Wachstum – immer mehr

Obama will 450 Milliarden raus hauen für ein Konjunkturprogramm. Das dass nichts bringt, sehen wir gerade in Europa und auch die Vergangenheit hat gezeigt, dass Geld in marode Unternehmungen (und damit meine ich nicht nur Privatwirtschaft) pumpen keine Lösung ist. Gleichzeitig wird unentwegt von Wachstum gesprochen. Wir müssen wachsen um wettbewerbsfähig zu bleiben. Merkwürdig, die Demographen erzählen mir, dass wir rapide schrumpfen.

Bei Illner und auch Maischberger wurde in dieser Woche viel – ich muss es leider so nennen – über den Euro geschwafelt. Ich kann zu dem Thema auch nichts anderes machen. Der Grund ist einfach: ich kann die Zusammenhänge nicht aufdröseln. Und da bin ich meiner festen Überzeugung nach in bester Gesellschaft. Niemand kann das, weil die Systeme untereinander chaotisch verbunden sind und sich – seit ’87 bekomme ich das ja nun mit – genauso entwickeln wie sie möchten und nicht wie Wirtschaftsweisen das vorhersagen.

Das Einzige was sich in der ganzen Zeit als Konstante erwiesen hat ist: ich kann nur soviel ausgeben, wie ich habe. Alles andere führt unweigerlich in den Abgrund. Genau deshalb bringen auch alle Rettungsschirme und Konjunkturprogramme gar nichts. Das ist Geld, was nicht vorhanden ist und es wird ausgegeben, ohne dass geschaut wird ob es überhaupt notwendig ist.

Wer wird denn mit den Milliarden unterstützt? Die alleinerziehende Griechin mit 4 Kindern in einer Bruchbude? Ein Potugiese der am Strand übernachten muss? Hartz-4-Empfänger in Wohncontainern? Nein, Wirtschaftsunternehmen, die dann jammern, dass sie statt 15 Milliarden Gewinn nur noch 10 Miliarden ausweisen können! Denkt doch an die Shareholder! Die wollen Wchstum, damit die Gewinne steigen.

Und genau das ist Blödsinn! Warum müssen wir wachsen? Für wen? Wir schrumpfen! Ist es in unserer Situation nicht angeraten einfach mal zu versuchen den Status Quo halbwegs zu erhalten? Damit wären die allermeisten Menschen mehr als zufrieden. Und wenn man dann “Wachstum” bekommt, dann doch bitte in Form von Lebensqualität. Und die ist nicht bei den Aktionären im Argen.

Ich habe leider keine Lösung in der Tasche. Eins weiß ich aber ganz sicher: wenn sich in der Weltfinanzwirtschaft nicht gravierend etwas ändert, wenn die ausufernden und sich verselbständigenden Märkte nicht massiv eingebremst werden und die Politik nicht aufhört, mein Geld in marode Wirtschaften zu pumpen, dann dreht sich die Spirale immer schneller. Und die 10% Shareholder werden ganz plötzlich merken, dass sie nicht wissen, wie man Kartoffeln erntet …

Über

Ich schreibe hier über Fahrrad(politik), Politik an sich, Technik, unsere Familie und alles was mich sonst so bewegt.

2 Kommentare zu „Wachstum – immer mehr

  1. An Obamas 450-Milliarden-Paket finde ich besonders erstaunlich, daß ja gerade erst in den letzten Monaten mehrmals die USA am Staatsbankrott vorbeigeschrammt war und man die Schuldengrenze mit Hauen und Stechen jeweils im letzten Moment anheben konnte.

    Und auf einmal sind dann wieder 450 Milliarden verfügbar? Das wird nicht funktionieren. Das Paket wird zwischen allen Parteien und Politikern wieder kleingerechnet. Und selbst wenn es bei 450 Milliarden bliebe – das wären auch keine nachhaltigen Ausgaben, die ja wieder mit Schulden erkauft werden.

  2. War es nicht der Indianerhäuptling Seattle, der uns geweissagt hat, wohin die Gier führt. Erst wenn unser Wachstum alles vernichtet hat, werden Herr Obama und Frau Merkel feststellen müssen, dass man Geld zwar drucken, aber nicht essen kann. Sind wir dann erwachsen, ausgewachsen, oder verstehen wir dann immer noch nicht, dass es kein grenzenloses Wachstum gibt?

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