Verkehrsmittel und Wetterlage

Gestern wurde in der Wandelhalle die Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg OWL vorgestellt. Warum der sinnvoll ist, habe ich hier schon ein paar Mal beschrieben. Die Wandelhalle war auch extrem gut besucht und mehr als 160 Besucher hörten sich den Stand der Dinge an.

Wandelhalle während der Präsentation der Machbarkkeitsstudie für den Radschnellweg OWL

Wandelhalle während der Präsentation der Machbarkkeitsstudie für den Radschnellweg OWL

Im Anschluss wurden viele Fragen gestellt. Natürlich vielfach die Frage nach dem Bedarf – dazu habe ich in den verlinkten Beiträgen geschieben – aber auch zu der Situation, wenn denn tatsächlich eine nennenswerte Anzahl von Pendlern vom Rad auf das Auto umgestiegen sind. Was macht man dann mit der Masse an Fahrrädern, wo sollen die dann parken? Da musste ich echt schlucken! Da tauscht jemand ein Fahrzeug mit 10 m² Flächenverbrauch – auch beim Parken – gegen eines mit weniger als 1 m² und man macht sich Sorgen um die Parkfläche? Grob geschätzt würde ich sagen: darum muss man sich *gar keine* Gedanken machen, denn es wird dann nur noch 1/10 der Fläche benötigt. Statt einem Auto stehen dann auf einem Parkplatz eben 10 Fahrräder. Schlägt der Radschnellweg tatsächlich derartig ein, ist Parkfläche kein Problem mehr. So einfach ist das.

Zu der Frage nach der durchgängigen Nutzung des Weges kann ich zwei Diagramme beisteuern. Ich habe mir dieses Jahr den Spaß gemacht – mal schauen wie lange ich das durchhalte – aufzuschreiben, wann und bei welcher Witterung ich mit welchem Fahrzeug gefahren bin.

Wetterlage an Tagen, an denen ich zur Arbeit gefahren bin. (Zahlen sind Prozentwerte)

Wetterlage an Tagen, an denen ich zur Arbeit gefahren bin. (Zahlen sind Prozentwerte)

Das Wetter im Januar war schon mal nicht besonders ungewöhnlich. Kalt halt, wie es im Winter normalerweise ist. Dagegen kann man etwas tun.
Verkehrsmittel welche ich an den Tagen, an denen ich zur Arbeit fuhr, genutzt habe (Werte in Prozent).

Verkehrsmittel welche ich an den Tagen, an denen ich zur Arbeit fuhr, genutzt habe (Werte in Prozent).

An einem Tag habe ich das Auto benutzt, weil ich direkt nach der Arbeit nach Vlotho musste, um dort etwas zu erledigen. Das hätte ich im Sommer sogar auch mit dem Rad gemacht, aber im Januar war’s mir zu schattig. Außerdem hatte ich allerlei dabei. Ansonsten war es weder ein Problem, noch kostete es Überwindung mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Tatsächlich war ich an den “glatten Tagen” sogar schneller im Büro, als Kollegen mit vergleichbar weitem Weg und dem Auto.

Und mein Arbeitsweg ist infrastrukturell eher Mist! Wenn wir einen Radschnellweg hätte, würde ich davon für den Arbeitsweg nicht profitieren, aber die Anlieger natürlich schon. Und dort, wo in Bad Oeynhausen die Trasse idealerweise verlaufen soll, sind die Radverkehrsanlagen aktuell ebenfalls katastrophal. Das kann nur besser werden und hoffentlich bisher noch unentschlossene motivieren, doch auch mal das Rad zu nutzen. Ist oft schneller, gesünder und besser für’s Klima.

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Ein Kommentar zu “Verkehrsmittel und Wetterlage
  1. Jörg sagt:

    Prima Auswertung. Viele die meinen man könne bei Regen nicht radeln sind auf dem Holzweg.
    – Ich kann mit dem KFZ eher selten bis in mein Ziel fahren. Also laufe ich auch durch den Regen und bekomme was ab.
    – Durch moderne Wetterapps sehe ich den “Niederschlag” auf dem Regenradar. So radel ich ggf. einfach etwas eher oder später los.
    – Ich trage häufig “beschichtet Jeans” (Lewis Commuter). Man sieht es ihr nicht an und merkt es nicht beim tragen. Niesel-, und leichter Regen perlen ab. Nur bei langen Fahrstrecken oder starkem Regen wird es irgendwann nass. Das ergibt sich aber eher selten “urplötzlich” und so trage ich dann halt eine Regenhose drüber. Die ist komplett viele Stunden “dicht”.
    – Die positiven Auswirkungen des Radfahrens setzen sich auch bei bei Regenfahrten durch. Und so komme ich trotz Regen häufig mit einem Lächeln im Gesicht an mein Ziel. Das hat sogar mein Umfeld schon wargenommen und führt oft zu Verwunderung. Allerdings habe ich eine Kollegin schon infiziert und diese fährt jetzt auch bei Regen mit ihrem Rad.
    Jetzt stelle man sich vor wir hätten noch eine vernünftige Infrastruktur. Mein Rad steht unter einem Dach und ich kann auf einen trockenen Sattel platz nehmen. Perfekt. In Copenhagen bekommen Radfahrer bei Regen noch mehr Vorrang. Z.B. wird das lange warten an Lichtzeichenanlagen für Radfahrende verkürzt……
    Aufgrund der schlechten Infrastruktur und mangelnde Räumung nutze ich mein Rad nur bei Frost, Eis und Schnee nicht. Einen Sturz kann ich mir nicht leisten. Hier gibt es noch sehr viel zu tun für unsere Städte.

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