Helm und Weste verhindern keine Unfälle

Ursprünglich mal getwittert …

Falls irgendwann mal alle Fahrradfahrenden mit Fahrradhelm und Warnweste unterwegs sind, wird man feststellen, dass sie immer noch von den Fahrer/innen motorisierter Fahrzeuge “übersehen” werden und dann sterben.

Leider ist es dann zu spät. Wenn man das doch nur vorher mal sagen würde.

[Update] Ich hatte diese paar Worte getwittert und wollte den Text auch hier im Blog verewigen. Danach habe ich beim Nachlesen für den Post zum Unfall an der Fahrradstraße einen Bericht der Polizei zu einem Vorfall mit Radfahrer-Beteiligung bei Petershagen gefunden:
Unfall zwischen PKW und Fahrradfahrer auf L 770
… Kurz vor der ersten Ausfahrt in die Ortschaft Raderhorst überholte der PKW-Fahrer den Radfahrer. Aus bisher unbekannten Gründen wurde der mit Leuchtweste und einem Helm mit reflektierender Haube ausgestattete Radler dabei seitlich touchiert, sodass er zum Sturz kam …

Die Polizei schreibt im Titel wieder von einem selbstfahrenden Auto, welches einen Radfahrer umgefahren hat. Das muss offensichtlich so. Ein Autofahrer will überholen, hält den vorgeschriebenen Abstand nicht ein, rammt den Radfahrer und verletzt ihn so schwer, dass er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Und das obwohl der Fahrradfahrer wie ein Tannenbaum gekleidet war! Das bringt nämlich exakt gar nichts!

Ich bin eben mit Alex von einem Handballspiel des HCE in Hille zurück gefahren und dabei mussten wir einmal über den Berg. Es war stockdunkel, es hat leicht geschneit und war ein wenig diesig. Ich konnte die wenigen Fußgänger auf den Gehwegen problemlos erkennen und im Berg selbst haben wir tatsächlich über die Unfälle und Beleuchtung und solche Sachen geredet, weil im Radio gerade die Meldung von einem Autofahrer gebracht wurde, der auf einer Landstraße in eine Fußgängergruppe gerauscht ist.

Dabei habe ich dann auch mal Fernlicht angemacht … echt ey, wer in dem Flutlicht irgendjemanden übersieht, der darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Im Vergleich konnte man im normalen Licht bei dem Nebel sogar mehr sehen … und wenn man die Geschwindigkeit anpasst sicher auch rechtzeitig bremsen. So zwei Bollerwagen materalisieren sich ja nicht plötzlich und ein Radfahrer im Längsverkehr auch nicht!
Mann rast in Boßel-Gruppe – zwei lebensgefährlich Verletzte
… Auf der Straße gebe es wenig Licht und keinen Gehweg, sagte der Polizeisprecher weiter. Sie sei mit etwa dreieinhalb Metern auch sehr eng. Mutmaßlich habe der Fahrer die Truppe in der Dunkelheit übersehen …

Man kann eine Gruppe Menschen mit zwei großen Bollerwagen nicht einfach so übersehen, wenn man Licht am Auto angeschaltet hat, auf die Fahrbahn guckt und seine Geschwindigkeit den Umständen angepasst hat. Fertig, aus. Das soll die Polizei bitte auch mal so schreiben und nicht rum schwurbeln.

Wenn man Helme und Western verteilt und von Sichtbarmachen redet, dann ist das die Homöophatie des Straßenverkehrs. Wirkungslos. Wohlwollend ist es vielleicht ein Placebo … aber immer noch ohne Wirkstoffe.

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Ein Kommentar zu “Helm und Weste verhindern keine Unfälle
  1. DS-pektiven sagt:

    Ich frage mich ja, ob die Polizei bei derartigen Unfällen mit der “Übersehen”-Ausrede überhaupt eine Veranlassung sieht, das “Smartphone” zu beschlagnahmen und zu untersuchen, ob derjenige es zum Unfallzeitpunkt verwendet hat? Ich vermute nämlich, dass die allermeisten der Unfälle, bei denen Leute komplett abgeschossen werden, auf die Tatsache zurückgeht, dass die Leute während der Fahrt auf ihre Scheiß Orwell-Televisoren glotzen.

    Letztens sah ich in Frankreich auch wieder eine, die mit dem Blick nach unten überall hinsah, nur nicht da, wo sie hätte hinsehen müssen.

    Aber das mit den Wahnwesten passt halt einfach zum paranoiden “Zeitgeist”. Heute fragt auch keiner mehr nach einem Sinn, wenn irgendwas “Sicherheit” auch nur versprechen könnte. Kuck dir doch nur an, was sich die Leute an Flughäfen inzw. alles gefallen lassen. Wenn dann noch Mode oder irgendwelche Vorschriften oder Mode / Gruppenzwang hinzukommen, ist eh alles vorbei. Gilt im Radfahrbereich z. B. auch für “Radhelme” unter Rennradfahrern…

    Zu den Polizeipressemeldungen: Die werden die Kritik daran immer wieder zu hören kriegen. Da sie trotzdem nichts daran ändern, kann man fest davon ausgehen, dass hier politische Vorgaben erfüllt werden. Das zieht sich ja durch alle Polizeipressestellen des Landes. Ich hatte kürzlich auch wieder zwei Meldungen, bei denen ich nur mit dem Kopf schütteln könnte…

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