/2 Jahren aber erst 50.000 Kilometer gefahren.

Man kann also zusammenfassen, dass Herr Gabriel an einem einzigen Tag die halbe Abzahlung meines Hauses und ca. 15 Jahre Schadstoffausstoß meines Autos verschwendet, nur weil er zum Abendessen wieder auf Malle sein will. Da fällt mir wirklich keine Bezeichnung für ein, für die ich nicht abgemahnt werden würde. Und auch da ist der Herr bekanntermaßen schnell mit bei der Hand.

Himmel, wenn ein normaler Mensch seinen Urlaub plant, also ein Mensch, der Herrn Gabriel bezahlt, dann muß der sich nach beruflichen Terminen richten. Auf Deutsch: der nimmt dann keinen Urlaub. Oder er fährt auf eigene Kosten kurz ins Büro. Und Gabriel kann nicht einfach eine Nacht in Berlin bleiben und am nächsten Morgen mit einem Linienflug zurück? Meinetwegen erster Klasse?

Wie lange wollen wir uns eigentlich noch solche dickfelligen Egomanen leisten? Solche wie einen Umweltminister, der auch behauptet, dass Braunkohlekraftwerke umweltfreundlich sind, und der mal eben 28 Tonnen CO² produziert, weil er in Urlaub will – auf meine unsere Kosten – und gleichzeitig von uns verlangt enthaltsam zu sein: “Einen Teil unseres Reichtums werden wir opfern müssen.”! Damit meint er aber offensichtlich nicht “unseres” sondern “eures” Reichtums …

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

5 Kommentare zu „Wasser predigen und Wein saufen

  1. Mir runzelt die Stirn …. und ich musste einige Male nicken beim lesen dieser Zeilen …. ja, wohl ist leider so.

  2. Mir runzelt die Stirn …. und ich musste einige Male nicken beim lesen dieser Zeilen …. ja, wohl ist leider so.

  3. Mir runzelt die Stirn …. und ich musste einige Male nicken beim lesen dieser Zeilen …. ja, wohl ist leider so.

  4. Mir runzelt die Stirn …. und ich musste einige Male nicken beim lesen dieser Zeilen …. ja, wohl ist leider so.

  5. Du hast das schon gut geschrieben: “… den wir bezahlen …”
    Dieser Herr Gabriel ist einer unserer Angestellter. Wir (das Volk) sind seine Dienstherren, wir kommen für seine Bezüge und Auslagen (in seiner Funktion als Umweltminister) auf, also können wir auch verlangen, dass er seine Arbeit mit derselben Sorgfalts- und Sparüflicht erledigt, wie unsere Chefs das auch von uns (zu Recht) verlangen.
    Aber egal ob Gabriel oder Wowereit (der trotz einer insolventen Stadt, für die er hauptberuflich verantwortlich ist, immer genug Zeit hat, Schirmherr oder Talkgast zu sein oder gar ein Buch zu schreiben) – irgendwie scheinen die Damen und Herren Politiker ein wenig die Relationen nicht zu verstehen.

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