“Zebrastreifen verboten” wird durch Wiederholung nicht richtiger

Nachdem in den letzten Tagen die Boulevardpresse begierig in das Radfahrerbashing eingestiegen ist – klar, die Zielgruppe fährt kein Rad – wird die völlig unsägliche Pressemeldung auch von der Neuen-Westfälischen verwurstet. Online habe ich den Artikel leider nicht gefunden. Aber im heutigen OWL-Teil wird unter dem Titel “Zebrastreifen werden oft ignoriert” sämtliches dummes Zeug aus der Verlautbarung des Automobilclubs unreflektiert wiederholt. … Radfahrer, laut Gesetz ebenfalls zum Anhalten verpflichtet, halten sich noch weniger an diese Regel in der Straßenverkehrsordnung: 41 Prozent der Radler in OWL seien einfach weitergefahren (NRW: 46 Prozent). Was es damit auf sich hat, habe ich gestern schon lang und breit erklärt. Ich muss nicht anhalten und warten, bis ein Fußgänger den Zebrastreifen in kompletter Länge benutzt hat. Ich muss ihm das Queren der Fahrbahn erlauben und darf hinter ihm natürlich weiter fahren. Das gilt für Autos gleichermaßen (und es machen die Meisten auch so) sofern dabei niemand gefährdet wird.

Weiterhin wird die Mär vom Fahrverbot für Radfahrer auf dem Zebrastreifen noch einmal breit getreten. Die Mühe, das Rad über den Zebrastreifen zu schieben, macht sich nur jeder zehnte Radfahrer in OWL. Das wäre so ja noch in Ordnung. Wobei es in OWL dann besonders “schlimm” sein muss, denn die 90% RadFAHRER kam in der ACE-Meldung so nicht vor. Deutlicher wird es dann in der Beschreibung eines Fotos, welches einen fahrenden Radler auf einem Zebrastreifen zeigt: Beliebt, aber verboten: Radeln auf dem Zebrastreifen. Das ist nunmal völliger Blödsinn. Es stünde den Qualitätsjournalisten wirklich gut zu Gesicht, wenn sie auch mal ein wenig recherchieren würden. Ja, ich weiß, das ist alles so aufwändig und dann muss man nachdenken und suchen und nachschlagen und mit anderen Leuten reden – dabei kann man doch so einfach die Pressemeldung stumpf übernehmen. Leider kommt dann so ein gequirter Kram dabei heraus, den die meisten Leute auch noch glauben.

Arme Medienlandschaft – und arme Stammtischexperten, die ihr Wissen nur aus solchen Postillen beziehen.

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1 Comment on ““Zebrastreifen verboten” wird durch Wiederholung nicht richtiger

  1. Genau das ist das Problem: Wir bekommen von den Qulitätsjournalisten so viel Mist serviert und be-, bzw. verurteilen darauf hin. Das kann so nicht richtig sein.

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