Rubrik "Radfahrer ummähen" … wieder einer

26.06.2007 | 10:45 Uhr | POL-MI: Bad Oeynhausen, Radfahrer kollidiert mit Auto Bad Oeynhausen (ots) – Leichte Verletzungen erlitt am Montagnachmittag ein 19-jähriger Radfahrer bei einem Verkehrsunfall auf der Eidinghausener Straße. Der junge Mann war kurz vor 14.00 Uhr auf dem linken Radweg der Landstraße 772 in Richtung Norden unterwegs, als eine Autofahrerin aus Löhne von einem Grundstück nach links auf die Eidinghausener Straße einbiegen wollte. Dabei kam es zur Kollision mit dem Fahrradfahrer, der durch den Sturz über die Motorhaube sich leicht verletzte. Es entstand lediglich geringer Sachschaden.

Und wieder ein Paradebeispiel für die Gefährlichkeit von Radwegen. Besonders wenn man diese – ob nun wegen einer angeordneten Pflichtbenutzung oder einfach als Geisterradler – linksseitig benutzt.

Auch wieder ein schönes Beispiel dafür, wie die Berichterstattung erfolgt. “Radfahrer kollidiert mit Auto” erweckt den Eindruck, der Radfahrer wäre der aktive, der schuldige Teil. Sinniger müsste es heißen “Auto nimmt Radfahrer die Vorfahrt” bzw. “Auto rammt Radfahrer”. “Linksseitiger Radweg” suggeriert, dass der Radler auf “seinem” Weg unterwegs war. Tatsächlich gibt es an der Eidinghausener Straße keinen linksseitigen Radweg, sondern nur einen in desolatem Zustand befindlichen Gehweg, auf den Radfahrer – aus welchen Gründen auch immer – von der Stadt gezwungen werden. Ich habe mich sicherheitshalber in dem Bereich noch nie darum geschert. Es kann auch nur das knapp 200m lange Teilstück zwischen Nordstraße und Schwagerstraße betreffen, da nur dort rechts kein Gehweg ist. Im restlichen Verlauf der Eidinghausener Straße befindet sich rechts ebenfalls ein benutzungspflichtiger, zu schmaler und schlecht gewarteter offensichtlich frisch von Büschen befreiter, kombinierter Geh- und Radweg. Das kurze Stück zwischen Kreisel und Heckenweg ist glücklicherweise radweg-frei.

Schwagerstraße Ecke Eidinghausener

Und wenn ich das Rad, welches da an der Schwagerstraße in der Hecke liegt, richtig deute, ist der Unfall wohl dort passiert. Genau dort, wo rechts der Radweg endet und man die Straßenseite wechseln muß. Natürlich alles zur eigenen Sicherheit! Wie sicher das ist, sieht man am Unfall. Das solche Konstruktionen riesengroßer Mist sind, wird auch in der Neuen Westfälischen nicht erwähnt. Die bringen den Polizeipressebericht nahezu unverfälscht.

Bleibt also festzuhalten, dass hier wieder eine Autofahrer/in gepennt hat, der Unfall *wegen* dem Radweg stattfand und dem Radler nichts passiert wäre, wenn er die Fahrbahn benutzt hätte. Wann lernen die Leute endlich?

Lest doch einfach mal die Pressemappe der Polizei Minden-Lübbecke und achtet auf Unfälle mit Radfahrern. Ich konnte dieses Jahr noch keinen finden, der auf der Fahrbahn stattgefunden hat. Aber schon zig Stück, die auf Radwegen aufgrund der Unachtsamkeit von Auto- / Lastwagenfahrern passierten. Und ihr könnt mir glauben, wenn mal ein Radler auf der Fahrbahn umgefahren würde, dann stünde das groß in der Zeitung, natürlich mit Hinweis auf den nicht getragenen Helm.

Fahrt auf der Straße … wenn euch eure Gesundheit etwas wert ist.

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