Verkehrssituation im Apostelweg vor der Grundschule

Den Apostelweg hatte ich schon öfter im Blog. Zuletzt ganz konkret mit einer Anfrage im Ausschuss für Stadtentwicklung vor eineinhalb Jahren am 10.12.2020. Am 16.12.2020 hatte die Schulleitung dazu auch einen Elternbrief versandt, in welchem explizit und ausschließlich die verkehrliche Situation vor der Grundschule im Apostelweg thematisiert wurde. Darin heißt es u.a.

Wir empfehlen immer wieder, dass Sie, wenn Ihr Kind mit dem PKW zur Schule gebracht werden muss, am Besten weiträumiges Parken. Dafür finden Sie sicher Gelegenheit. Ihr Kind kann auch einige Schritte selbstständig zur Schule laufen und schafft ein Stück des Weges oder sogar den ganzen Weg auch alleine. Dies können Sie auch üben!

Die Verwaltung sah bis dahin übrigens kein Problem an der Stelle und hat – ich darf ja nicht “nichts” sagen – die Polizei beauftragt mal etwas auf die Straße zu gucken. Das ist verschiedentlich auch passiert. Geändert hat sich nichts.

Apostelweg von der Eidinghausener Straße aus.

Die Schüler, welche mit dem Fahrrad, dem Roller oder zu Fuß zur Grundschule kommen, müssen sich neben den motorisierten Verkehr quetschen. Die Grünflächen an der Schule sind vielfach von parkenden KFZ zugeparkt.

Direkt vor der Einfahrt zum Fahrradständer der Grundschule.

Es wird in zwei Reihen auf der Fahrbahn geparkt und Eltern und Schüler müssen die freibleibende Fläche irgendwie nutzen. Es ist ja wichtiger, dass sich die Eltern in den Autos sitzend noch ein wenig unterhalten. Sollen andere doch sehen, wie sie zurecht kommen.

Apostelweg Richtung Riepelhof

Es folgt ein Auto auf das nächste. Alle schön versetzt man könnte ja noch schnell am Vorderman vorbei ziehen und einen Platz weiter vorne in der Schlange bekommen.

Weiter geht’s …

Brav wird im Auto gewartet, bis es zwei Meter weiter geht. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß muss ich dann durch die Blechkolonne navigieren.

So breit ist der Apostelweg auch nicht.

So sieht das jeden Tag aus. Immer. Wir haben in fast jedem Stadtteil Grundschulen. Kurze Beine, kurze Wege. Wenn die Kinder sowieso mit dem Auto gebracht werden, können wir auch eine Grundschule für alle irgendwo auf der grünen Wiese bauen, mit einem riesigen Parkplatz und vierspurigen Zufahrtstraßen. Oder die Kinder gehen die 1.200 Meter einfach zu Fuß.

Ich hatte vor ein paar Tagen ein Gespräch mit einem zufällig die Situation beobachtenden Sicherheitsbeamten der Polizei. Hatte ihn in seinem Zivilfahrzeug erkannt und bin für ein paar Worte umgedreht. Er sah die Situation auch als völlig unbefriedigend an! Meinem Vorschlag, den Apostelweg für den motorisierten Verkehr während der Schulzeiten zu sperren, fand er gut und würde ihn auch unterstützen. Warum die Polizei sowas dann der Verwaltung nicht sagt? Nun, die Polizei entscheidet nicht, sie gibt Hinweise wurde mir erläutert.

Was? Das würde ja bedeuten, dass die Stadt diese unsägliche Situation ganz alleine so wollte? Ich habe ihn eindringlich gebeten, in der Verwaltung anzuregen, hier etwas zu ändern. Klar muss man auf die Anlieger Rücksicht nehmen. Man könnte aber problemlos wieder die modalen Filter – sprich “Poller” – wieder einbauen, um den Durchgangsverkehr zu verhindern! Und die Einfahrt von der anderen Seite ebenfalls zu den Schulzeiten bis zur Zufahrt der Wohnbebauung zu sperren. Dann ist vor dem Schulhof und dem Fahrradständer Ruhe.

Ganz ehrlich: man muss da nicht mit dem Auto hin. Es gibt genug Möglichkeiten sein Kind aussteigen zu lassen. Die Schulleitung hat diese Ansicht im Elternbrief ebenfalls zum Ausdruck gebracht.

Verzichten Sie vor und nach der Schule auf sogenannte „Elterntrauben“ und Treffen vor der Schule. Finden Sie bitte andere Orte und/oder Zeiten für Gespräche. Das
verhindert eine Staubildung.

Aber alles Bitten hat leider wenig Erfolg, wenn es nicht durch bauliche Maßnahmen mit Nachdruck unterstützt wird.

Gerne begleiten sie Ihr Kind zu Fuß oder mit dem Rad gemeinsam zur Schule. Auch das Bilden von Gemeinschaften bietet sich hierbei an.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Situation zu entschärfen. Ich habe das schon oft angesprochen. Es sieht aber leider überall gleich aus. Das sah auch die Polizei ein wenig resigniert so. Vielleicht trifft man in der Verwaltung mal “unbequeme Entscheidungen”, um es für alle sicherer zu machen!

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

1 Kommentar zu „Verkehrssituation im Apostelweg vor der Grundschule

  1. Man sollte auch nicht außer acht lassen, dass diese Situationen sich selbst verstärken. Ich kenne die Situation am Apostelweg nicht, aber ich kann mir anhand der Bild gut vorstellen, dass es auch Eltern gibt, die Ihr Kind gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule lassen würden, es aber nicht dieser Situation aussetzen wollen und dann das Kind eben doch mit dem Auto bringen.

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