Wahlplakatierung

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Gerade ist die Kommunalwahl in NRW Geschichte, sind die Bürger Ende September schon wieder aufgefordert, ihr Kreuzchen zu machen. Diesmal für den Bundestag – nicht ganz unwichtig. Und natürlich wird seitens der Parteien auch wieder fleißig geworben. Die Plakate der kommunalen Kandidaten sind noch nicht ganz verschwunden, da prangen bereits die Konterfeis der Bewerber auf Bundesebene an Laternenmasten, Bäumen und Plakatwänden. Und mal ehrlich: mich nervt das. Kein Mensch interessiert sich für diese Plakate. Auf Nachfrage macht niemand von dieser Verschandelung der Umwelt seine Wahlentscheidung abhängig. Maximal taugen die Bildnisse für einen dummen Spruch am Frühstückstisch. “Blabla, alles Quatsch” sagt ihr nun, aber zumindest im Kleinen haben wir das getestet.

Oder hat in Bad Oeynhausen jemand großflächig Plakate der Grünen gesehen? Hier und da in der Innenstadt, um auf konkrete Veranstaltungen hinzuweisen – und das war’s. Keine Unmengen von Bäumen wurden mit Draht umwickelt, nur sehr wenige Laternenpfähle zum Bilderständer umfunktioniert. Das gesparte Geld wurde lieber einer sozialen Einrichtung in Bad Oeynhausen gespendet. Die gesparte Zeit für sinnvollere Arbeiten genutzt. Und der Lohn des Verzichts? Nun, das Ergebnis spricht für sich: die Konkurrenz wunderte sich über unser gutes Abschneiden.

Zudem empfinde ich es auch eher als negativ, wenn ein großes Kunststoffposter gefährlich angebracht wird und die Verkehrsflächen einengt. Gesteigert wird mein Mißempfinden dann noch, wenn trotz Aufforderung den Mangel abzustellen, nichts passiert. Wochenlang. Wahlkampf hin oder her, sowas gehört sich nicht. Es geht ja nicht darum, einer Partei die Plakate zu verbieten, nur darf der Verkehr eben nicht behindert werden. Und Kopf einziehen bzw. extra Schlenker fahren müssen, ist nunmal nicht nur eine Behinderung, sondern schlicht gefährlich – noch dazu auf einer Hauptverkehrsader für Schüler. Da wünsche ich mir für den Bundestagswahlkampf mehr Einsicht seitens der Parteien und vor allen Dingen im Zweifel auch ein schnelleres und konsequenteres Eingreifen der Verwaltung – wenn man schon drauf hinweist.

Und ich schreibe das erst jetzt hier, weil ich mir nicht vorwerfen lassen wollte, ich würde unlauteren Wahlkampf machen.

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