Parken auf Geh- und Radwegen

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Mitte letzter Woche habe ich an den Betreiber eine mobilen Pflegedienstes eine – ich hoffte freundlich und höflich formulierte – Mail geschrieben, weil ich gerade in dem Fall nicht gleich zum Ordnungsamt rennen möchte. Das mitgeschickte Bild veröffentliche ich hier nicht, da das Unternehmen dann indentifizierbar wäre. Gestern erreichte mich die Antwort.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst einmal vielen Dank, dass Sie auch in diesen schwierigen Zeiten mit ihren Dienstleistungen für die Pflegebedürftigen da sind und auch unter den erschwerten Bedingungen, die das Corona-Virus mit sich bringt, ihre Klienten versorgen. Danke.

Trotzdem eine Bitte, denn das Problem besteht nicht nur seit Corona und wird durch den Virus auch nicht geschmälert – im Gegenteil.

Bitte sensibilisieren Sie ihre Mitarbeiter, nicht auf Geh- oder Radwegen zu parken. Es ist verboten und auch den Mitarbeitern von Pflegediensten nicht erlaubt. An der im Bild gezeigten Stelle im Dörgen bringt es zudem weder ihren Mitarbeiter/innen noch den Fahrzeugen auf dem Dörgen Vorteile. Es können auch so keine zwei Fahrzeuge diese Stelle gleichzeitig passieren, da immer noch ein entsprechender Sicherheitsabstand gehalten werden muss.

Was aber passiert ist, dass man auf dem Gehweg nur noch unter besonderer Vorsicht das dort geparkte Fahrzeug passieren kann. Mütter mit Kinderwagen, Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr auf dem Fahrrad oder gerade auch Menschen mit Rollatoren oder gar Rollstühlen haben schlechte bis gar keine Möglichtkeiten, dort vorbei zu kommen. Im Bild war der Abstand zur Wand sicher unter einem Meter. Es ist aber so oder so nicht erlaubt und auf der Fahrbahn war mehr als genug Platz.

Gerade in Zeiten, in denen “Abstand halten” das Gebot der Stunde ist, sollte man auf so etwas achten. Ich gehe davon aus, dass hier nicht bewusst andere behindert werden sollten, sondern dass versucht wurde dem “fließenden Verkehr” kein Hindernis zu sein. Wie oben beschrieben gelingt in der Regel weder das eine, noch das andere.

Es wäre sehr freundlich und hilfreich, wenn Sie ihre Mitarbeiter auf diese Problematik hinweisen und das Parken auf Geh- und Radwegen als das erklären, was es ist: nicht erlaubt.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Edler

Ähnlich habe ich auch schon verschiedene Unternehmen angemailt, weil ich der Ansicht bin, dass man erst miteinander reden sollte und womöglich Einsicht vorhanden ist. Von einem Taxiunternehmer bekam ich schon deutlich abwertende Antworten und ein lokaler Logistiker wollte gar, dass ich für seine Fahrer ein Video aufnehme, welches er in die Firmenfahrzeuge einspielen wollte. Nein danke.

In diesem Fall liest sich die Antwort ein wenig süffisant und wenig einsichtig. Ich sei ein guter Beobachter und man habe meine Mail “ausgehängt”, damit die “Parkkünste” verbessert würde. Und ich hätte ja noch Glück gehabt, dass ich nicht in den Gegenverkehr musste.

Leider werde ich in Zukunft wahrscheinlich wieder erst das Gespräch suchen, bevor ich ein Foto mache. Ich glaube immer noch daran, dass Menschen in der Lage sind Einsicht zu zeigen und Fehlverhalten zu ändern. In der Vergangenheit habe ich leider in der deutlichen Mehrheit der Fälle das Gegenteil erlebt. Diese Antwort war da noch ein eher schwacher Fall. Oft wird gleich mit körperlicher Gewalt gedroht, wenn ich Menschen direkt anspreche. Ich bin ratlos, wie man das ändern kann.

Womöglich hilft die seit heute geltende StVO mit ihren moderaten Verschärfungen im Bußgeldbereich. Und vielleicht ist es auch sinnvoller gleich ganz auf die Ansprache von Menschen zu verzichten und stumpf die Ordnungswidrigkeiten anzuzeigen. Im obigen Fall wäre es m.E. definitiv im Bereich eines Punktes in Flensburg gewesen. Da überlegt man sich beim nächsten Mal unter Umständen, ob man nicht doch lieber vorschriftsmäßig und ohne jemanden zu behindern das Fahrzeug abstellt.

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2 Comments on “Parken auf Geh- und Radwegen

  1. Auch ich tendiere mehr und mehr dazu, solche “Unachtsamkeiten” nicht mehr in die Rubrik “lässliche Sünden” einzuordnen, sondern gleich zu dokumentieren und dem zuständigen Ordnungsamt zur Verfolgung bereitzustellen.

    Dabei finde ich dass gerade die sozialen Dienste eigentlich (ähnlich wie Polizei und Ordnungsamt) sich vorbildlich verhalten sollten. Leider tun die einen wie die anderen das häufig nicht.

    Eins lässt sich aber sicher feststellen: Wo eine Person ihr Auto falsch parkt, steht alsbald eine zweite und dritte Person und so weiter. “Wenn der das darf darf ich das auch”. Dagegen hilft leider nur konsequente Anwendung der Vorschriften.

    Das ist in den letzten Jahren zunehmend seltener passiert. Und hat damit auch das Unrechtsempfinden massiv verändert. Wie sagte gestern Abend in den Nachrichten ein Mann sinngemäß zum Thema “Erhöhung der Bußgelder für zu schnelles Fahren”: Er hält das für falsch, weil das Autofahren doch eh schon zu teuer sei.

    Dabei lassen sich Strafen doch ganz einfach vermeiden: Indem man sich an die gültigen Regeln hält.

    Doch diese Möglichkeit scheint ganz vielen Verkehrsteilnehmern überhaupt nicht mehr in den Sinn zu kommen.

    Schade!

  2. Ich habe es aufgegeben zu diskutieren. Das mache ich nur noch selten, je nach Situation. Oft werden die “ertappten” auch noch patzig und im schlimmsten Fall aggressiv, jeder hat jetzt diese Typen im Kopf, die ich meine. Foto machen und dann kann das Ordnungsamt sich kümmern. Und nach 8 mal ist der Lappen für eine Zeit weg, wenn es zur Gefährdung kam, das ist in meinen Augen der Fall, wenn der Radfahrer in den KFZ-Verkehr ausweichen muss.

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