Fahrradstraße “In der Ahe”

Da wird richtig was getan für den Radverkehr in Bad Oeynhausen. Im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung am 02.02.2017 soll neben der Fahrradstraße “Im Leingarten” eine weitere Straße dem Radverkehr gewidmet werden. Im TOP 9 heißt es

Es wird beschlossen, in der Gemeindestraße „In der Ahe“ eine Fahrradstraße einzurichten.

Die Straße ist zu einem großen Teil ein Abschnitt des “Else-Werre-Radweges” und erschließt im hinteren Teil lediglich einen oder zwei Anlieger. Natürlich ist es sinnvoll, hier eine Fahrradstraße einzurichten. Besonders notwendig ist es nicht. Mir sind an der Stelle keine Komplikationen bekannt. Im vorderen Teil, dort wo In der Ahe in die Mindener Straße einmündet, sieht es allerdings anders aus. Hier sind Gewerbeansiedlungen und durchaus mal das ein oder andere Fahrzeug auf der Fahrbahn.

Genau wie Im Leingarten glaube ich, dass sich hier überhaupt gar nichts ändern wird, weil es keine Konsequenzen geben wird, sollte sich ein Autofahrender nicht daran halten, dass Radfahrer Vorrang haben. Da kann die Verwaltung noch so viel begründen.

Eine Fahrradstraße stellt jedoch die Eindeutigkeit her, dass der Radverkehr Vorrang hat.

Das ist die Theorie. Die Praxis sieht leider anders aus. Ich würde mich sehr freuen, sollte ich mich hier als auch Im Leingarten täuschen und plötzlich nehmen alle Autofahrenden Rücksicht, fahren langsam hinter den nebeneinander fahrenden Radlern her, hupen nicht und versuchen auch nicht, zu eng zu überholen. Die jahrzehntelange Erfahrung lehrt mich, dass dies nicht der Fall sein wird.

Trotzdem stimme ich der Einrichtung der Fahrradstraße natürlich zu!

Getagged mit: , , , , , ,
4 Kommentare zu “Fahrradstraße “In der Ahe”
  1. Norbert sagt:

    … und in der Jahresbilanz taucht es dann als Radverkehrsförderung auf.

  2. Löhner sagt:

    Eine Fahrradstraße “In der Ahe” macht für mich überhaupt keinen Sinn. Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen gibt es nicht. Wie von Dir richtig festgestellt: Die Anlieger werden fahren wie immer. Der einzige Unterschied ist, dass Radler dort dann nebeneinander fahren dürfen, was in der Praxis aufgrund der geringen Verkehrsbelastung eh kein Problem darstellt.

    An Deiner Stelle würde ich dagegen stimmen. Warum für teuer Geld den Schilderwald aufrüsten, ohne das es einen Nutzen gibt? Außerdem steigert man seine Legitimation, wenn man nicht nur für etwas abstimmt, weil es die „eigene Klientel bedient“ auch wenn es Unfug ist. Die Verwaltung könnte es natürlich als Undankbarkeit auffassen, wenn man den hingeworfenen Knochen nicht annimmt, aber offen gesprochen drückt der Schuh woanders und man sollte diesen Almosen daher ablehnen.

    • Andreas sagt:

      Was die Sinnhaftigkeit angeht stimme ich Dir für den Teil an der Werre zu. Das Stückchen hoch zur Mindener Straße hat aber schon Signalwirkung. Und da dann im besonderen, wenn wir in Bad Oeynhausen mit dem Grünzug inkl. Radverkehrsverbindung von der Nordbahn, vor der Schokoladenfabrik runter bis zur Mindener Straße anfangen. Der wird dann “In der Ahe” fortgeführt. Ja, das ist noch Zukunftsmusik … aber mittelfristige Musik.

      (Und ja, ich halte diese Verbindung nebst Grünzug verkehrlich für absolut nachrangig und überflüssig!)

      Es ist halt die Signalwirkung des Schildes “Fahrradstraße” an der Einmündung zur Mindener Straße, die mich wohl stimmt. Der Rest ist an der Stelle Makulatur.

    • Norbert sagt:

      Fahrradstraßen an unwichtigen Stellen signalisieren, wo man den Radverkehr haben will: Da wo er den gefühlt echten Verkehr eben nicht stört.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

*