Umgefahren werden

Eben auf dem Nachhauseweg gab es wieder reichlich Spezialisten, die ganz besonderes Augenmerk auf sich selbst legten. Selbst möglichst schnell vorankommen, selbst vorne stehen, selbst bei Dunkelorange noch über die Ampel und bloß nicht auf andere achten. Zweimal beinahe erwischt worden und an 2 Einmündungen standen Autofahrer dickfellig quer auf dem Radweg. Das ist Normalzustand. Pol-Mi-Lü: Radfahrerin bei Unfall verletzt
… Beim Einbiegen nach rechts in die Mindener Straße kollidierte sie mit einer 70-jährigen Lübbeckerin, die mit ihrem Rad den linksseitigen Geh- und Radweg der Mindener Straße stadteinwärts befuhr …
Und das kommt dann dabei heraus. Ob die alte Dame wirklich auf der richtigen Seite fuhr? Eigentlich egal, ich schreib’s hier oft genug. Die Autofahrerin hat gepennt und nur auf sich selbst geachtet – Hauptsache sie kann fahren. Pol-Mi-Lü: Unfall fordert einen Verletzten
… Beim Einbiegen nach rechts in die Wittekindstraße kollidierte sie mit einem 19-jährigen Löhner, der mit seinem Mountainbike den rechtsseitigen Geh- und Radweg der Steinstraße in Richtung Mindener Straße befuhr und die Wittekindstraße überqueren wollte …
Genau das Gleiche. Autofahrer achtet nicht auf alles was nicht auf seiner Fahrbahn passiert. Aber hier hat die Polizei eine schöne Ausrede parat: Möglicherweise hatte die Autofahrerin den Radfahrer nicht gesehen, da er ohne Frontbeleuchtung unterwegs war. Das darf ja auch nicht wahr sein, dass ein Autofahrer vielleicht nicht genug geguckt hat. Die Beleuchtung der Steinstraße ist auch überhaupt nicht ausreichend und ein Fußgänger hätte auch keine Beleuchtung. Viel wichtiger ist aber: der als fehlend monierte Frontscheinwerfer strahlt nach vorne und nicht zur Seite! Deswegen hatte der Gesetzgeber die Idee mit den Seitenreflektoren, weil ein Autofahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Fahrradfunzeln von der Seite gar nicht wahrnimmt. Im übrigen sieht die Polizei es selbst so, dass fehlende Beleuchtung als Unfallursache keine Rolle spielt! Lübbecker Nachrichten: Risiko Radweg: Auf der Straße fährt es sich am sichersten
… „Es gibt eine Risikofaktor-Liste, nach der das Fahren auf der Fahrbahn mit dem Rad einen Risikofaktor von 3,4 hat, auf dem linken Radweg dagegen von 11,9.“ Das Fahren ohne Licht spiele für das Unfallgeschehen kaum eine Rolle, „das ist nur ein gefühltes Problem.“ …
Und genauso erlebe ich das auch. Schön dass es mal aus berufenem Munde veröffentlicht wird. Der ganze Artikel ist übrigens sehr lesenswert, deckt er sich doch erschreckend mit der Realität und zeigt wie weit Planer zumeist davon entfernt sind.

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